Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.01.2011

21:52 Uhr

Staatsanleihen

US-Notenbank hält an Konjunkturhilfen fest

Die amerikanische Notenbank setzt weiter auf Milliardenhilfen für die US-Wirtschaft. Der Ankauf von milliardenschweren Staatsanleihen geht weiter. Und auch beim Leitzins haben die Notenbanker eine Richtungsentscheidung getroffen. Und vor einer Inflation hat die Fed keine Angst.

Fed-Chef Ben Bernanke. Quelle: Reuters

Fed-Chef Ben Bernanke.

Washington Die US-Notenbank Fed traut dem Aufschwung noch nicht über den Weg und greift der Wirtschaft weiter kräftig unter die Arme: Die Zentralbanker um Fed-Gouverneur Ben Bernanke beschlossen am Mittwoch, die im Herbst begonnenen Staatsanleihenkäufe im Volumen von 600 Milliarden Dollar fortzusetzen. Zugleich wurde der Leitzins in einer Spanne von null bis 0,25 Prozent belassen. Angesichts der konjunkturellen Rahmenbedingungen wollen die Notenbanker den Schlüsselzins noch „geraume Zeit“ außergewöhnlich niedrig halten. Die wirtschaftliche Erholung setze sich zwar fort, hieß es.

Doch sei das konjunkturelle Tempo nicht hoch genug, um eine „deutliche Besserung“ am Arbeitsmarkt bewirken zu können.  Die Fed änderte ihre skeptische Einschätzung in diesem Punkt im Vergleich zur Dezembersitzung nur um Nuancen. Damals hatte sie die Konjunktur noch als zu schwach bezeichnet, um überhaupt einen Abbau der Arbeitslosigkeit herbeiführen zu können. Experten zeigten sich dennoch verwundert, dass die Notenbank die jüngsten Hoffnungszeichen am Konjunkturhorizont nicht stärker betonte.

„Die Fed konzentriert sich stattdessen auf die schmerzlich hohe Arbeitslosenquote“, sagt Fed-Beobachter Omer Esiner von Commonwealth Foreign Exchange in Washington. Die jüngst gestiegenen Energiepreise sind für die Notenbank jedoch offenbar noch kein Grund zu großer Sorge: „Die langfristigen Inflationserwartungen bleiben stabil und die Indikatoren für die Kerninflation zeigen nach unten“, heißt es in der Fed-Erklärung.    

Vor der Zinssitzung war darüber spekuliert worden, ob es im Fed-Ausschuss wegen der aufgehellten Konjunkturperspektiven zu Differenzen über den weiteren geldpolitischen Kurs kommen würde. Mit Charles Plosser und Richard Fisher dürfen dieses Jahr zwei Geldpolitiker im FOMC mitstimmen, die besonders stark auf Inflationsgefahren achten und den lockeren geldpolitischen Kurs Bernankes mit gewisser Skepsis sehen. Beide „Falken' hielten bei der ersten Sitzung 2011 jedoch noch still. Dies könnte sich bei einer anhaltenden Gesundung der Wirtschaft in den nächsten Monaten aber durchaus ändern, meinen Experten.  

Die Notenbank hatte Anfang November beschlossen, bis Mitte 2011 Staatsanleihen im Volumen von rund 600 Milliarden Dollar aufzukaufen um damit der mauen Konjunktur auf die Beine zu helfen. Und dies offenbar mit Erfolg: Das Konsumklima in den USA hat sich im Januar überraschend deutlich aufgehellt und den höchsten Stand seit Mai 2010 erreicht. Auch der Immobilienmarkt hat zum Jahresende 2010 deutlich Fahrt aufgenommen.   

Zudem signalisierte der Wochenbericht am Arbeitsmarkt zuletzt eine leicht aufgehellte Lage. Doch dürfte der Weg zu deutlich niedrigeren Arbeitslosenzahlen noch lang und steinig sein: Die Quote lag zuletzt bei für US-Verhältnisse relativ hohen 9,4 Prozent. Die Konjunkturperspektiven haben sich unterdessen weiter aufgehellt: Experten gehen davon aus, dass sich das Wachstumstempo Ende 2010 auf 3,5 Prozent von 2,6 Prozent im dritten Quartal erhöht hat. Die jeweils aufs Jahr hochgerechneten Wachstumsdaten werden am Freitag veröffentlicht.

Der Internationale Währungsfonds traut den USA für 2011 ein Wirtschaftswachstum von 3,0 Prozent zu, das sich 2012 nur leicht abkühlen soll.  Die US-Aktienmärkte reagierten kaum auf den Fed-Beschluss und hielten ihre freundliche Tendenz. Im Devisenhandel legte der Euro zum Dollar leicht zu.  

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×