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22.07.2012

16:18 Uhr

Sozialproteste

Selbstverbrennung in Israel

Gut eine Woche nach der Selbstverbrennung eines Demonstranten hat sich erneut ein Isreali angezündet. Laut seiner Familie war er verschuldet. Mehrere weitere Versuche konnte die Polizei in letzter Minute verhindern.

Am 14. Juli versuchen Helfer, die Flammen auf dem Körper des Aktivisten Moshe Silman zu löschen, der sich selbst angezündet hat. Reuters

Am 14. Juli versuchen Helfer, die Flammen auf dem Körper des Aktivisten Moshe Silman zu löschen, der sich selbst angezündet hat.

Tel AvivNur gut eine Woche nach einer aufsehenerregenden Selbstverbrennung in Israel hat sich ein weiterer Mann selbst angezündet. Der fast 50 Jahre alte Rollstuhlfahrer habe sich an einer großen Kreuzung bei Tel Aviv mit einer brennbaren Flüssigkeit überschüttet, sagte Polizeisprecher Mickey Rosenfeld. Am Samstagabend hatten bei Demonstrationen in mehreren israelischen Städten Hunderte Menschen an den 57-jährigen Mosche Silman erinnert. Er starb am Freitag, knapp eine Woche nachdem er sich bei sozialen Protesten selbst in Brand gesetzt hatte.

Die neue Selbstverbrennung ereignete sich am Sonntagvormittag an einer Bushaltestelle. „Er wurde fast völlig verbrannt“, sagte der Sprecher. „Passanten haben noch versucht, ihm zu helfen.“ Herbeigerufene Sanitäter hätten den Gehbehinderten dann mit schweren Brandverletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Der Bruder des Mannes erzählte dem Nachrichtenportal ynet, er habe große Schulden angehäuft und schon mehrmals mit Selbstmord gedroht. Er sei seit einer Verletzung während seines Militärdienstes behindert.

Bei den Protesten am Samstagabend in Tel Aviv schrieben die Demonstranten in großen Lettern auf eine Straße: „Wir sind alle Mosche Silman“. Silman hatte sich vor einer Woche am Rande einer Demonstration mit einer brennbaren Flüssigkeit überschüttet und angezündet. Nach Angaben seiner Familie hatte er schwere geschäftliche und gesundheitliche Probleme, und erhielt keine angemessene staatliche Unterstützung. Der Polizeisprecher sagte am Sonntag, man habe in den vergangenen zwei Wochen mehrere ähnliche Versuche in letzter Minute verhindern können.

Die soziale Protestbewegung in Israel hatte im Juli vergangenen Jahres mit einem Zeltlager in Tel Aviv begonnen. Es kam jede Woche zu Demonstrationen gegen die hohen Lebenshaltungskosten in Israel. Ihren Höhepunkt fanden die Proteste im September, als mehr als 400.000 Menschen in ganz Israel auf die Straße gingen und soziale Gerechtigkeit forderten. In diesem Sommer wollen die Organisatoren die Bewegung mit wöchentlichen Demonstrationen wieder in Gang bringen.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

22.07.2012, 17:34 Uhr

Israel hat über Jahrzehnte immer mehr Menschen in das winzig kleine Land hereingelassen. Es leben dort 350 Menschen auf einen Quadratkilometer, was ökonomischer und ökologischer Wahnsinn ist. Dies führt zwangsläufig dazu, dass für Normalverdiener das Leben - vor allem Wohnraum - nicht mehr finanzierbar ist.

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22.07.2012, 19:41 Uhr

Sehr richtig ! Aus diesem Grunde sollte der Siedlungsbau voran getrieben werden , man muss das Angebot der Nachfrage anpassen , dann wirds billiger !

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22.07.2012, 19:41 Uhr

Er hat sich über schulden beschwert ,
die er sicher selber gemacht hat ?
Ja,,,,, also .... schade ......

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