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10.10.2011

15:19 Uhr

Spitzentreffen verschoben

Griechen-Krise verhagelt EU-Gipfel-Pläne

Europa bereitet sich mit Hochdruck auf Athens Zahlungsunfähigkeit vor. Dabei hat die Rekapitalisierung der Banken Vorrang. Der EU-Gipfel, bei dem Athens nächste Kredittranche abgenickt werden sollte, verzögert sich.

Jean-Claude Juncker (r.) im Gespräch mit Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos. Reuters

Jean-Claude Juncker (r.) im Gespräch mit Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos.

LuxemburgDer geplante EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs findet nicht am 17. Oktober statt. Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker bestätigte die Verzögerung. "Der EU-Gipfel wird um eine Woche verschoben", sagte der Regierungschef Luxemburgs im Gespräch mit Handelsblatt Online.

Für den 17. Oktober war bisher eine Zusammenkunft aller 27 Staats- und Regierungschefs geplant, für den 18. Oktober ein Treffen der 17 „Chefs“ der Eurozone. Nach Angaben von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy soll der Gipfel nun am 23. Oktober stattfinden. "Dieser neue Termin wird es uns erlauben, die globale Strategie mit Blick auf die Schuldenkrise in der Eurozone abschließend auszuarbeiten", sagte Van Rompuy.

Der Fahrplan durch die Euro-Krise

11. Oktober

In der Slowakei soll am 11. Oktober abgestimmt werden. Die Zustimmung in der Slowakei, die lange als Wackelkandidat galt, ist nach einem Kompromissvorschlag der Ministerpräsidentin an den Koalitionspartner in greifbare Nähe gerückt, wie die Nachrichtenagentur Reuters schreibt.

14./15. Oktober

Treffen der G20-Finanzminister in Paris.

17./18. Oktober

Rat der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel, auf der Agenda unter anderem: die Wirtschafts- und Wachstumspolitik.

Mitte Oktober

Zu dieser Zeit wären die griechischen Staatskassen leer, sollte die nächste Hilfstranche der internationalen Geldgeber nicht überwiesen werden. In Athen ist von einem möglichen Pleite-Datum rund um den 18. Oktober die Rede.

3./4. November

G20-Gipfel: Treffen der wichtigsten Wirtschaftsnationen in Cannes.

Wer hat schon für die EFSF-Erweiterung gestimmt?

Griechenland, Spanien, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Italien, Irland, Slowenien, Finnland, Estland und Zypern haben der EFSF-Erweiterung bereits zugestimmt. Keine bekannten Termine gibt es bislang für die EFSF-Parlamentsentscheidung in Malta, diese gilt aber als unkritisch. Auch in den Niederlanden dürfte die EFSF-Erweiterung das Parlament passieren, da die Minderheitsregierung von drei Oppositionsparteien unterstützt wird. Die EFSF-Abstimmung ist in Den Haag mit der Abstimmung über den Haushalt 2012 zusammengelegt worden und soll in der ersten Oktoberwoche stattfinden.

Wann der künftige, dauerhafte Rettungsschirm ESM von den Parlamenten gebilligt sein wird, ist noch völlig unklar, weil es noch kein Vertragswerk aus Brüssel gibt. Nach bisherigem Stand soll der ESM Mitte 2013 starten.

23. Oktober

EU-Gipfel: Hier sollen entscheidende Weichen gestellt werden, um endlich Ruhe in die Märkte und die Eurozone zu bringen.

24. Oktober

EcoFin: Die Wirtschafts- und Finanzminister der EU-Mitgliedsstaaten treffen sich.

Hintergrund der Terminverschiebung sind offensichtlich die schwierigen Verhandlungen mit Griechenland über die Auszahlung weiterer Kredittranchen. Auch das von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in Aussicht gestellte Konzept für die Bankenrettung benötigt offenbar Zeit. Merkel und Sarkozy hatten am Sonntag einen ersten Zeitplan vorgegeben. Details sollten in den nächsten Wochen ausgearbeitet, eine dauerhafte Lösung dann auf dem G20-Gipfel im französischen Cannes am 3. und 4. November präsentiert werden.

Zwar hat die griechische Regierung ihre Gespräche mit der internationalen Expertengruppe nach eigenen Angaben abgeschlossen. Die Treffen mit der sogenannten Troika aus Experten der Europäischen Union (EU), der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) seien „beendet“, sagte Finanzminister Evangelos Venizelos. Die Ergebnisse der Beratungen sollen aber wohl erst Ende des Monats veröffentlicht werden.

