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05.07.2017

03:58 Uhr

Spionage-Order

Türkei fordert Informationen über geflohene Soldaten

Erneuter Test für diplomatische Beziehungen: Die Türkei strebt einem Bericht zufolge verstärkt nach Informationen über geflohene Soldaten. Mehrere Hundert Offiziere im Ausland sollen eine Spionage-Order erhalten haben.

Der gescheiterte Putschversuch vor einem Jahr markiert eine Wende in der Türkei: Präsident Erdogan hat seitdem viele politische Gegner aus dem Weg geschafft. AFP

Türkei

Der gescheiterte Putschversuch vor einem Jahr markiert eine Wende in der Türkei: Präsident Erdogan hat seitdem viele politische Gegner aus dem Weg geschafft.

Berlin Der türkische Generalstab hat seine auf Nato-Stützpunkten im Ausland stationierten Offiziere einem Medienbericht zufolge angewiesen, geflohene Soldaten gezielt auszuforschen. Ein Befehl vom 9. Juni dieses Jahres fordere die Offiziere auf, alle Informationen über ihre ehemaligen Kameraden zu beschaffen, berichten „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR (Mittwoch).

Unter anderem wolle Ankara wissen, wo diese wohnen, ob sie Asylanträge gestellt haben und ob sie in Kontakt zu westlichen Regierungen oder Medien stehen, heißt es weiter. Die Spionage-Order ging demnach an alle türkischen Militärattachés im Ausland und an türkische Offiziere in Nato-Stützpunkten. Insgesamt sollen es mehrere Hundert Befehlsempfänger sein.

Dutzende türkische Diplomaten und Militärangehörige haben nach dem gescheiterten Putschversuch vom 15. Juli 2016 Zuflucht in Deutschland gesucht oder sich gegen eine Rückkehr in die Türkei entschieden, weil sie politische Verfolgung fürchten. Spionageaktivitäten türkischer Stellen haben in Deutschland zuletzt mehrfach für Verärgerung und Gegenmaßnahmen gesorgt.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Aslan Kilinc

05.07.2017, 11:34 Uhr

Die türkische Regierung und auch die türkischen Streitkräfte haben ein berechtigtes Interesse daran, mutmaßliche Hochverräter und Drahtzieher des vereitelten Putschversuchs ausfindig zu machen und Möglicheiten zu evaluieren diese einer juristisch zu belangen.
Kompliziert und brisant hierbei ist, dass vermeintliche Bündnispartner und gewisse Regierungen anderer Nationen offensichtlich gute Kontakte zu jeweiligen Delinquentin unterhalten, diese in Obhut nehmen und die Aufarbeitung im Kontext zum Putschversuch für türkische Ermittler erschweren. Behinderung der Justiz würde man es hierzulande mindestens nennen, Beihilfe. Hierbei drängt sich der Verdacht auf, dass bspw. Deutschland selbst und Teile innerhalb der NATO die Aufdeckung einer Beteiligung am Putschversuch in der Türkei befürchten und die Hintergründe zu vertuschen versuchen. Die politischen Signale aus Berlin und auch die Medienlandschaft und etwaige Berichte der vergangenen Jahre bestärken den Verdacht, dass Deutschland nicht nur anti-türkischen Terror unterstützt, sondern auch Sabotage an der ürkischen Nation ausübt.

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