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04.01.2017

13:11 Uhr

Staatschef Erdogan

„Angriff auf Club sollte Bevölkerung spalten"

Mit dem Anschlag auf einen Istanbuler Club haben die Attentäter die Türkei spalten wollen, meint Staatschef Erdogan. Bei einem öffentlichen Auftritt sagte er, das Volk solle gegeneinander aufgehetzt werden.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan glaubt nicht, dass der Anschlag gegen einen westlichen Lebensstil gerichtet gewesen sei. dpa

Recep Tayyip Erdogan

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan glaubt nicht, dass der Anschlag gegen einen westlichen Lebensstil gerichtet gewesen sei.

IstanbulDer Angriff auf einen Istanbuler Club in der Silvesternacht hatte nach Ansicht von Staatschef Recep Tayyip Erdogan das Ziel, „die Bevölkerung zu spalten.“ Das Volk solle gegeneinander aufgehetzt werden, sagte Erdogan am Mittwoch vor Ortsvorstehern in Ankara. „Aber wir werden nicht darauf hereinfallen.“

Es war der erste öffentliche Auftritt des Präsidenten nach dem islamistisch motivierten Anschlag von Samstagnacht mit 39 Toten. Zuvor hatte sich Erdogan in einer Erklärung geäußert.

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Erdogan sagte weiter, die Auffassung vieler, der Anschlag habe sich gegen einen westlichen Lebensstil gerichtet, teile er nicht. „In der Türkei ist die Lebensweise von niemandem systematisch bedroht. Das würden wir nie zulassen“, sagte er. Manche behaupteten, dass man sich in der Türkei nicht so anziehen dürfe wie man wolle, aber das sei eine „Lüge“. Erdogan betonte, er habe in der Vergangenheit „Anblicke oder Äußerungen kritisiert“, die er nicht befürworte, aber sich „niemals“ in die Lebensweise von jemandem eingemischt.

Kritiker dagegen haben Erdogan und der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP in der Vergangenheit immer wieder vorgeworfen, sich in das Privatleben seiner Bürger einzumischen. Etwa hatte Erdogan die Türkinnen immer wieder aufgefordert, mindestens drei Kinder zu bekommen.

Von

dpa

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