Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.10.2014

07:30 Uhr

Spannungen

Schusswechsel an innerkoreanischer Grenze

Süd- und nordkoreanische Soldaten haben sich nach südkoreanischen Angaben an der schwer gesicherten Grenze zwischen den beiden Staaten einen kurzen Feuerwechsel geliefert. Der Auslöser für die Eskalation ist noch unklar.

Zwischen dem nord- und südkoreanischen Militär soll es an der innerkoreanischen Grenze zu Spannungen gekommen sein. dpa

Zwischen dem nord- und südkoreanischen Militär soll es an der innerkoreanischen Grenze zu Spannungen gekommen sein.

SeoulAn der innerkoreanischen Grenze ist es am Dienstag zu einem Schusswechsel zwischen Marinebooten beider Seiten gekommen. Nach südkoreanischen Angaben feuerte ein Boot der Küstenwache Warnschüsse ab, nachdem ein Patrouillenboot des kommunistischen Nordkoreas die Seegrenze zwischen beiden Staaten überquert hatte. Das nordkoreanische Schiff habe zurückgeschossen, bevor es sich auf nordkoreanisches Gebiet zurückgezogen habe. Verletzte habe es bei dem Zwischenfall nicht gegeben. Es war der letzte einer Reihe von Zwischenfällen entlang der Grenze nahe der Insel Yeonpyeong. Die Insel war 2010 von Nordkorea bombardiert worden. Damals starben vier Menschen.

Nordkorea und seine Rakete

Was deutet auf einen bevorstehenden Test hin?

Das südkoreanische Verteidigungsministerium hat Geheimdienstberichte bestätigt, wonach Nordkorea mindestens eine Mittelstreckenrakete mit dem Zug an die Ostküste des Landes transportiert habe. Die Rakete wurde demnach bereits auf eine mobile Abschussvorrichtung montiert. Südkoreanische Medien berichteten, dass zwei Raketen an die Küste gebracht wurden.

Um was für Raketen handelt es sich?

Dazu äußerte sich das südkoreanische Verteidigungsministerium nicht genau. Es sprach lediglich von einer Mittelstreckenrakete mit "erheblicher Reichweite". Südkoreanische Medien berichteten unter Berufung auf Militär- und Regierungsvertreter, es handele sich um Raketen des Typs Mudusan.

Was ist über die Mudusan-Rakete bekannt?

Dieser Raketentyp wurde erstmals im Oktober 2010 bei einer Militärparade in Pjöngjang präsentiert. Die Sicherheitsberatungsfirma IHS Jane's ist der Ansicht, dass es sich um eine Mittelstreckenrakete mit einem einzelnen Sprengkopf handelt, die auf der Straße transportiert werden kann und mit flüssigem Treibstoff betrieben wird. Sie basiere auf der russischen R-27 und nutze auch Technik von Raketen des Typs Scud.

Welche Reichweite und Tragfähigkeit hat die Rakete?

Den Sicherheitsexperten zufolge kann die Rakete 2500 bis 4000 Kilometer weit fliegen. Damit könnte sie von Nordkorea aus mindestens Südkorea und Japan erreichen, möglicherweise aber auch US-Militärstützpunkte auf der Pazifikinsel Guam.

Kann die Rakete Nuklearsprengköpfe transportieren?

Das ist theoretisch möglich. Die meisten Experten sind allerdings der Ansicht, dass Nordkorea bislang nicht über die nötige Technologie verfügt, um Nuklearsprengköpfe auf Raketen zu montieren.

Gibt es Experten, die diesen Beschreibungen widersprechen?

Ja, und zwar zwei deutsche Experten. Markus Schiller und Robert Schmucker aus München sind der Ansicht, dass es die Mudusan-Rakete gar nicht gibt. Das im Oktober 2012 vorgeführte Modell sei lediglich eine Attrappe gewesen. Zwar sei ein Raketentest durchaus vorstellbar, meinen die beiden Experten. Doch dann würde höchstwahrscheinlich ein ausländisches Modell verwendet und kein in Nordkorea hergestelltes.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×