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01.08.2012

09:39 Uhr

Soziale Unruhen

Zweiter Israeli stirbt nach Selbstanzündung

Bei Protesten gegen die hohen Lebenshaltungskosten in Israel hat es einen weiteren Toten gegeben. Ein gehbehinderter Armeeveteran starb im Krankenhaus. Er erlag nach einer Selbstanzündung seinen schweren Verletzungen.

Tausende junge Israelis demonstrieren in der Hauptstadt Tel Aviv gegen soziale Ungerechtigkeit und hohe Lebenshaltungskosten in ihrer Heimat. AFP

Tausende junge Israelis demonstrieren in der Hauptstadt Tel Aviv gegen soziale Ungerechtigkeit und hohe Lebenshaltungskosten in ihrer Heimat.

JerusalemInnerhalb von zwei Wochen ist zum zweiten Mal ein Israeli verstorben, der sich aus Protest gegen die sozialen Verhältnisse selbst angezündet hat. Wie das behandelnde Krankenhaus in Tel Aviv am Mittwoch mitteilte, erlag der 45-jährige Akiva Mafi seinen schweren Verletzungen. Mafi hatte sich am 22. Juli in Brand gesetzt - wenige Stunden vor der Beisetzung von Moshe Silmann, dem ersten Israeli, der mit einer spektakulären Selbsttötung ein Zeichen gegen steigende Lebenskosten und andere Ungerechtigkeiten setzen wollte.

Mafis behandelnder Arzt sagte, die Verbrennungen „waren zu ernsthaft und sein Tod vorhersehbar.“ Gut 80 Prozent von Mafis Körperfläche sollen bei dem Protestakt verbrannt worden seien. Mafi saß seit einem Unfall während seines Militärdienstes im Rollstuhl. Die Eltern des Mannes berichteten Medien, dass ihr Sohn verzweifelt gewesen sei über seine finanzielle Lage. Er habe sich vom Verteidigungsministerium und den Sozialdiensten im Stich gelassen gefühlt.

Mafis Selbstmordversuch ereignete sich kurz bevor das israelische Parlament umfangreiche Sparmaßnahmen und eine Erhöhung der Mehrwertsteuer beschloss. Diese Maßnahmen werden vor allem Menschen mit geringem Einkommen treffen.

Die hohen Lebenskosten und die Jugendarbeitslosigkeit in Israel haben schon im vergangenen Sommer zu einem bis dahin beispiellosen Protest geführt. Auch in diesem Sommer hat die Bewegung wieder Fahrt aufgenommen. Allerdings erreichte der Protest in diesem Jahr mit der Selbstanzündung von Moshe Silmann schon früh einen traurigen Höhepunkt. Silmann hatte der Regierung um Benjamin Netanjahu vorgeworfen, sie „nimmt von den Armen und gibt den Reichen“. Seitdem hat es neben Mafi fünf weitere Fälle von Selbstanzündungen gegeben, die aber nicht tödlich waren.

Von

afp

Kommentare (9)

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Diogenis

01.08.2012, 10:27 Uhr

[+++Beitrag wurde von der Redaktion gelöscht+++]

soso

01.08.2012, 10:40 Uhr

[+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

AgainstTheThruth

01.08.2012, 10:52 Uhr

tja. israels regierung ist halt auch nicht vor der wut der einfachen bürger sicher.(...) dieses land sieht viele feinde von außen, aber die gefahren im inneren erkennt es nicht, armut und soziale unruhen werden dem staat mehr probleme machen (...).
[+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

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