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02.02.2012

13:55 Uhr

Sozialbetrug

Athen räumt bei Phantom-Rentner auf

Zu Unrecht waren Zahlungen in Millionenhöhe an angebliche Rentner gezahlt worden. Doch die Rentenkassen konnten nun in 63.500 Fällen aufklären, dass die Person entweder nie existiert hatte oder bereits verstorben war.

Sozialbetrug hat im schuldengeplagten Griechenland schon mehrfach für Schlagzeilen gesorgt. dpa

Sozialbetrug hat im schuldengeplagten Griechenland schon mehrfach für Schlagzeilen gesorgt.

AthenDie griechischen Rentenkassen haben zu Jahresbeginn die Auszahlung von insgesamt 63.500 Renten eingestellt, die zu Unrecht gewährt worden waren. Das Geld ging an nicht existierende oder nicht mehr lebende Personen oder wurde nach falschen Angaben berechnet. Damit sparten der griechische Staat und seine Rentenkassen knapp 450 Millionen Euro jährlich.

Das geht aus einem Bericht des Arbeitsministeriums hervor, der am Donnerstag in der griechischen Presse veröffentlicht wurde. Es handelt sich dabei um 37.500 Haupt- und 26.000 kleinere Zusatzrenten.

Bereits im Oktober 2011 hatte der Direktor des staatlichen Versicherers IKA, Rovertos Spyropoulos, eingeräumt, im vergangenen Jahrzehnt seien bis zu acht Milliarden Euro an nicht existierende oder längst gestorbene Personen überwiesen worden. Die staatlichen Rentenkassen hatten daraufhin alle Rentner aufgefordert, sich persönlich bis zum 31. Dezember 2011 bei den Behörden zu melden. Zudem wurde untersucht, ob alle Renten rechtmäßig ausgezahlt werden.

Sozialbetrug hat im schuldengeplagten Griechenland schon mehrfach für Schlagzeilen gesorgt. Im vergangenen August war bekanntgeworden, dass der Pensionsfonds IKA die Zahlungen für 1473 Pensionäre gestoppt hatte, welche in Wirklichkeit nicht mehr lebten. Danach wurde entdeckt, dass 9000 Rentner im Alter von über 100 Jahren bei den Rentenkassen registriert waren - demnach hätte Griechenland die höchste Rate Über-100-Jähriger weltweit. Bei einer Volkszählung im Jahr 2001 waren lediglich 1700 Menschen dieses Alters registriert worden.

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Von

dpa

Kommentare (2)

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Thomas-Melber-Stuttgart

02.02.2012, 16:55 Uhr

Immerhin! Aber warum erst jetzt? Müssen unrechtmäßig bezogene Leistungen zurückgezahlt werden? Gibt es strafrechtliche Folgen (Betrug, o.ä.)?

Nikos35

02.02.2012, 18:29 Uhr

Weil der Staat nicht richtig funktioniert hat Herr Melber und die letzten 30 Jahre das Volk quasi so erzogen wurde. Aber setzen Sie nicht deutsche Maßstäbe an, das funktioniert einfach nicht, nicht nur im Fall GR sondern generell.

Nach dem Gesetz müssten Sie verfolgt werden doch wenn nix zu holen ist bekommen Sie in D auch keinen Cent mehr zurück. Und trotz Kontrollen in D, gehen jährlich MRD. an Sozialschmarotzer........Was meinen Sie wie es erst in einem nicht funktionierenden Staat aussieht?

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