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23.06.2015

03:34 Uhr

South Carolina

Gouverneurin will Südstaaten-Flagge abhängen

Umdenken nach Massaker: Die Flagge der Konföderierten soll vom Gelände des Kapitols in South Carolinas Hauptstadt entfernt werden, fordert die Gouverneurin des US-Bundesstaates. Walmart zog bereits Konsequenzen.

Die Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, will die Südstaaten-Flagge vor dem Parlaments- und Regierungssitz entfernen lassen. AFP

Umstrittenes Banner

Die Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, will die Südstaaten-Flagge vor dem Parlaments- und Regierungssitz entfernen lassen.

WashingtonNach der Attacke mit neun Toten auf eine von Afroamerikanern besuchte Kirche steht der US-Bundesstaat South Carolina vor einem historischen Kurswechsel im Umgang mit der umstrittenen Südstaaten-Flagge. Die Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, startete am Montag eine Initiative, das vor dem Parlaments- und Regierungssitz des Bundesstaates wehende Banner abzuhängen. Die Entscheidung darüber liegt aber bei den Abgeordneten.

150 Jahre nach Ende des Amerikanischen Bürgerkrieges sei es an der Zeit, die Flagge der Konföderierten vom Gelände des Kapitols in South Carolinas Hauptstadt Columbia zu entfernen, sagte Haley in einer vom Fernsehen übertragenen Ansprache. Die Republikanerin trat mit einer Reihe von Politikern beider Parteien vor die Kameras, darunter der republikanische Senator und Präsidentschaftsbewerber Lindsey Graham. Graham erklärte, die Verbannung der Flagge sei "nur angemessen" nach dem "tragischen, hasserfüllten" Angriff auf die Emanuel African Methodist Episcopal Church in Charleston.

Auf Privatgrundstück weiter erlaubt

Haley war allerdings bemüht, den unterschiedlichen Einstellungen zu der Flagge Rechnung zu tragen. "Für viele Leute in unserem Bundesstaat steht die Flagge für ehrenvolle Traditionen", sagte sie. Das Banner sei ein "Andenken" an Vorfahren, die ihrem Staat in Kriegszeiten gedient hätten. "Zugleich ist die Flagge für viele andere ein beleidigendes Symbol für brutale Unterdrückung in der Vergangenheit", fügte die Gouverneurin hinzu. Auf ihrem Privatgrundstück dürften Bürger das Banner weiter "stolz" hissen, vor dem Kapitol habe es aber keinen Platz.

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Unterdessen hat der größte US-Einzelhändler Walmart den Verkauf von Artikeln mit der umstrittenen Flagge gestoppt. „Wir wollen nie jemanden mit unseren Produkten angreifen“, sagte ein Walmart-Sprecher am Montag dem Sender CNN.

Das Symbol aus dem US-Bürgerkrieg (1861-1865) steht Kritikern zufolge für die damalige Bereitschaft der Südstaaten, in den Krieg zu ziehen, um die Sklaverei beibehalten zu können. Walmart hatte die Flagge selbst und andere Artikel wie T-Shirts oder Gürtelschnallen mit dem Abzeichen im Angebot. Laut CNN verkaufen auch Ebay und Amazon solche Produkte. Bislang hätten die Unternehmen sich nicht dazu geäußert.

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