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12.11.2012

18:21 Uhr

Sparziele

Aufschub für Griechenland wird teuer

Ein Spar-Aufschub für Athen würde dem irischem Finanzminister zufolge 32 Milliarden Euro kosten. Die Troika will den Hellenen zwei Jahre mehr geben, um die Ziele zu erreichen. So soll die Belastung abgefedert werden.

Die Eurogruppe sucht nach einer Lösung zur Griechenland-Rettung. dpa

Die Eurogruppe sucht nach einer Lösung zur Griechenland-Rettung.

BrüsselBei der Griechenland-Rettung sind die Euro-Krisenmanager am Montag auf die Zielgerade eingebogen: Nachdem die Hellenen in der Nacht zuvor ihren Sparhaushalt beschlossen haben, bescheinigte ihnen die Troika in ihrem lange erwarteten Zeugnis „substanzielle Fortschritte“. Um die Wirtschaft nicht endgültig abzuschnüren, schlagen die internationalen Schuldenkontrolleure einen Aufschub der Sparziele von zwei Jahren vor. Die Kosten dafür bezifferte Irlands Finanzminister Michael Noonan am Rande des Eurogruppentreffens auf „31 oder 32 Milliarden Euro“.

Wie die Lücke geschlossen und wie Athen in absehbarer Zeit wieder schuldentragfähig werden soll, darüber wurde in Brüssel noch heftig gerungen. Frankreichs Ressortchef forderte eine Lösung noch in der Nacht. Sein deutscher Kollege Wolfgang Schäuble (CDU) forderte dagegen „Gründlichkeit“ und erwartete noch keinen definitiven Beschluss für die Freigabe der nächsten Notkredittranche von 31,5 Milliarden Euro. Denn dafür müsste erst der Bundestag grünes Licht geben. Rückendeckung erhielt Schäuble von Christine Lagarde, der Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF): Sie mahnte, nach den Fehlversuchen der Vergangenheit sei nun keine „schnelle Lösung“, sondern „eine echte Lösung“ notwendig.

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Bislang war vorgesehen, dass Athen bis 2014 wieder ein Primärüberschuss von 4,5 Prozent (das ist das Haushaltssaldo ohne Schuldendienst) erreicht und damit genug Geld hat, um seine Rechnung wieder selbst bezahlen zu können. Nun empfiehlt die Troika aus Europäischer Zentralbank (EZB), IWF und EU-Kommission, den Griechen bis 2016 Zeit einzuräumen. Das sei notwendig, um auf die tiefere Rezession zu reagieren, heißt es im Entwurf für eine entsprechende Verabredung, der der Nachrichtenagentur dapd vorliegt.

Für eine Beibehaltung des Ziels hätten die Hellenen ansonsten zusätzliche Einsparungen von neun Milliarden Euro in den kommenden zwei Jahren aufbringen müssen - neben den gerade beschlossenen 13,5 Milliarden Euro. „Der Aufschub wird die Belastung für die Wirtschaft abfedern“, schreiben die Troika-Experten in ihrem Bericht. Das werde aber die Glaubwürdigkeit des Programms nicht beschädigen, sondern im Gegenteil einen nachhaltigen Haushalt ermöglichen. Der Primärüberschuss von 4,5 Prozent müsste demnach in vier Schritten bis 2016 erreicht werden. Im selben Jahr soll das Gesamtdefizit dann erstmals unter drei Prozent fallen.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

12.11.2012, 19:05 Uhr

Lügen, Lügen, Lügen.
Die griechischen Beamten/Verwaltung werden doch nicht den Ast (mit bequemer "Hangematte") absägen, auf dem sie sitzen respektive, in der sie liegen.
Die werden alle (womöglich sogar ernsthaft erwogenen) Restrukturierungsanstrengungen ihres Ministerpräsidenten torpedieren und aussitzen. Und in 2 Jahren geht das Spiel von vorne los. Mehr kann man Trickbetrügern und Fälschern und den struntsdoofen "Rettungseuropäern" (!)nicht erwarten.

Account gelöscht!

12.11.2012, 19:24 Uhr


@shoto

yes sire, Grobfahrlaessiges (strafbar) Handeln setzt zielgerichtetes Handeln/Wissen/Denken voraus, dies ist nur bei EU Auguren und Co. juristisch kaum sauber nachzuweisen. Die stellen sich blöd und dann ?

Ludwig500

12.11.2012, 19:29 Uhr

Ich möchte nicht wissen, wer sich alles mit dem geschenkten, ähh, geliehenem Geld, saniert. Die Banken dürften ein sicherer Tipp sein. Dann kommen gute Freunde der Politik, dann kommen einflussreiche Unternehmer, und dann die zweitbesten Freunde, die man auf sinnlosen Posten versorgt hat. Alles in allen haber ich das Gefühl, dass von jeder an Griechenland vergebenen Milliarde 2/3 postwendend auf Konten in Steuerparadiesen abbiegen und sich dort von der langen Reise dauerhaft erholen.

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