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30.09.2014

16:10 Uhr

South-Stream-Pipeline

EU-Staaten machen Front gegen Gazprom

Darf ein Erdgaslieferant zugleich den Zugang zu den Pipelines kontrollieren? Die EU-Kommission nimmt den russischen Monopolisten Gazprom ins Visier. Ein Lieferungsstopp würde einige Staaten besonders hart treffen.

Bulgarien hat seine Arbeiten an der South-Stream-Pipeline auf Eis gelegt. Reuters

Bulgarien hat seine Arbeiten an der South-Stream-Pipeline auf Eis gelegt.

BrüsselDie EU-Staaten wollen verstärkt die Kontrolle von Gas-Pipelines durch Monopolisten wie den russischen Konzern Gazprom ins Visier nehmen. In einem der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorliegenden Entwurf für die Abschlusserklärung des EU-Gipfels Ende Oktober bekräftigen die Staats- und Regierungschefs, dass die Liberalisierung der Gas- und Strommärkte in der EU effektiv und konsequent umgesetzt werden müsse.

Als Teil des sogenannten dritten Energiepakets sollen sich Versorger von Infrastruktur wie Pipelines trennen, wenn sie sonst eine dominierende Marktposition einnehmen würden. Die Vorgabe betrifft auch Gazprom, das unter Umgehung der Ukraine die Pipeline South Stream durch Südosteuropa bis nach Österreich bauen will. Mit der Umsetzung dieser Vorgaben entspräche South Stream nicht den EU-Regeln.

Die EU-Kommission hat wiederholt Bedenken gegen das Pipeline-Projekt geäußert. Ihrer Ansicht nach ist es unzulässig, dass ein Erdgaslieferant zugleich den Zugang zu den Pipelines kontrolliert. Bulgarien hat deshalb seine Arbeiten an South Stream auf Eis gelegt.

Das Land wäre bei einem Stopp von russischen Gaslieferungen besonders hart betroffen, wenn die Regierung in Moskau die Leitungen durch die Ukraine wegen des Streits über unbezahlte Rechnungen schließt. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die EU-Pläne für das dritte Energiepaket bereits scharf kritisiert.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Herr Hans Fallada

30.09.2014, 16:32 Uhr

" ...wenn die Regierung in Moskau die Leitungen durch die Ukraine wegen des Streits über unbezahlte Rechnungen schließt."
Probleme mit der Gasversorgung hat Russland noch nie verursacht.
Es besteht lediglich die Gefahr, dass ein Land Gas stiehlt, dem wegen unbezahlter Rechnungen die Gaslieferung gesperrt werden musste.
Dem könnte aber mit Sanktionen und Kontosperrungen gegenüber dem Dieb durch Deutschland und die EU begegnet werden.

Herr Vittorio Queri

30.09.2014, 17:01 Uhr

>> Die EU-Kommission hat wiederholt Bedenken gegen das Pipeline-Projekt geäußert. Ihrer Ansicht nach ist es unzulässig, dass ein Erdgaslieferant zugleich den Zugang zu den Pipelines kontrolliert <<

Diese EU Kommission hat zwar Bedenken ( warum auch immer ), hat diese Bedenken aber NIE begründet ( einfach halt Bedenken äußern...)

Man kann auch Bedenken haben, warum eine Gasprom NICHT als Investor auftreten soll....?

Und diese Bedenken sind nicht reine Bedenken, sondern stichhaltig !

Die EU schneidet sich mit den Spielchen gegen die Gasprom ins eigene ( bzw. ihrer Bürger ) Fleisch.

Dagegen sollte man auch Bedenken haben !

Herr Werner Heinz

02.10.2014, 12:33 Uhr

Österreich sollte sich dringend nach Alternativen zum russischen Gas umsehen, doch schnell geht am Energiemarkt gar sich ned.

Der bedeutendste Gaslieferant für Europa ist nun einmal Russland! 60% des Gases kommt von Russland. Die größte Pipeline "Brotherhood" führt mitten durch die Ukraine. Wenn dort die Lage eskaliert, könnten die beiden kleineren Pipelines "Yamal" und "Nord-Stream" nur einen Teil der Gaslieferungen übernehmen.

Die "Southstream" Pipeline, die an der Ukraine vorbei durch das Schwarze Meer nach Niederösterreich führen soll muss ja erst noch gebaut werden.

Bis dahin werden uns Eiszapferl wachsen! Zum Glück habe ich Ofen und Holz zuhause, echt! Und in so einer Situation haben sie in Wien den Notkamin gestrichen! Wie verrückt ist das? Auf zur bewussten Monopol-Abhängigkeit!

Hier noch ein interessanter Beitrag, der zum Thema passt: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140929_OTS0046/russischer-gasboykott-muss-oesterreich-im-winter-frieren-bild

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