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23.04.2013

20:03 Uhr

Spekulative Verträge

Portugals Haushalt droht Drei-Milliarden-Euro-Loch

Hochspekulative Verträge bei öffentlichen Verkehrsunternehmen könnten ein neues Milliardenloch in Portugals Haushalt reißen. Das würde den Schuldenabbau für das europäische Krisenland noch schwieriger machen.

Spekulative Verträge bei öffentlichen Verkehrsunternehmen drohen, ein neues Milliardenloch in Portugals Haushalt zu reißen. Reuters

Spekulative Verträge bei öffentlichen Verkehrsunternehmen drohen, ein neues Milliardenloch in Portugals Haushalt zu reißen.

LissabonIn Portugal hat die Regierung bei öffentlichen Verkehrsunternehmen „hochspekulative“ Verträge entdeckt, die ein neues Loch in den Haushalt des ohnehin klammen Staates reißen könnten. Die Verträge könnten zu einem Verlust von „drei Milliarden Euro“ führen, erklärte das Finanzministerium in Lissabon am Dienstag. Der von Brüssel verordnete Schuldenabbau könnte für das Land, das seit zwei Jahren auf die Unterstützung der Europartner angewiesen ist, damit noch schwieriger werden.

Betroffen sind laut Medienberichten die Metro-Betreiber aus Lissabon und Porto sowie das Eisenbahnnetz Refer. Die Zeitung „Publico“ berichtete, die eigentlich zur Absicherung gegen Zinsschwankungen gedachten Finanzpapiere hätten die Zinsen für die öffentlichen Unternehmen um 20 Prozent in die Höhe getrieben. Nach eigenen Angaben bemüht sich die Regierung schon seit zwei Monaten in Verhandlungen mit den Banken, die Verluste für den Staat zu minimieren. Bis Ende der Woche sollten die Ergebnisse bekanntgegeben werden.

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Das Ministerium betonte, die „problematischen Verträge“ datierten aus der Zeit der alten Regierung. Medienberichten zufolge wurden die beiden damals für die Fehlspekulationen verantwortlichen Manager aber von der neuen Regierung zu Staatssekretären ernannt, als sie im Mai 2011 antrat. Im Zuge einer Regierungsumbildung am Montag verloren sie ihre Posten aber wieder. Die oppositionellen Sozialisten verlangen, dass Finanzminister Vitor Gaspar vor dem Parlament zu der Affäre Stellung bezieht.

Von

afp

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

23.04.2013, 20:43 Uhr

Es hat sich viel gaendert seit dem Euro und der EU. Damals, als wir noch die DM hatten, haette ich distanziert gedacht, das arme Portugal. Heute denke ich, werden wir auch dafuer wieder aufkommen muessen? Ich bin mir fast sicher, weil ja mittlerweile fuer unsere Regierung alles systemrelevant zu sein scheint ... bis auf den deutschen Buerger selbst.

Harald

23.04.2013, 20:44 Uhr

Ich kann die Lügen bald nicht mehr hören! Wie lange soll das noch so gehen? Wieso erkennen die meisten Bürger denn nicht was da passiert und fangen an zu protestieren? Wegen jedem Ausländerhasser marschieren die Gewerkschaften auf, aber wenn es um das eigene Volk geht, dann schweigen sie! Ich verstehs nicht mehr!

am003

23.04.2013, 20:47 Uhr

Ich denke, da ist nur ein Lapsus passiert.

Solche „ungeplanten Schwierigkeiten“ sollten eigentlich erst nach der Wahl in Deutschland bekannt werden.
Es könnte sonst die Stimmung ein klein wenig trüben. Nach der Wahl ist das dann egal, da werden die Schleusen geöffnet.

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