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26.09.2012

01:47 Uhr

Spanien

Zusammenstöße bei Protest gegen Sparmaßnahmen

Bei Protesten gegen das Sparprogramm in Spanien hat die Polizei in Madrid Gummigeschosse und Schlagstöcke eingesetzt – mehrere Menschen wurden verletzt. Die Demonstranten fordern den Sturz der Regierung Rajoy.

Gegen Sparpolitik

Proteste in Madrid eskalieren

Gegen Sparpolitik: Proteste in Madrid eskalieren

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MadridBei Protesten gegen den rigiden Sparkurs der spanischen Regierung ist es am Dienstagabend zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen. Mehr als 1.000 Polizisten hatten das Parlamentsgebäude in Madrid bereits vor der Kundgebung abgeriegelt und gingen mit Schlagstöcken gegen Demonstranten an der Spitze des Marsches vor. Einige der geschätzt 6.000 Teilnehmer der Kundgebung rissen Barrikaden nieder und warfen mit Flaschen und Steinen auf die Beamten. Nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Fernsehens wurden neun Menschen verletzt, darunter ein Polizist. 15 Personen seien festgenommen worden, hieß es.

Unter dem Motto "Occupy Congress" (Besetzt das Parlament) forderten die Demonstranten ein Ende der harten Sparmaßnahmen, mit denen die konservative Regierung unter Ministerpräsident Mariano Rajoy seit neun Monaten versucht, das Haushaltsdefizit unter Kontrolle zu bringen und das Vertrauen der Anleger in das Land wieder herzustellen. "Die einzige Lösung ist, dass wir jeden im Parlament auf die Straße setzen, damit sie wissen, wie es sich anfühlt", sagte eine der Demonstrantinnen, Maria Pilar López.

Die Demonstranten hatten im Vorfeld angekündigt, das Parlamentsgebäude nicht erstürmen zu wollen, sondern lediglich um das Gebäude herum zu marschieren. Absperrgitter und die 1.300 Polizisten rund um das Gebäude versperrten ihnen aber am Dienstagabend den Weg. Die aufgebrachte Menge besetzte daraufhin einen nahe gelegenen Platz und skandierte "Raus mit euch", "Ihr vertretet uns nicht" in Richtung Parlament. Die Organisatoren der Protestaktion erklärten, die Sparmaßnahmen zeigten, dass die regierende Volkspartei den Menschen im vergangenen Jahr falsche Versprechungen gemacht habe, um gewählt zu werden. Auch in Barcelona und Sevilla kam es zu kleineren Demonstrationen mit mehreren hundert Teilnehmern.

Spanien kämpft derzeit gegen die zweite Rezession in drei Jahren und eine Arbeitslosenquote von knapp 25 Prozent. Die Regierung in Madrid hat eine Reihe von Sparmaßnahmen und wirtschaftliche Reformen eingeführt, um das Haushaltsdefizit in diesem Jahr auf 6,3 Prozent und 2013 auf 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu drücken. Im August habe das Defizit bei 50,1 Milliarden Euro oder 4,77 Prozent des BIP gelegen, teilte die Regierung am Dienstag mit. Das Defizit sei "unter Kontrolle", sagte Haushaltsstaatssekretärin Marta Fernández Curras. Es wird erwartet, dass die Regierung bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfs für 2013 am Donnerstag weitere Reformen ankündigt.

Die Sorge über die Finanzlage in Spanien machte sich am Dienstag auch durch ein Ansteigen der Renditen auf spanische Staatsanleihen bemerkbar. Bei einer Auktion lag der durchschnittliche Zinssatz für Papiere mit einer Laufzeit von drei Monaten bei 1,2 Prozent. Bei einer ähnlichen Auktion im August lag der Wert noch bei 0,95 Prozent. Um Papiere mit einer Laufzeit von sechs Monaten am Markt zu platzieren, musste das spanische Finanzministerium 2,21 Prozent Zinsen zahlen. Im August lag der Wert bei 2,03 Prozent.

Kommentare (11)

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26.09.2012, 05:51 Uhr

Wir, die Bevölkerung, sind das Land. Wohin Sparmassnahmen in der Krise frühen, zeigt uns die Gesichte der Weimarer Republik.

Zuerst müssen wir der Korruption ein Ende setzen, dann einen europaweiten Schuldenschnitt und grundlegende Reformen durchsetzen. Es kann nicht sein, dass die Bürger allein die Zeche zahlen müssen. Wenn jemand den Verlust tragen kann, dann die Investoren.

Machen wir den Schuldenschnitt nicht, werden nicht nur wir, sonder auch unsere Wirtschaft nachhaltig leiden.

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26.09.2012, 08:09 Uhr

Hmm... ich habe immer recht sparsam gelebt. Andere hingegen haben sich verschuldet und in Saus und Braus gelebt. Bei einem Schuldenschnitt werde ich für mein zurückhaltendes Leben bestraft, die Schuldner belohnt. Dabei sind doch die Schuldner Schuld an Ihrer Misere!!!

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26.09.2012, 08:21 Uhr

Das "Friedensprojekt EURO" entfaltet seine Wirkung, "Spanien ist auf einem guten Weg".

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