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28.01.2013

12:35 Uhr

Sozialbetrug in Italien

Renten für tote Verwandte kassiert

Der Einsatz gegen Sozialbetrug zahlt sich für Italiens Staatskasse aus. Betrügereien in Höhe von insgesamt fünf Milliarden Euro stellte die Finanzpolizei, die von einem „Kampf gegen Parasitentum“ spricht, fest.

Ein Polizist der italienischen Guardia di Finanza bei der Arbeit. dpa/picture alliance

Ein Polizist der italienischen Guardia di Finanza bei der Arbeit.

RomDie italienische Finanzpolizei ist im vergangenen Jahr 22.000 Fällen von Sozialbetrug im Gesamtumfang von über fünf Milliarden Euro nachgegangen. Vorgetäuschte Armut oder Berufsunfähigkeit und Renten, die für tote Verwandte kassiert wurden, waren die häufigsten Betrugsformen, wie aus dem am Montag veröffentlichten Jahresbericht der Generaldirektion der Finanzpolizei hervorgeht. Die Behörde sprach von einem "Kampf gegen Parasitentum und Verschwendung öffentlicher Mittel".

Im Jahr 2012 kassierten laut dem Jahresbericht 3556 falsche Arme unberechtigt Beihilfen für Krippenplätze oder Studium; 1047 vorgetäuschte Invaliden und 3297 falsche Landarbeiter seien aufgrund der Ermittlungen angezeigt worden. In 395 Fällen kassierten demnach Familien Ruhestandsgelder für bereits verstorbene Verwandte. Und 1274 Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst übten illegal Nebentätigkeiten aus.

In der vergangenen Woche hatte die Finanzpolizei bereits mitgeteilt, im vergangenen Jahr Steuerflucht durch 12.000 Menschen im Umfang von 56 Milliarden Euro aufgedeckt zu haben. Die Regierung unter dem mittlerweile zurückgetretenen Ministerpräsidenten Mario Monti hatte der Haushaltssanierung oberste Priorität zugewiesen.

Von

afp

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

28.01.2013, 13:23 Uhr

Ein paar Bauernopfer müssen jetzt dran glauben - aber mit Sicherheit nicht die Mafia!

Steuerschaetzer

28.01.2013, 14:21 Uhr

Ein sehr interessanter Artikel und wohl auch für viele andere Länder zutreffend:

Ja,ja, nur die oben sind korrupt und das Volk nicht, oder doch? Es ist eben so menschlich, sich etwas zusätzlich in die Tasche zu stecken, wobei zugegeben die Möglichkeiten für die "oben" eben pro Person größer sind, aber unten macht es dann die "Masse" der Betrüger. Siehe hier Italien oder die Berichte über Griechenland, nur als Beispiele. Ohne dichte Kontrollen geht es eben nicht, weder "unten" noch "oben". Und nicht nur bei Steuereintreibung, auch bei großen staatlichen Bauvorhaben (siehe Wowreit und Berliner Flughafen!).

Mazi

28.01.2013, 14:25 Uhr

Was ist schlimmer?

Ein Rentner der tot ist und Rente kassiert oder ein Abgeordneter, der Diäten kassiert aber im Bundestg nicht erscheint?

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