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19.06.2012

03:24 Uhr

Spitzengespräch

USA und Russland entdecken Gemeinsamkeiten

Obama und Putin als Team? Auf dem G20-Gipfel fordern sie gemeinsam ein Ende der Gewalt in Syrien. Auch zum Thema Iran haben sie Gemeinsamkeiten gefunden. Doch in einem Punkt treten ihre Differenzen zutage.

US-Präsident Barack Obama hört Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu. dapd

US-Präsident Barack Obama hört Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu.

Los CabosIn einem gemeinsamen Appell haben US-Präsident Barack Obama und Russlands Präsident Wladimir Putin am Montag eine Waffenruhe in Syrien gefordert. Bei ihrem ersten Treffen nach der erneuten Amtsübernahme von Putin am Rande des Gipfels der großen Industrie- und Schwellenländer (G20) im mexikanischen Los Cabos forderten beide in einer gemeinschaftlichen Erklärung „eine sofortige Einstellung aller Gewalt“. Trotz ihrer Differenzen demonstrierten beide Präsidenten Einvernehmen in verschiedenen Punkten.

Mit fast zwei Stunden dauerte das Treffen länger als erwartet. Vor Journalisten sprach der US-Präsident anschließend im Beisein von Putin von einem „freimütigen, nachdenklichen und tiefgehenden Gespräch“.

„Wir waren uns einig, dass wir ein Ende der Gewalt sehen und einen politischen Prozess schaffen müssen, um Bürgerkrieg und diese schrecklichen Todesfälle zu verhindern, die wir in den vergangenen Wochen gesehen haben.“

Beide Länder unterstützten die Anstrengungen der Vereinten Nationen und des Vermittlers Kofi Annan sowie der Arabischen Liga, um eine Lösung für den Konflikt zu finden. Auch Russlands Präsident sah „viele Gemeinsamkeiten“ in verschiedenen Punkten, darunter Syrien.

Ihre gemeinsame Erklärung unterstützt die Bemühungen für einen politischen Übergang in Syrien auf ein „demokratisches und pluralistisches“ System hin. Das syrische Volk müsse unabhängig und demokratisch über seine eigene Zukunft entscheiden.

Auch im Umgang mit dem umstrittenen Atomprogramm des Irans hoben beide Präsidenten die Gemeinsamkeiten hervor. Sie seien einig, dass es „noch Zeit und Raum“ für Diplomatie gebe, sagte Obama. Der Iran habe das Recht auf friedliche Nutzung der Kernenergie, hieß es in der gemeinsamen Erklärung. Doch müsse Teheran ernsthafte Anstrengungen unternehmen, um Vertrauen herzustellen, dass sein Atomprogramm ausschließlich friedlichen Zwecken diene.

Kommentare (3)

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Hagbard_Celine

19.06.2012, 11:51 Uhr

Zwischen Putin und Obama gibt es wenig Differenzen, das Problem ist der US Kongress.

Aber der Russe macht ja eh in ein paar Jahren bei uns mit, dann hat sich die Sache ein für allemal geklärt.

Pax Europa.

Torsten_Steinberg

19.06.2012, 13:14 Uhr

Was für ein idiotischer Artikel! Die offizielle Verlautbarung, soweit deren Inhalt hier wiedergegeben wird, läßt keinerlei Annäherung erkennen. Ein Ende der Gewalt in Syrien haben beide Seiten schon immer gefordert, nur dass die eine Seite (USA) explizit auf das Regime anspielt, während die andere Seite ganz allgemein ein Ende der Gewalt fordert, ohne einen Schuldigen zu benennen. Es versteht sich natürlich von selbst, dass gerade Russland die Legitimität des Regimes in Syrien dahingehend unterstützt, dass es die bestehenden Strukturen mit allen Mitteln gegen Terroristen verteidigt, als welche die oppositionellen Kräfte solange anzusehen sind, wie nicht auszuschließen ist, dass auch von ihnen Gewalt ausgeht. Wenn jetzt vollmundig sogar ein SOFORTIGES Ende der Gewalt gefordert wird, können sie sich darauf um so leichter einigen, als beide wissen, dass die Erfüllung dieser Forderung völlig illusorisch ist. Ebenso wie man die gut bezahlten Protagonisten entweder selbst als begriffstutzig abqualifizieren muss, wenn sie denken, mit ihrer bisher schon immer wieder vollkommenden wirkungslos verhallten Aufforderung, Kofi Annans Friedensbemühungen doch bitte unterstützen zu wollen, irgend etwas bewirken zu können. Oder sie glauben allen Ernstes, ihre Zuschauer könnten Kasperletheater nicht von aufrichtigem Bemühen unterscheiden. In der Redaktion des Handelsblattes jedenfalls scheint diese Schmierenkomödie schon einmal dankbare Aufnahme gefunden zu haben.

Account gelöscht!

19.06.2012, 20:22 Uhr

Widerlich, dass der Ex-KGBler ein Ende der Gewalt fordert, aber weiter über den russischen Rüstungsmonopolisten Kampfhubschrauber, Panzer und anderes Kriegsgerät (alles reine Defensivwaffen nach Lawrow) an den alevitischen Schlächter liefern läßt. Pfui Teufel.

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