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18.02.2012

09:41 Uhr

SPD-Finanzexperte

Macht Platz für Peer

VonNils Rüdel

Er ist „einfacher Bundestagsabgeordneter“ mit internationalem Renommee: In Harvard erklärt der mögliche SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück die Euro-Krisenpolitik. Und er lässt keinen Zweifel: Er könnte es besser. 

Wenn er redet, hören die Entscheider zu: SPD-Mann Peer Steinbrück wirbt für sich und seine Ideen. Reuters

Wenn er redet, hören die Entscheider zu: SPD-Mann Peer Steinbrück wirbt für sich und seine Ideen.

CambridgeEr ist immer noch gefragt. Seit mehr als zwei Jahren ist Peer Steinbrück nicht mehr Deutschlands Finanzminister, aber wenn er in die USA reist, da hören ihm alle zu. US-Finanzminister Timothy Geithner, IWF-Chefin Christine Lagarde, Weltbank-Präsident Robert Zoellick, hunderte Besucher auf seinen Vorträgen. In Europa wütet die Euro-Krise, und alle wollen wissen, was der SPD-Politiker dazu zu sagen hat. Schließlich war er eine Schlüsselfigur in der Abwehr der großen Finanzkrise 2008/2009, mit Krisen kennt er sich also aus.

Und so kann Steinbrück auch an diesem Freitag an der Elite-Uni Harvard zeigen, was er drauf hat. In fließendem Englisch und ohne Manuskript erklärt er locker in fünf Minuten die Euro-Krise, die nach seinem Mantra natürlich gar keine Euro-Krise ist. Es sei vielmehr eine „Refinanzierungs-Krise einzelner Staaten aus unterschiedlichen Gründen“: In Griechenland seien es die hohen Schulden, in Spanien die Immobilienblase. Portugal habe ein Wettbewerbsproblem, und in Irland hätten sich die Banken übernommen („crazy“).

Für Steinbrück ist das heute ein angenehmer Termin. Er ist einer der Hauptredner einer Konferenz zum Thema „The German Angst of Leadership“, die deutsche Furcht also, Führung zu übernehmen. Steinbrücks Vortrag heißt „Die Rolle Deutschlands in der Euro-Krise“ - aber es geht hier auch um die Rolle Steinbrücks in der Euro-Krise. Wie würde er die Sache anpacken?

Im Moment ist der SPD-Politiker offiziell nur einfacher Bundestagsabgeordneter, aber dabei soll es nicht bleiben. Vielleicht wird er ja 2013 Kanzlerkandidat. Oder gar Kanzler. Für Steinbrück also gibt es keine Führungs-Angst: Er würde, so wirkt es, lieber heute als morgen wieder zupacken. Macht Platz für Peer. 

So wie damals im Herbst 2008, als er als Finanzminister mit Kanzlerin Angela Merkel den verunsicherten Deutschen ihre Spareinlagen garantierte und so einen möglichen Sturm auf die Banken verhinderte. „Das hat gewirkt“, erinnert Steinbrück das Publikum. Genauso hätten es „Merkozy“ (er benutzt das Wort tatsächlich) und andere EU-Politiker nun auch zu Beginn der Euro-Krise machen sollen. „Hätten sie gemeinsam vor der Presse gesagt, wir garantieren für griechische Staatsanleihen, wäre das ein starkes Signal gewesen“, sagt Steinbrück.

Kommentare (93)

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Account gelöscht!

18.02.2012, 09:57 Uhr

Peer Steinbrück: "Deutschland muss für alles garantieren und seinen Wohlstand in die ganze Welt transferieren.": großer Beifall der US Bankerkaste.

Gott ist mir schlecht, und ich fand den Mann mal kompetent. *facepalm*

Klausi

18.02.2012, 10:01 Uhr

Ich sage nur EUROBONDS.
Wäre Steinbrück Kanzler gewesen, hätten wir jetzt eine Schuldenunion und Griechenland hätte keine Probleme. Alles wäre gut, oder?

Rapid

18.02.2012, 10:06 Uhr

Peers übliche großmäulige Einlassungen, die man inzwischen zur Genüge kennt, nichts Neues unter der Sonne. Aber offenbar gibt es immer noch zahlreich vorhandene Sonnenanbeter, die das Bedürfnis haben sich den Strahlen dieser "Sonne",die in Wirklichkeit ein "schwarzes Loch" ist
auzusetzen. Na, wem´s Spaß macht und genügend Zeit hat dieselbige zu verschwenden, kann sich den Sermon ja anhören.
Unterhaltungswert scheint gegeben zu sein.

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