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28.12.2011

15:38 Uhr

Spanien

Die Königsfamilie legt ihre Karten auf den Tisch

Spaniens König Juan Carlos ist in Sorge darüber, dass der Skandal um seinen Schwiegersohn Inaki Urdangarín einen Schatten auf die Monarchie werfen könnte. Daher legte das Königshaus nun erstmals sein Einkommen offen.

Spaniens Kronprinz Felipe (l.) und König Juan Carlos bei einer Militärparade. Reuters

Spaniens Kronprinz Felipe (l.) und König Juan Carlos bei einer Militärparade.

MadridAls Reaktion auf die Korruptionsvorwürfe gegen Iñaki Urdangarín, den Schwiegersohn des spanischen Monarchen Juan Carlos, hat das Königshaus am Mittwoch erstmals die Einkommen aller Familienmitglieder offengelegt. Demnach erhielt König Juan Carlos dieses Jahr insgesamt 292.752 Euro vom Staat, davon 140.519 Euro als Jahresgehalt und 152.233 Euro als Aufwandsentschädigung. Sein Sohn, Kronprinz Felipe, kommt auf etwa die Hälfte der Summe. Königin Sofia, Felipes Frau Letizia sowie seine Schwestern Cristina und Elena haben demnach kein festes Salär, erhielten aber Aufwandsentschädigungen, die 2011 ein Gesamtvolumen von 375.000 Euro nicht überschreiten durften. Cristinas Mann Urdangarín bekommt kein Geld vom Staat.

Es ist das erste Mal, dass das spanische Königshaus offenlegt, wie die 8,434 Millionen Euro, die Juan Carlos dieses Jahr aus dem Staatssäckel erhielt, aufgeteilt wurden. Nach der spanischen Verfassung darf der Monarch über das Geld frei verfügen. Das königliche Budget war im vergangenen Jahr nicht erhöht und dieses Jahr um 470.000 Euro (5,2 Prozent) gekürzt worden - spanischen Medienberichten zufolge auf Initiative der Königsfamilie selbst. Wie das Königshaus am Mittwoch mitteilte, sind alle Mitglieder der Königsfamilie steuerpflichtig.

Inaki Urdangarín, Schwiegersohn von Spaniens König Juan Carlos. dpa

Inaki Urdangarín, Schwiegersohn von Spaniens König Juan Carlos.

Der Skandal um Urdangarín ist die erste größere Affäre um ein Mitglied der spanischen Königsfamilie. Seit Wochen ermittelt die Justiz wegen des Verdachts des Missbrauchs öffentlicher Gelder gegen eine angeblich gemeinnützige Stiftung, der Urdangarín zwischen 2004 und 2006 vorstand.

Von

afp

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