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27.09.2012

20:32 Uhr

Spanien

Katalonien fordert Unabhängigkeit

Die Katalanen sollen über ihre Unabhängigkeit abstimmen - dafür hat sich nach der Regierung in Barcelona auch das Regionalparlament ausgesprochen. Die Zentralregierung will die Abstimmung mit allen Mitteln verhindern.

Das Regionalparlament in Barcelona fordert die Unabhängigkeit Kataloniens. dpa

Das Regionalparlament in Barcelona fordert die Unabhängigkeit Kataloniens.

Madrid/BarcelonaDie spanische Regierung will eine Volksabstimmung über eine Unabhängigkeit Kataloniens mit allen Mitteln unterbinden. Ein solches Referendum wäre ein Verstoß gegen die spanische Verfassung, betonte die Madrider Vizeregierungschefin Soraya Sáenz de Santamaría am Donnerstag. Es gebe ausreichende Mittel, eine solche Abstimmung zu verhindern. „Und die Regierung ist bereit, diese Mittel einzusetzen.“ Der katalanische Regierungschef Artur Mas hatte am Mittwoch die Absicht geäußert, nach den Neuwahlen am 25. November in Katalonien eine Volksabstimmung abhalten zu lassen. Die Abstimmung solle notfalls auch gegen den Willen der spanischen Zentralregierung stattfinden, sagte der nationalistische Politiker. Nach der Verfassung darf allein der Zentralstaat Volksabstimmungen abhalten.

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Mas erhielt Rückendeckung vom katalanischen Regionalparlament. Die Abgeordneten verabschiedeten am Donnerstag in Barcelona eine Resolution mit der Forderung, die Katalanen in der nächsten Legislaturperiode über ihre Zukunft abstimmen zu lassen. Für die Resolution votierten die katalanischen Nationalisten (CiU), die Linksrepublikaner (ERC), die Ökosozialisten (ICV) und kleinere Gruppen. Die konservative Volkspartei (PPC) stimmte dagegen, die Sozialisten (PSC) enthielten sich der Stimme.

Katalonien ist mit seinen 7,6 Millionen Einwohnern die wirtschaftsstärkste Region in Spanien. Die Katalanen kämpfen seit Jahrzehnten für mehr Autonomie. Mas ist der erste katalanische Regierungschef seit dem Ende der Franco-Diktatur in Spanien (1939-1975), der sich offen für die Unabhängigkeit der Region ausgesprochen hat.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

28.09.2012, 01:14 Uhr

Katalanien ist in guter Gesellschaft:

Schottland will weg von Grossbritannien, Flamen und Wallonen wollen Belgien teilen, Südtirol wie auch die Lega-Nord will weg von Italien - und Bayern weg von der BRD.

Alles ändert sich, immerzu. Ein ewiges Streben hin zu noch größerer Gemeinschaft ('Vereinigte Staaten von Europa') wird automatisch ein gegenpoliges inneres Streben nach Regionalität wachsen lassen.

Nuja, wir werden sehen...

Gerald

16.10.2012, 12:01 Uhr

Geschichtlich betrachtet hat Katalonien nach der Hochzeit 1476 Graf Ferdinand (Graf von Barcelona) und Königin Isbela Spanien erst entstehen lassen ... der erste könig Spanien war übrigens deutscher aus dem Haus der Burgunder.
Das Strebe ... trennung von Spanien .... ein ablenkungsmanöver von den Innerpolitischen probleme die Katalonien hat ... Katalonien hat mehr schulden wie Griechenland z.B.... Wenn die Zentralregierung die Korruption in Katalonien aufdecken würde ..... wäre die halbe Generalitad im Gefängnis landen.
Übrigens der FC Barcelona ist nur enstanden weil der Schweizer Joan Gamper kein Fussbal- Verein gefunden hatte in dem er spielen durfte ..... weil er halt Ausländer war... welch eine Ironie...der Stolz von Katalonien.....und deshalb spielt der Verein noch mit den Farben vom FC Basel

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