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15.02.2012

02:36 Uhr

Sparprogramm

Athen kurz vor letzten Sparentscheiden

Die griechische Führung will sich heute mit IWF-Inspektoren treffen, und danach entscheiden wie die 325 Millionen Euro eingespart werden sollen, die der europäische Sparplan fordert.

Finanzminister Evangelos Venizelos und Ministerpräsident Lucas Papademos. AFP

Finanzminister Evangelos Venizelos und Ministerpräsident Lucas Papademos.

AthenDas griechische Kabinett unter Leitung von Ministerpräsident Lukas Papademos will am heutigen Mittwoch über Möglichkeiten zur Einsparung von weiteren 325 Millionen Euro entscheiden. Dies verlautete am Dienstagabend aus Regierungskreisen in Athen.

Davor seien noch Gespräche mit Inspektoren der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF) geplant, sagte ein Gewährsmann. Regierungssprecher Pantelis Kapsis hatte zuvor erklärt, die weiteren 325 Millionen Euro sollten durch Einschnitte bei Ministerien eingespart werden.

Unterlagen fehlen: Finanzminister sagen Griechenland-Treffen ab

Unterlagen fehlen

Finanzminister sagen Griechenland-Treffen ab

Das für Mittwoch erwartete Treffen der Euro-Finanzminister findet nicht statt.

Die EU erwartet von den Vorsitzenden der beiden großen Parteien, Sozialisten und Konservativen, außerdem die Zusicherung, dass sie die zugesagten Kürzungen und Reformen auch nach der für April erwarteten Parlamentswahl umsetzen werden.

Entsprechende Schreiben sollten bis zum Vormittag vorliegen, sagte der Gewährsmann. Ein ursprünglich für Mittwoch vorgesehenes Treffen der Finanzminister der Eurogruppe war wegen der noch offenen Fragen am Dienstagabend abgesagt worden. Die Minister wollen nun in einer Telefonkonferenz beraten.

Athens Agenda

Gesundheit

Um fast 1,1 Milliarden Euro sollen die Arzneimittelausgaben staatlicher Kliniken beschnitten werden, weitere 50 Millionen bei den Überstunden der Ärzte eingespart werden.

Militär

Im Militäretat sind Kürzungen von 600 Millionen geplant.

Renten

Sie werden um bis zu 15 Prozent gekürzt.

Stellenabbau

Bis 2015 sollen 150.000 Stellen im Staatsdienst gestrichen werden. Überflüssige Behörden werden aufgelöst.

Löhne

Der Mindestlohn von 751 Euro wird um 22 Prozent, für bis zu 25-Jährige sogar um 32 Prozent gesenkt. 17 sogenannte geschlossene Berufe vom Fremdenführer bis zum Optiker sollen dereguliert werden.

Steuereinnahmen

Von einem vereinfachten Steuersystem verspricht man sich Erfolge im Kampf gegen Steuerhinterziehung.

Von

dapd

Kommentare (8)

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Radiputz

15.02.2012, 03:38 Uhr

"Zusicherung, dass die zugesagten Kürzungen und Reformen...". Wie kann eine sich im Amt befindlche Regierung zusichern, dass eine neue demokratisch gewählte Nachfolgeregierung, möglicherweise mit kommunistischen Regierungsmtgliedern dazu verdonnert wird, eine bestimmte Poltik zu verabfolgen? Abenteuerlich.

Manilensis

15.02.2012, 06:22 Uhr

Genauso abenteuerlich wie die gesamte Rettungsaktion - paßt doch in's Bild. Die Rettungspolitiker sind mit ihrem Latein am Ende, anders läßt sich solcher Blödsinn nicht erklären.

Account gelöscht!

15.02.2012, 06:24 Uhr

O Gott, ist doch (fast) jedem klar, daß die kommende Regierung der EU eine lange Nase ziehen wird, d.h. weiteres Geld her für das bankrotte Griechenland, aber etwas Versprochenes einhalten? Nein Danke! Der dumme deutsche Michel zahlt und zahlt weiter bis zum St. Nimmerleinstag - ist "alternativlos" mal wieder anscheinend. Schildbürger haben das Sagen. Und die Goldmänner wie Draghi und Konsorten lachen sich ins Fäustchen und schicken den Euro auf Talfahrt per Inflation.
Wer den Griechen traut, der ist doch verrückt. Wir werden doch von diesen Griechen nur belogen und beschissen.
Ganz hart mal gesagt: Was würde es denn uns ausmachen, wenn die Griechen rausfliegen aus dem Euro? Sind doch nicht zuständig für deren Lebensqualität, deren Renten und Pensionen oder deren Krankenversicherung. Die Griechen haben viel zu lange sehr gut gelebt auf unsere Kosten, und das muss nun endlich ein Ende haben.

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