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29.03.2012

10:20 Uhr

Spanien

Generalstreik schon „riesiger Erfolg“

Der Generalstreik hat gerade erst begonnen, da bejubeln die Gewerkschaften bereits einen „riesigen Erfolg“. Sie protestieren gegen die Regierung und deren Sparkurs.

Streikende vor einem Krankenhaus in Madrid. AFP

Streikende vor einem Krankenhaus in Madrid.

MadridIn Spanien haben die Gewerkschaften einen 24-stündigen Generalstreik gegen die Arbeitsmarktreform und den Sparkurs der Regierung begonnen. Die Gewerkschaft UGT erklärte, praktisch alle Arbeiter in den Werken von Renault, Volkswagen, SEAT und Ford hätten schon in der Nacht die Arbeit niedergelegt. Betroffen waren auch weitere Fabriken, Häfen, Großmärkte, einige Fernsehsender sowie der öffentliche Nahverkehr.    

Mit Plakaten, Transparenten und roten Fahnen protestierten die Menschen in der Hauptstadt Madrid vor Unternehmen, Bahnstationen und dem städtischen Großmarkt. Während die Gewerkschaften bereits am Morgen von einem „riesigen Erfolg“ sprachen, teilte das Innenministerium mit, bei Zusammenstößen mit der Polizei seien 33 Menschen festgenommen und fünf Polizisten leicht verletzt worden.

Zu dem Protesttag hatten die beiden großen Gewerkschaften CCOO und UGT aufgerufen. Landesweit setzten sie rund 100 Demonstrationen an. Gemäß einer Vereinbarung mit der Regierung soll im öffentlichen Nahverkehr ein Notdienst gewährleistet werden.

Der Protesttag findet 100 Tage nach dem Regierungsantritt des konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy statt. Zuletzt hatte es in Spanien am 29. September 2010 einen Generalstreik gegeben.

Die Proteste richten sich gegen die Sparpolitik und die Arbeitsmarktreform der seit Dezember amtierenden konservative Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy. Diese hat angekündigt, sie werde ungeachtet der Proteste an ihrem Sparkurs festhalten. Die Reformen seien nötig, um Arbeitsplätze zu schaffen und die Wirtschaft anzukurbeln. „Die Frage ist nicht, ob sich an dem Streik viele oder wenige beteiligen, sondern ob wir aus der Krise kommen“, sagte Finanzminister Cristóbal Montoro. „Das steht auf dem Spiel, und die Regierung wird nicht nachgeben.“ Morgen legt Rajoy den überarbeiteten Haushalt seiner Regierung vor, in dem weitere Einsparungen in Milliardenhöhe vorgesehen sind. Die Arbeitslosigkeit liegt in Spanien bei fast 23 Prozent, dem höchsten Wert in der Eurozone, und unter jungen Menschen bei fast 50 Prozent. Die Wirtschaftsleistung dürfte Prognosen zufolge in diesem Jahr um 1,7 Prozent schrumpfen. Die Reformen sollen Spanien wettbewerbsfähiger machen.

Während diese betont, die Reform werde die Einstellung von Beschäftigten erleichtern, fürchten die Gewerkschaften, die Maßnahmen könnten die Lage verschlimmern. Fast jeder vierte Spanier ist arbeitslos, bei Menschen unter 25 Jahren liegt die Arbeitslosenquote sogar bei 48,6 Prozent. Mit ihrem Sparkurs will die Regierung das Haushaltsdefizit unter Kontrolle bekommen.

Kommentare (1)

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Crash

29.03.2012, 10:30 Uhr

Wann werden deutsche Arbeitnehmer in einen Generalstreik treten gegen den Schulden-Euro ?

Die finanzielle Haftung für die Bankrottstaaten wird bald mit voller Härte das deutsche Normalvolk in die staatliche
Zwangsenteignung treiben .

Dann heißt es nur arm oder reich !

Deutsche Bürger mit Gewerkschaften müssen einen Generalstreik gegen die fanatische Euro-Politik der staatlichen Zwangsenteignung führen von EU ,Merkel und
Schäuble .

Diese Regierung regiert gegen das Volk .

Also muß das Volk sich gegen die Merkel-Diktatur stellen
mit einem Generalstreik .

Warum dürfen die Schuldner streiken und Gläubiger sich
erpressen lassen .

Generalstreik auch in Deutschland .

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