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26.05.2011

19:22 Uhr

Staatsbesuch

China: Nordkorea zu Atomgesprächen bereit

Nach Angaben Chinas ruft Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il zur frühen Wiederaufnahme der Gespräche über sein Atomwaffenprogramm auf. Konkrete Zusagen machte Kim aber erneut nicht.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il traf sich mit Chinas Präsident Hu Jintao. Quelle: dapd

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il traf sich mit Chinas Präsident Hu Jintao.

Seoul/PekingNordkoreas Machthaber Kim Jong Il hat sich nach Angaben Chinas für eine baldige Wiederaufnahme der Gespräche über das Atomwaffenprogramm seines Landes ausgesprochen. Der 69-jährige Diktator bekräftigte danach bei einem Treffen mit Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao in Peking, dass Nordkorea an dem Ziel einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel festhalten wolle.

Konkrete Zusagen machte Kim erneut nicht. Nach seinem zuvor weithin geheim gehaltenen siebentägigen Besuch im Nachbarland trat Kim am Donnerstag nach Berichten der chinesischen Staatsmedien wieder in einem Sonderzug die Heimreise an.

Kim glaube, „dass die Sechs-Parteien-Gespräche zu einem frühen Zeitpunkt wiederaufgenommen werden sollten“, hieß es. Nordkorea hatte die Atomverhandlungen mit den USA, China, Südkorea, Russland und Japan vor mehr als zwei Jahren abgebrochen, sich zuletzt aber wieder zu einer Fortsetzung bereiterklärt. Washington und Seoul fordern jedoch, dass das kommunistische Land seinen Willen zur atomaren Abrüstung durch sichtbare Schritte unterlegt.

Auch hoffe Nordkorea auf eine Entspannung der Lage auf der koreanischen Halbinsel, wurde Kim von der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zitiert. „Nordkorea konzentriert seine Energie auf die wirtschaftliche Entwicklung und benötigt in der Tat ein stabiles Umfeld.“

Die chinesischen Medien berichteten erst mit einem Tag Verspätung über das Treffen mit Hu am Mittwoch. Wie schon bei früheren Besuchen des nordkoreanischen Militärführers im Nachbarland hatten die Staatsmedien in China und Nordkorea auch diesmal wieder bis zuletzt mit der Bestätigung der Reise gewartet. Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao hatte jedoch schon am vergangenen Wochenende in Tokio gesagt, Peking habe Kim eingeladen, um ihm die Gelegenheit zum Studium der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas zu geben.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete unter Berufung auf Informanten, dass Kim beim Treffen mit der chinesischen Führung auch über Investitionen chinesischer Unternehmen in Nordkorea und die Notwendigkeit neuer Nahrungshilfen für sein Land gesprochen habe. Das hochgerüstete, aber verarmte Nordkorea hatte zuletzt bei Regierungen weltweit um Nahrungshilfe gebeten.

Kim Jong Il war zum dritten Mal innerhalb eines Jahres in China. Dabei informierte er sich vor allem über die marktwirtschaftliche Entwicklung des boomenden Nachbarlandes. Er besuchte eine Autofabrik, Technologieunternehmen, einen Hersteller von Solaranlagen sowie Kaufhäuser.

Von

dpa

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