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27.03.2012

14:52 Uhr

Spanien und Italien

Schuldenländer besorgen sich frisches Geld

Spanien und Italien haben sich mit frischen Milliarden-Summen am Kapitalmarkt eingedeckt. Die Schuldenländer profitieren davon, dass die Nachfrage nach ihren Papieren spürbar gestiegen ist.

Schuldenländer wie Italien und Spanien profitieren davon, dass sich die Nachfrage nach ihren Papieren spürbar belebt hat. dpa

Schuldenländer wie Italien und Spanien profitieren davon, dass sich die Nachfrage nach ihren Papieren spürbar belebt hat.

Madrid/Rom/SeoulDie Euro-Schuldenländer Spanien und Italien haben sich am Kapitalmarkt erneut erfolgreich mit frischem Geld eingedeckt. Das unter Ministerpräsident Mario Monti auf Reformkurs eingeschwenkte Italien besorgte sich am Dienstag bei mehreren Auktionen insgesamt 3,8 Milliarden Euro. Die Nachfrage lag damit am oberen Ende der angestrebten Zielspanne. Eine bis 2014 laufende Anleihe rentierte dabei mit 2,35 Prozent und damit niedriger als Ende Februar mit 3,01 Prozent.

Auch Spanien sammelte am Geldmarkt 2,6 Milliarden Euro ein. Dabei war das Interesse aber nicht mehr ganz so groß wie zuletzt: Die Auktion von Papieren mit dreimonatiger Laufzeit war 3,5-fach überzeichnet und damit etwas niedriger als zuletzt, als die Nachfrage das Angebot um das 4-Fache überstieg. Die Emission sechsmonatiger Schuldtitel war 5,6-fach überzeichnet, das Interesse damit jedoch nur noch rund halb so groß wie zuletzt.

Bei den Durchschnittsrenditen ergab sich ein gemischtes Bild: Der Zins für die sechsmonatigen Papiere Spaniens war mit 0,836 Prozent etwas höher als im Februar, die dreimonatigen Schuldtitel mit 0,381 Prozent hingegen etwas niedriger als zuletzt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat seit Dezember das Finanzsystem mit mehr als einer Billion Euro geflutet und damit für eine Entspannung an den Anleihemärkten gesorgt.

Insbesondere Schuldenländer wie Italien und Spanien profitieren davon, dass sich die Nachfrage nach ihren Papieren spürbar belebt hat. Zuletzt hatte Spanien jedoch bei der EU ein kurzfristig weniger ehrgeiziges Defizit-Ziel durchgesetzt und damit Irritationen ausgelöst. Italiens Regierungschef Monti hatte seinem spanischen Kollegen Mariano Rajoy vorgeworfen, auf dem Weg zur Etatsanierung zurückgefallen zu sein.

Wie Monti nun am Rande des Gipfels über atomare Sicherheit in Seoul mitteilte, haben sich beide Regierungschefs mittlerweile ausgesprochen. Bei der Gelegenheit sei man dem Eindruck entgegengetreten, dass beide Länder nicht mehr an einem Strang zögen. Er habe bei dem Treffen betont, dass er „volles Vertrauen“ in die Anstrengungen der spanischen Wirtschafts- und Haushaltspolitik setze, einen Rückfall in Finanzturbulenzen abzuwenden, erklärte der italienische Regierungschef.

Von

rtr

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