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03.10.2011

01:32 Uhr

Spannungen mit Pakistan

Afghanistan schüttet Öl ins Feuer

Zwischen Pakistan und Afghanistan gärt die Stimmung es bereits seit langem. Ein Ermittlungsergebnis im Zusammenhang mit dem Tod des früheren afghanischen Präsidenten Burhanuddin Rabbani führt zu neuen Vorwürfen.

Afghanen bei einer Anti-Pakistan-Demonstration am 2. Oktober in Kabul. dpa

Afghanen bei einer Anti-Pakistan-Demonstration am 2. Oktober in Kabul.

KabulDer frühere afghanische Präsident Burhanuddin Rabbani ist nach Einschätzung der Regierung in Kabul von einem pakistanischen Selbstmordattentäter getötet worden. Dafür lägen Beweise und das Geständnis eines in den Anschlag verwickelten Mannes vor, erklärte der Präsidentenpalast am Sonntag. Der Plan sei im pakistanischen Quetta geschmiedet worden. Die Taliban hatten sich zuvor zu dem Anschlag bekannt.

Die Spannungen zwischen beiden Ländern waren zuletzt deutlich angestiegen. Afghanische Behördenvertreter hatten Pakistan und seinem mächtigen Geheimdienst ISI vorgeworfen, hinter dem Anschlag vom 20. September zu stecken und das Land destabilisieren zu wollen.

Hunderte Afghanen demonstrierten am Sonntag in Kabul gegen Angriffe auf Grenzstädte durch das pakistanische Militär. Die Protestler warfen Pakistan zudem vor, die Bemühungen Rabbanis untergraben zu haben, den zehn Jahre andauernden Krieg zu beenden.

Rabbani war zuletzt Chef des sogenannten Friedensrates. In dieser Funktion sollte er versuchen, den jahrelangen Konflikt am Hindukusch mit politischen Mitteln zu lösen. Zu seinen Aufgaben zählte vor allem, die Aussöhnung mit den radikalen Taliban voranzubringen. Viele Afghanen werfen Pakistan und dem ISI die Unterstützung Aufständischer zur Durchsetzung von Interessen vor. Die Regierung in Islamabad weist die Vorwürfe zurück.

Von

rtr

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