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10.06.2012

11:12 Uhr

Sorge in Moskau

Russland sieht Syrien am Rande des Bürgerkriegs

Selbst Russland zeigt sich nun besorgt angesichts der Situation in Syrien. Wieder vermeldeten Oppositionsgruppen Dutzende Tote bei Kämpfen. Aufständische Kämpfer sind nun in der Hauptstadt angekommen.

Syrische Soldaten in einem Vorort von Damaskus. AFP

Syrische Soldaten in einem Vorort von Damaskus.

Moskau / BeirutMoskau ist nach Aussage des russischen Außenministers Sergej Lawrow zunehmend besorgt über den Konflikt in Syrien. Gleichwohl lehnt der Kreml eine ausländische Intervention weiterhin ab.

"Die Situation wird besorgniserregender", sagte Außenminister Sergej Lawrow am Samstag in der russischen Hauptstadt. Auch nehme der Eindruck zu, dass das Land am Rande eines Bürgerkriegs stehe. Als Mitglied des UN-Sicherheitsrates werde Russland einer militärischen Intervention von außen aber nicht zustimmen, sagte er.

Moskau wolle mit dieser Haltung nicht den syrischen Präsidenten Baschar Assad und dessen Regime schützen, betonte Lawrow. Syrien sei ein komplizierter multikonfessioneller Staat "und wir wissen, dass einige von denen, die nach militärischer Intervention rufen, dies ruinieren wollen und Syrien zu einem Schlachtfeld für die Vorherrschaft in der islamischen Welt machen wollen". Deshalb sei Russland gegen eine Militärintervention von außen.

Lawrow sprach sich für eine internationale Syrien-Konferenz aus, um den Friedensplan des Sondergesandten der UN und Arabischen Liga für Syrien, Kofi Annan, zu retten. Zu den Teilnehmern an einer derartigen Konferenz sollten neben den ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats auch die Europäische Union sowie einflussreiche Länder in der Region zählen, sagte er. Lawrow bezeichnete Einwände der USA gegen eine mögliche Teilnahme des Irans als "oberflächlich".

Unterdessen fielen der Gewalt in Syrien am Samstag nach Angaben von Aktivisten mindestens 52 Zivilpersonen zum Opfer. 20 davon seien bei schwerem Beschuss der südlichen Stadt Daraa getötet worden, darunter neun Frauen und Kinder, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien. In Damaskus waren nach Angaben von Bewohnern die ganze Nacht über Schüsse und Explosionen zu hören. Es sei die bisher schlimmste Auseinandersetzung in Damaskus seit Beginn des Aufstands gegen Assad vor 15 Monaten gewesen.

Die Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen in den Damaszener Vierteln Kabun und Barseh hätten bis 01.30 Uhr morgens gedauert, sagte der Bewohner und Aktivist Maath al Schami. "Gestern war der Wendepunkt im Konflikt", sagte al Schami via Skype. "Der Kampf ist jetzt in Damaskus." Mindestens vier Menschen seien ums Leben gekommen, die Panzer hätten schließlich vor Sonnenaufgang die Viertel wieder verlassen. Seitdem sei es ruhig gewesen

Kommentare (2)

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Thomas-Melber-Stuttgart

10.06.2012, 11:48 Uhr

In Syrien gibt es keinen Bürgerkrieg. Was es gibt sind bewaffnete Banden, die das Land unsicher machen, und die vom Ausland direkt (Waffen, Finanzhilfe) oder indirekt (Verbindungsbüros, z.B. auch in Deutschland) unterstützt werden. Daß ein Staat zum Schutz seiner Bürger gegen diese illegalen Kräfte vorgeht ist verständlich und legitim. Die RAF und die IRA oder die ETA oder korsische oder südtiroler Nationalisten hat man ja auch nicht gewähren lassen.

Account gelöscht!

10.06.2012, 13:39 Uhr

Was / wer bewirkte Russlands jetzige Kehrtwende???
Nun ist es also soweit, nicht einmal Russland kann man mehr glauben.
Danke

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