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14.09.2012

09:03 Uhr

Sparauflagen

Griechenland könnte mehr Zeit bekommen

Um die Spar- und Reformauflagen zu erfüllen, könnte Griechenland mehr Zeit bekommen. Doch mehr Geld soll es nicht geben. Momentan kommen die Euro-Finanzminister zusammen und beraten über das weitere Vorgehen.

Der Parthenon auf der Akropolis. dpa

Der Parthenon auf der Akropolis.

Nikosia Unter den Euro-Ländern zeichnet sich die Bereitschaft ab, Griechenland mehr Zeit zur Umsetzung seiner Spar- und Reformauflagen zu geben. Die griechische Regierung habe „sehr ambitioniert jetzt ein Budget vorgelegt“, sagte Österreichs Finanzministerin Maria Fekter am Freitag in Zyperns Hauptstadt Nikosia vor einem Treffen der Eurogruppe. "Und wir werden den Griechen die Zeit geben, die sie dafür brauchen, mehr Geld wird es wahrscheinlich nicht geben."

Auch der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager zeigte sich zu einem Aufschub bereit, falls die Finanzprobleme des Landes durch die schlechte Wirtschaftslage „schlimmer als erwartet“ seien. „Es könnte mehr Zeit geben, aber nicht mehr Geld“, sagte de Jager in Nikosia. „Aber es könnte nicht mehr Zeit für die Verschleppung von Maßnahmen geben, denn es ist im Interesse von Griechenland und der Griechen, dass die Reformen weitergehen.“

Derweil kämpfte Regierungschef Antonis Samaras um zusätzliche Einsparungen, um Forderungen der Gläubiger-Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) zu erfüllen. Griechenland soll ein Sparpaket im Umfang von 11,5 Milliarden Euro vorlegen, damit weitere 31 Milliarden Euro aus dem insgesamt 130 Milliarden Euro schweren zweiten Rettungspaket freigegeben werden.

Die Troika-Experten präsentieren bei dem Treffen der Eurogruppe einen ersten Bericht zur Finanzlage Griechenlands und den Reformfortschritten der Regierung in Athen. Die endgültige Beurteilung soll aber erst im Oktober vorliegen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wollte sich daher nicht zu einem möglichen Aufschub für Griechenland äußern. „Wir haben immer gesagt, wenn der Troika-Bericht vorliegt - wir werden heute einen Zwischenstand bekommen - werden wir gemeinsam die notwendigen Konsequenzen diskutieren und entscheiden“, sagte Schäuble.

Von

afp

Kommentare (11)

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Oh_mein_Gott

14.09.2012, 09:27 Uhr

"Unter den Euro-Ländern zeichnet sich die Bereitschaft ab, Griechenland mehr Zeit zur Umsetzung seiner Spar- und Reformauflagen zu geben."

Gerade noch der Artikel, dass Schäuble der spanischen Bankenhilfe eine Abfuhr erteilt. Den Griechen mehr Zeit zu geben, hatten Schäuble und Merkel auch mal abgelehnt. Versprochen - gebrochen!
Dieses Schmierenteather ist kaum noch zu ertragen.

rutherford

14.09.2012, 09:36 Uhr

Warum wird in den Mainstreammedien überhaupt noch über Sparauflagen etc. gelogen? In Griechenland, Spanien, Italien etc. laufen die Notenpressen Tag und Nacht dank ELA. Diese Geldmenge wird letztendlich bei der Bundesbank als Target2 abgeladen. Geldentwertung im Sauseschritt. Einen herzlichen Dank nach Berlin und Brüssel.

piccolo

14.09.2012, 09:53 Uhr

Was regen Sie sich so auf...Diese Geldentwertung "im Sauseschritt" hat schon 1984 mit der Loslösung an den Goldpreis begonnen. "Aktuellere" Warenkörbe vernebeln das Schlimmste an der Inflation, einzig die Verdoppelung vieler Einkaufspreise seit dem EUR war schmerzhaft. Was seit 2003 getan wird, ist nur weiter Luft hineinpumpen. Jene Luft, die den "kleinen Leuten" zum Leben genommen wird.

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