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28.06.2011

15:04 Uhr

Sozialistin

Aubry will Frankreichs Präsidentin werden

Martine Aubry will Nicolas Sarkozy beerben. Die Parteichefin der Sozialisten hat aber populäre Gegenspieler im eigenen Lager.

Martine Aubry. Quelle: dpa

Martine Aubry.

ParisDie Chefin der französischen Sozialisten, Martine Aubry, will bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr Amtsinhaber Nicolas Sarkozy herausfordern. Die Partei will bis Oktober entscheiden, wen sie als Kandidaten aufstellt. Ihr bisheriger Hoffnungsträger Dominique Strauss-Kahn steht nicht zur Verfügung, weil er in New York vor Gericht sich gegen den Vorwurf der Vergewaltigung verteidigen muss.

Aubry gab am Dienstag bekannt, sich um die Kandidatur ihrer Partei zu bewerben. Außer der 60-Jährigen hat auch der ehemalige Sozialisten-Chef Francois Hollande Interesse angemeldet. In Meinungsumfragen rangiert er derzeit vor Aubry, die in ihrer Zeit als Arbeitsministerin einst die 35-Stunden-Woche durchsetzte. Beide Bewerber zählen eher zur klassischen Linken, im Gegensatz zu Strauss-Kahn, der mehr als Mann der Mitte gilt.

Aubry kündigte an, Frankreich international konkurrenzfähiger zu machen, zugleich aber besondere Rücksicht auf Bürger mit niedrigen Einkommen zu nehmen. Sarkozy warf sie eine unfaire Politik vor, von der ausschließlich die Privilegierten profitierten. „Es wird Zeit, dass sich das ändert“, sagte sie im nordfranzösischen Lille, wo sie Bürgermeisterin ist.

Die Sozialisten hoffen im kommenden Jahr nach drei Amtszeiten in der Opposition, wieder zurück an die Macht zu kehren. Derzeit sprechen die Umfragen für sie: Je nach Erhebung landet Sarkozy mal auf dem zweiten, mal auf dem dritten Platz. Seine Beliebtheitswerte dümpeln bei 30 Prozent vor sich hin.

Viele Franzosen werfen dem konservativen Präsidenten Hyperaktivität vor und lehnen sein häufig glamourös inszeniertes Auftreten in Begleitung seiner prominenten Ehefrau, der Sängerin Carla Bruni, inzwischen ab.

Aubry wäre dazu ein regelrechter Gegenentwurf. Manch einer beschrieb sie bereits als Angela Merkel der französischen Linken. „Ich bin hoffnungslos altmodisch und bleibe das auch sehr gerne“, sagte die Tochter des früheren Chefs der Europäischen Kommission, Jacques Delors, einst vor Journalisten.

Von

rtr

Kommentare (1)

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MIRO

28.06.2011, 16:03 Uhr

Ein Sieg der Sozialisten mit Frau Aubry wäre sicher der
letzte Sargnagel für den EURO.
Darum unterstütze man Frau Aubry !

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