Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.07.2012

20:13 Uhr

Spaniens Außenminister

EZB ist eine „Untergrundbank“

Mit harten Worten kritisiert Spaniens Außenminister das Vorgehen der Europäischen Zentralbank. Diese sei eine „Untergrundbank“. Europa brauche eine viel stärkere Bank. Die Situation für Spanien sei „unhaltbar“.

Jose Manuel Garcia Margallo, rechts, neben seinem französischen Amtskollegen. AFP

Jose Manuel Garcia Margallo, rechts, neben seinem französischen Amtskollegen.

Palma de MallorcaDer spanische Außenminister José Manuel García Margallo hat das Vorgehen der Europäischen Zentralbank (EZB) in der Schuldenkrise mit harten Worten kritisiert. Die EZB sei eine „Untergrundbank“, die nichts unternehme, um das Schulden-Feuer zu löschen, sagte der Minister am Freitag in Palma de Mallorca bei einem Treffen von elf EU-Außenministern. Europa braucht seiner Ansicht nach eine viel stärkere Bank als die EZB.

Europäische Zentralbank: Mersch ist auf dem Sprung ins EZB-Direktorium

Europäische Zentralbank

Mersch kurz vor Sprung ins EZB-Direktorium

Der EZB-Rat hat keine Einwände gegen Yves Mersch als einen der EZB-Direktoren.

García Margallo warnte, dass die Europäische Union nicht mehr lange weiterbestehen könne, wenn es Länder wie Deutschland gebe, wo die Staatsanleihen praktisch kostenlos seien, während andere Länder enorme Risikoaufschläge bezahlen müssten. Es sei unannehmbar, dass Länder wie Spanien und Italien, die sich wirklich bemühten, ihre Haushalte in Ordnung zu bringen und von den Bürgern wichtige Opfer verlangten, von „ungebremsten Spekulanten“ bestraft würden. Die EU brauche einen „Deich, der die Spekulation eindämmen kann“. Dieser Deich sollte die EZB sein oder ein künftiger Rettungsmechanismus, der eine Schwäche des Euro verhindern solle. Das derzeitige Niveau der Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen ist nach Auffassung von García Margallo „nicht tragbar“. Die Situation sei für Spanien „unhaltbar“.

Von

dpa

Kommentare (54)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

20.07.2012, 20:45 Uhr

Wie beurteilt der Herr Minister denn die deutsche Situation - auch "unhaltbar" ? Wahrscheinlich nicht.

Scratchpatch

20.07.2012, 20:50 Uhr

Der nächste Gipfel wird wohl auch nicht pünktlich enden. Die Euro-Staaten dividieren sich immer weiter auseinander, in den Interessen und in den Lösungsansätzen, wobei beides natürlich zusammenhängt.
Spanien hält seine Situation für "untragbar", was wohl übersetzt heißt, dass jetzt gefälligst andere die Kosten übernehmen sollen.
Gleichzeitig sinkt die Unterstützung in den Geberländern für die nie endenden Rettungspakete.
Da gab es doch mal eine Schätzung von "Capital", dass Spanien 496 Milliarden bräuchte, um seinen Finanzbedarf bis 2014 zu decken und dass damit der EFSF oder ESM aufgefüllt werden müsste.
Wobei das ja wohl nicht das Ende ist, denn die italienischen Zinsen sind ja nicht viel besser.
Und nun?
Wird die EZB am Ende doch Geld drucken?
Rette sich, wer kann.

Thomas-Melber-Stuttgart

20.07.2012, 20:50 Uhr

Sicher meint Herr Garcia, daß Deutschland die gesparten Zinsen in einen gemeinsamen Topf einzahlen sollte.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×