Seine Regierung erwarte nun, dass die Troika ihren Bericht zu Griechenlands Spar- und Reformbemühungen abgebe, sagte Venzelos. Danach hoffe Athen auf „die Überweisung der sechsten Tranche“ aus den international zugesagten Hilfsgeldern

Das hochverschuldete Griechenland war im Mai 2010 durch ein Hilfspaket der EU und des IWF über insgesamt 110 Milliarden Euro gerettet worden. Daraus steht als nächstes die Auszahlung von acht Milliarden Euro an, die Athen braucht, um einen Staatsbankrott zu verhindern.

Venizelos verlangte vor dem Haushaltsausschuss des Parlaments Nachbesserungen an einem Ende Juli von den Euro-Staaten geschnürten weiteren Hilfspaket. „Wir erwarten einen verstärkten Plan zur Beteiligung des Privatsektors“, sagte er. Dieser müsse „besser“ sein als jener, der beim Gipfel am 21. Juli verabschiedet worden sei. Damals war beschlossen worden, dass private Gläubiger Athens auf 21 Prozent ihrer Forderungen verzichten müssen.

Griechische Schuldenkrise: wichtige Termine bis zum Jahresende

23./24. Oktober 2011

EU-Gipfel in Brüssel.

1. November 2011

Mario Draghi ersetzt Jean-Claude Trichet als Präsident der EZB.

3. November 2011

EZB Zinsentscheid in Frankfurt, G-20-Gipfel in Cannes.

4. November 2011

G-20-Gipfel in Cannes.

7./8. November 2011

Finanzminister der Eurozone tagen in Brüssel, anschließend Tagung der Finanzminister aller 27 EU-Mitgliedsstaaten.

11. November 2011

Zwei Milliarden Euro-Schatzwechsel werden fällig.

18. November 2011

1,6 Milliarden Euro-Schatzwechsel werden fällig.

29./30. November 2011

Finanzminister der Eurozone tagen in Brüssel, anschließend Tagung der Finanzminister aller 27 EU-Mitgliedsstaaten.

8. Dezember 2011

EZB-Zinsentscheid in Frankfurt.

9. Dezember 2011

EU-Gipfel in Brüssel.

16. Dezember 2011

Zwei Milliarden Euro-Schatzwechsel werden fällig.

19. Dezember 2011

1,17 Mrd. Euro-Staatsanleihen werden fällig.

22. Dezember 2011

0,98 Milliarden Euro-Staatsanleihen werden fällig.

23. Dezember 2011

Zwei Milliarden Euro-Schatzwechsel werden fällig.

29. Dezember 2011

5,23 Milliarden Euro-Staatsanleihen werden fällig.

30. Dezember 2011

0,71 Milliarden Euro-Staatsanleihen werden fällig.

Ende Dezember 2011

Siebte Tranche des Rettungspakets von 2010 steht zur Auszahlung an.

Kommentare (3)

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Ab-jetzt-gehts-los

10.10.2011, 16:23 Uhr

Also am 23. Oktober 2011 wird etwas abschiessend ausgearbeitet, was eine Woche vorher absolut nicht möglich ist.

Glaubt da jemand dran?

Der Herr bewahre uns vor solchen "Fachleuten und Politikern."

Account gelöscht!

10.10.2011, 16:40 Uhr

... und wenn ich nicht mehr weiter weiß, bilde ich einen Arbeitskreis ...

Sabine

11.10.2011, 16:07 Uhr

Griechenland wird Mitglied der Eurozone, nachdem die Finanzminister Evangelos Venizelos geklärt bleiben, im Hinblick auf die Bekanntgabe der Ergebnisse der Troika nach Abschluss der Verhandlungen mit der Regierung.

"Griechenland ist und wird immer ein Mitglied der Eurozone, der Euro sein", sagte Herr Venizelos sagte in einer Rede auf einer Konferenz.

Er versicherte auch, dass die Banken und Einlagen in vollem Umfang gesichert sind, und betonte, dass es keine Verstaatlichung der Industrie werden.
Quelle:adesmeytos.gr

Da scheint in D ja mehr nicht zu stimmen..bezgl der Nachrichten.Aber hallo!Kein Wort von verhageln bei den Griechen.

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