Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.05.2015

09:32 Uhr

Sprecher der Regierungsfraktion

Griechenland droht IWF mit Zahlungsverweigerung

Keine Einigung, kein Geld: Das ist das Mantra der „Institutionen“ im Streit um die griechischen Schulden. Nun dreht ein griechischer Parlamentarier den Spieß um – und droht dem IWF mit Zahlungsverweigerung.

Seit Monaten streiten IWF, EU und EZB mit der griechischen Regierung, um eine Staatspleite abzuwenden. dpa

Das griechische Schuldendrama

Seit Monaten streiten IWF, EU und EZB mit der griechischen Regierung, um eine Staatspleite abzuwenden.

AthenGriechenland droht nach Worten eines führenden Parlamentariers damit, die nächste Kreditrückzahlung an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu verweigern. „Am 5. Juni kommt der Moment der Wahrheit“, sagte der Sprecher der Regierungsfraktion im Parlament, Nikos Filis, am Mittwoch dem Fernsehsender ANT1.

„Wenn es bis dahin keine Vereinbarung gibt, die die aktuellen Finanzierungsprobleme angeht, werden sie kein Geld bekommen.“ Das hoch verschuldete Land – das mit internationalen Hilfsgelder vor der Pleite gerettet wurde – muss im kommenden Monat etwa 1,5 Milliarden Euro an den IWF zurückzahlen. Platzen die Kredite, gilt Griechenland offiziell als pleite. Auch ein Verbleib im Euro wäre ungewiss.

Zahlen und Fakten zu Griechenland

Bevölkerung

In Griechenland leben etwas mehr als zehn Millionen Menschen (10.816.286). Daneben leben rund 300.000 illegale Einwanderer im Land, darunter Menschen aus Bürgerkriegsländern wie dem Irak, Syrien und Libyen.

Stad, Land, Volk

Angaben der Weltbank zufolge lebten 2014 insgesamt 8.642.000 Griechen in Städten. Die überwiegende Mehrheit der Griechen lebt also in ländlichen Gebieten.

Bruttoinlandsprodukt

Das griechische Bruttoinlandsprodukt (BIP) nahm in den vergangenen Jahren stetig ab. 2013 lag es bei 182,1 Milliarden Euro, Schätzungen zufolge liegt das BIP 2014 bei 181,9 und 2015 Schätzungen zufolge bei 187,9 Milliarden Euro.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote steigt in Griechenland seit Beginn der Krise stetig an. Während 2008 lediglich 7,2 Prozent der arbeitenden Bevölkerung ohne Beschäftigung waren, stieg der Anteil der Arbeitslosen über 17,65 Prozent in 2011 bis auf 27,25 Prozent 2013 der griechischen Gesamtbevölkerung an.

Pro-Kopf-Verschuldung

2006 war jeder Grieche durchschnittlich mit 20.272,02 Euro verschuldet. Dieser Wert erreichte seinen Zenit mit 32.000,49 Euro in 2011. Zwei Jahre später lag die Pro-Kopf-Verschuldung bei 28.848,16 Euro.

Durchschnittsalter

Das Durchschnittsalter der griechischen Bevölkerung liegt 2015 bei 43,5 Jahren.

Von

rtr

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Volker Spuhn

20.05.2015, 11:07 Uhr

Es bleibt spannend. Eine ähnliche Situation ist in der Ukraine entstanden. Gut, die sind noch nicht EU- und Nato-Mitglied, aber geostrategische für den IWF vergleichbar. Interessant wird sein, wie sich die größte "Heuschrecke" IWF jetzt verhält. Unsere Politiker und Brüssel werden sich dem dann devot anschließen.

Herr Josef Schmidt

20.05.2015, 11:22 Uhr

Griechenland ist es seiner geostrategischen Stellung um die NATO und dem Rettungsbefehl aus den USA bewusst und erwarten eine baldige alternativlose Rettung der EU.

Alles nur Show für den dummen Michel.

Herr Ragin Allraun

20.05.2015, 11:26 Uhr

Prognose: Man wird Griechenland über kurz, oder lang kollabieren lassen, um dann militärisch in Griechenland einzuschreiten unter Blauhelmmandat.

Danach werden diejenigen, die einschreiten publikums- und öffentlichkeitswirksam per Mediendauerbeschallung als Wohltäter und Retter verzerrt.

Dann bekommt Griechenland eine systemkonforme Marionettenregierung unter EU-Protektorat, - damit da auch in Zukunft nichts mehr anbrennt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×