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16.08.2015

22:37 Uhr

Sri Lanka

Zehntausende Polizisten zur Wahl im Einsatz

Während des Wahlkampfes in Sri Lanka hatte es mehrere Anschläge gegeben. Mehrere Menschen wurden erschossen. Zur Sicherung des Urnengangs am Montag sind 63.000 Polizeibeamte im Einsatz.

63.000 Polizeibeamte werden landesweit zur Sicherung von Wahlbüros eingesetzt und weitere paramilitäische Einheiten wurden in Alarmbereitschaft versetzt. ap

Hohe Polizeipräsenz

63.000 Polizeibeamte werden landesweit zur Sicherung von Wahlbüros eingesetzt und weitere paramilitäische Einheiten wurden in Alarmbereitschaft versetzt.

ColomboZur Sicherung der Parlamentswahlen am Montag in Sri Lanka haben die Behörden tausende Polizisten mobilisiert. Es seien zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen worden, um zu gewährleisten, dass die Wahl „friedlich“ abläuft und dass es auch danach keine „Vorfälle“ gibt, teilte die Polizei am Sonntag mit. 63.000 Polizeibeamte werden demnach landesweit zur Sicherung von Wahlbüros eingesetzt und weitere paramilitäische Einheiten wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Im Wahlkampf hatte es mehrere Anschläge gegeben.

Bei einer Wahlveranstaltung der regierenden Partei UNP waren vor rund zwei Wochen zwei Menschen erschossen worden. Zwei weitere Menschen waren in zwei Schießereien während des Wahlkampfes in dem Inselstaat im Indischen Ozean getötet worden. Wahlbeobachter hoben dennoch hervor, dass es weniger Gewalttaten als bei Wahlen in den vergangenen zwei Jahrzehnten gegeben habe.

Der einstige starke Mann Sri Lankas, Mahinda Rajapakse, strebt bei der Wahl ein Comeback als Premierminister an, nachdem er bei der Präsidentschaftswahl im Januar überraschend gegen seinen einstigen Schützling Maithripala Sirisena verloren hatte. Sirisena will Rajapakse als Premierminister verhindern, sollte ihre Partei UPFA die Wahl am Montag gewinnen.

Rajapakse hat breite Unterstützung bei der Bevölkerungsmehrheit der Singhalesen. Er hatte den Aufstand der tamilischen Rebellen im Jahr 2009 nach jahrzehntelangem Kampf blutig beendet. Da voraussichtlich keine Partei bei der Wahl am Montag die Mehrheit gewinnen dürfte, wird wohl eine Koalition gebildet werden müssen.

Da Rajapakse eher als polarisierend gilt, schmälert dies seine Chancen, als Premier eine Koalitionsregierung bilden zu dürfen. Für Tamilen und Muslime in Sri Lanka sei er „die Personifizierung des Staatsterrors“, sagte Charu Lata Hogg vom Politikinstitut Chatham House in London. Nach UN-Angaben wurden gegen Ende des Krieges auf Sri Lanka etwa 40.000 tamilische Zivilisten getötet.

Es wird angenommen, dass Sirisena den derzeitigen Premier Ranil Wickremesinghe von der UNP als Chef einer Koalitionsregierung bevorzugen würde. Gegen enge Familienangehörige von Rajapakse laufen zudem Korruptionsverfahren. Kritiker halten ihm daher vor, das Hauptziel seiner Kandidatur sei, sich selbst eine parlamentarische Immunität für den Fall möglicher Ermittlungen gegen ihn selbst zu verschaffen.

Von

afp

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