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08.04.2012

15:15 Uhr

Sparzwang

Großbritannien leidet unter Wasserknappheit

Südengland ächzt unter dem Wassermangel. In vielen Regionen haben die Behörden ein striktes Wasserschlauch-Verbot erlassen, in London wurden die Brunnenanlagen abgeschaltet. Doch auch die Infrastruktur spielt eine Rolle.

Die Dürre macht Großbritannien derzeit zu schaffen. Reuters

Die Dürre macht Großbritannien derzeit zu schaffen.

LondonWer ein verantwortungsbewusster Bürger ist, der fährt mit einem dreckigen Auto herum. Das jedenfalls wird den Londonern derzeit per Plakat eingetrichtert. Wasser muss gespart werden, und dabei ist jede Methode recht. Das sogenannte Gartenschlauch-Verbot heißt Verzicht: auf Autowaschen, auf den englischen Rasen, und nun auch noch auf Wasserspiele berühmter Londoner Brunnen - wie auf dem Trafalgar Square zum Beispiel. Wer seinen Nachbarn mit dem Gartenschlauch beobachtet, der soll diesen sogar verpetzen. Strafen von bis zu 1000 Pfund (rund 1200 Euro) drohen.

Um das Klischee vom englischen Dauerregen ist es schlecht bestellt: Im Süden und Osten Englands ist es stellenweise so trocken wie seit Jahrzehnten nicht. Der Grundwasserspiegel ist unten, Flüsse und Seen haben extrem niedrige Pegelstände oder sind sogar komplett ausgetrocknet. Ein trockener Winter und ein milder Frühling haben die Reserven teilweise versiegen lassen.

Nach wochenlangen Drohungen wurde es vergangene Woche ernst. Das gefürchtete und heiß diskutierte Gartenschlauch-Verbot (hosepipe-ban) trat in Kraft. Auch Sprinkleranlagen oder Autowaschen mit dem Schlauch sind jetzt in manchen Gegenden verboten. Das gilt bislang für ein Gebiet, in dem etwa 20 Millionen Briten wohnen. Der Wasserverbrauch soll um bis zu zehn Prozent gesenkt werden. Bleibt das Wetter gut, müssen auch andere Regionen um ihre Gärten fürchten.

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Erbarmungslos brennt in Spanien derzeit die Sonne vom Himmel: Brunnen und Quellen sind versiegt, die Wasserpegel in den Stauseen haben Tiefstwerte erreicht, Gräser und Büsche sind verdorrt, in den Wäldern herrscht Brandgefahr. Auf den Golfplätzen scheint es aber Wasser im Überfluss zu geben.

Doch natürlich hat das Ganze eine ernste Seite. So gibt es zum einen viel Verwirrung darüber, was nun erlaubt ist und was nicht. Dürfen Tiere gebadet und Wassertränken mit dem Schlauch gefüllt werden, fragt etwa eine Gänse-Halterin auf einer eigens vom Sender BBC eingerichteten Internetseite. Ein Golfclub beklagt, dass ihm die Mitglieder davonlaufen und er pleitegehen könnte. Eine schwangere Frau muss ihrem Garten beim Vertrocknen zuschauen, weil sie keine schweren Gießkannen und Eimer tragen kann.

Der eigentliche Grund für die Knappheit sei ohnehin die Tatsache, dass jährlich wahre Massen von Wasser aus dem maroden Leitungssystem etwa in London versickern, meinen Kritiker. So verliert der Anbieter Thames Water bis zu 26 Prozent des Trinkwassers durch Lecks in Leitungen, wie eine Untersuchung der staatlichen Aufsichtsbehörde Ofwat ergeben hat.

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Mit mehr Bedienkomfort und sparsameren Geräten wollen die Haushaltsgerätehersteller das umkämpfte Geschäft mit Geschirrspülmaschinen forcieren. Der Hintergrund: Während etwa der Markt für Waschmaschinen gesättigt ist, gibt es bei den Spülmaschinen noch Nachholbedarf.

Touristen jedenfalls, die ein Foto vor dem Brunnen am Trafalgar Square wollen, müssen auf Regen hoffen. Die Wasserspar-Regeln könnten mindestens bis zum Herbst gelten, falls sich nicht doch irgendwann der Himmel über Großbritannien wieder öffnet.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

08.04.2012, 19:49 Uhr


..ginge es um Mohammedkarikaturen, koennten wir hier uns trefflich auslassen, sind ja nur Moslems betroffen. Und die Jungs haben unsere Pressefreiheit zu respektieren.

Tja, die Wasserproblematik, ich wuerde Wasser als grosses zukünftiges Kapital nie "verprivatisieren", siehe England und seine Missstaende. Ist eigentlich bekannt, dass EON-Bayern ueber die Hintertuer versucht in den Besitz grosser unteriridscher Wasserspeicher zu kommen ?. Z.B im fraenk. Jura etc.
Da gilt es einigen rechtzeitig auf die politschen Stinke-Lobby-Finger zu kloppen, und zwar bevor die "Freunde der Amigos" zuschlagen ( zahlen ).
Die Wasserproblematik führt vmtl. bald in der Oelregion zu einem Konflikt, Oel gegen Wasser, wär doch ein Deal.

Schlesier

09.04.2012, 10:02 Uhr

Hallo Thorstenmor
da kann ich Dir nur zustimmen. Als der Polnische Politiker Kaczynski die Frau Merkel als Nazis mit anderen Polen beschimpften ,oder die Griechen .---Sowas muß man als Deutscher hinnehmen , aber kritisieren als Deutscher darf man nicht ,auch wenn man im Recht ist. --Aber Kinder möchte der Deutsche Staat haben,damit unsere Kinder als Nazis beschimpft werden können.

Account gelöscht!

10.04.2012, 09:54 Uhr

UN-AGENDA 21.
Es gibt KEINE Wasserknappheit!
DDRv2.de

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