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10.05.2015

21:07 Uhr

Soziale Netzwerke

Iranischer Minister will Pressezensur lockern

Im Iran sind Tausende von Webseiten verboten, aber viele hebeln die Blockaden mit technischen Mitteln aus. Der Kulturminister fordert daher ein Umdenken. Schließlich hat selbst Präsident Ruhani einen Facebook-Account.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani besitzt auch einen Facebook-Account. dpa

Der iranische Präsident Hassan Ruhani besitzt auch einen Facebook-Account.

TeheranIrans Kulturminister hat im Land ein Umdenken bei der Pressezensur gefordert. „Wir sollten uns einmal diesbezüglich ernsthaft fragen, ob diese Einschränkungen was gebracht haben“, sagte Ali Dschannati am Sonntag. Alle Verantwortlichen sollten, besonders im Zeitalter des Internets und der sozialen Netzwerke, die neuen Tatsachen akzeptieren. Presse und öffentliche Meinung könne man nicht mehr wie früher lenken, so der Minister.

Rein technisch sei ein Verbot der zahlreichen Satellitensender und Nachrichtenportals unmöglich. Anstatt sie zu verbieten, sollten die Kontrollgremien diese neue Technologien für eigene Interessen effektiv einsetzen, sagte der wegen seiner liberalen Ansichten umstrittene Minister.

Im Iran sind Tausende von Webseiten verboten und geblockt. Die Iraner jedoch hebeln diese technische Blockade mit Datentunneln (Virtual Private Network, VPN) aus. Alleine über 20 Millionen sind täglich auf sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook, obwohl eine Mitgliedschaft vom islamischen Establishment als Sünde bewertet wird.

Inzwischen haben sogar Präsident Hassan Ruhani und fast alle seiner Kabinettsmitglieder Accounts auf beiden verbotenen Netzwerken.

Von

dpa

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