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16.07.2013

10:09 Uhr

Spanien

IWF sieht bei den Banken weiterhin Kapitalbedarf

Spanien kriegt seine Banken nicht in den Griff. Nun fordert der Internationale Währungsfonds das Land auf, die Banken mit Kapital zu unterstützen. Vor allem bei den Steueransprüchen soll es lockerer zugehen.

Spanien bleibt ein Sorgenkind der Eurozone. dpa

Spanien bleibt ein Sorgenkind der Eurozone.

Spanien sollte die Banken des Landes anweisen, ihr Kapital zu stärken, ohne die Kreditvergabe einzuschränken. Diesen Rat erteilte der Internationale Währungsfonds IWF am Montag in seinem dritten Bericht über die Fortschritte bei der Reform der spanischen Bankenbranche.

Es bestehe nach wie vor das Risiko, dass Banken sich gezwungen sehen könnten, ihre Kapitalquoten durch weitere Beschränkungen bei der Kreditvergabe zu stützen, hieß es in dem IWF-Papier. Den Aufsichtsbehörden wird empfohlen, bei der Stärkung der Solvenz und dem Abbau von Risiken solche Maßnahmen zu bevorzugen, die das Kapital stärken und die Kreditvergabe nicht einschränken.

Spanien beantragte im vergangenen Jahr ein Hilfspaket für seine Banken. Die Reform der Branche, an die die Zusage von Finanzhilfen in Höhe von 41,3 Mrd. Euro geknüpft war, verlaufe nach Plan, schrieb der IWF. Dennoch bestünden “nach wie vor erhöhte Risiken für die Konjunktur und folglich für die Finanzbranche”, hieß es im Bericht.

Die Regulierer sollten den Banken erlauben, latente Steueransprüche in übertragbare Ansprüche umzuwandeln, um so das Kapital zu stärken, schrieb der IWF. Der Umfang derartiger Umwandlungen solle an bestimmte Bedingungen gekoppelt sein, darunter den Verzicht auf Dividendenzahlungen, hieß es.

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Spanische Banken, bei denen sich in der Finanzkrise 51 Mrd. Euro an latenten Steueransprüchen angesammelt haben, leiden unter den neuen Kapitalregeln nach Basel III. Diese sehen vor, die Anrechnung latenter Steueransprüche auf das Kernkapital Tier I in abnehmendem Maß zuzulassen.

Spanien müsse dafür sorgen, dass die Notwendigkeit einer robusteren Kapitalausstattung die Fähigkeit der Banken zur Kreditvergabe so wenig wie möglich einschränke, schrieb der IWF, und verwies darauf, dass die Rezession im Land mittlerweile ins sechste Jahr gehe.

Die spanische Bad Bank Sareb forderte der IWF auf, in ihrem Geschäftsplan konservativere Annahmen bezüglich der Immobilienpreise zugrunde zu legen. Diese “fallen immer noch deutlich, und eine weitere Korrektur ist wahrscheinlich”, schrieb der Fonds.

Der IWF berichtet einmal im Quartal über den Fortgang der Reformen in der spanischen Bankenbranche.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

16.07.2013, 12:41 Uhr

Was sind denn 51 Mrd. Euro an latenten Steueransprüchen? Ist das Geld, was die Banken vom Staat zu bekommen haben? Oder etwa umgekehrt? Fällige Steuern, gestundet?

Account gelöscht!

16.07.2013, 12:58 Uhr

Na logisch ist der Kapitalbedarf höher und Mutti wird nach der Wahl schon etwas schicken. Also Ihr Euro-Fans: Immer schön CDU wählen, ja?!

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