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31.01.2007

12:48 Uhr

Staatschef Hu Jintao auf Reisen

China kauft sich in Afrika ein

VonWolfgang Drechsler und Andreas Hoffbauer

Mit seiner zweiten Afrikareise binnen eines Jahres hat Chinas Präsident Hu Jintao eine neue Runde in Pekings Offensive auf dem schwarzen Kontinent eingeläutet. Anders als bei seiner Visite im Mai 2006 hat Hu ein Bündel konkreter Angebote im Gepäck.

Chinatown in der nigerianischen Hauptstadt Lagos: Im Ölförderland lehrt Peking die westliche Konkurrenz das Fürchten. Foto: ap ap

Chinatown in der nigerianischen Hauptstadt Lagos: Im Ölförderland lehrt Peking die westliche Konkurrenz das Fürchten. Foto: ap

KAPSTADT/PEKING. Schon vor seinem Aufbruch offerierte Hu Afrika frische Kredite in Höhe von drei Mrd. Dollar. Dieses Geld werde in den kommenden drei Jahren zu Vorzugsbedingungen gewährt. Im gleichen Zeitraum sollen auch die Hilfszusagen und zinsfreien Darlehen verdoppelt werden. Hu bereist acht Staaten vor allem im südlichen Afrika, darunter Sudan und die regionale Großmacht Südafrika.

China hatte den afrikanischen Staaten im November auf einem Gipfeltreffen in Peking bereits fünf Mrd. Dollar an Krediten in Aussicht gestellt, ohne diese an größere politische Bedingungen zu knüpfen. Zumeist bietet Peking Komplettlösungen für Infrastrukturprojekte an – von der Finanzierung über den Bau bis zur Schulung des Personals. Dies geschieht oft zum Bruchteil der Kosten, die ein europäisches Unternehmen berechnen würde.

Als Gegenleistung für Kredite und Geschenke in Form von Flughafenterminals oder Kasernen bietet Afrika politische Rückendeckung im Uno-Sicherheitsrat und unterstützt Chinas Taiwanpolitik. Wirtschaftlich geht es um langfristige Handelsabkommen, Bergbaukontakte sowie Infrastruktur- und Energieprojekte.

So ist China im Sudan bereits mit Abstand der größte Erdölförderer. Aber auch in Angola und Nigeria, den beiden größten Erdölproduzenten in Schwarzafrika, lehren die Chinesen der westlichen Konkurrenz das Fürchten. Angola stieg 2006 zum größten Rohöllieferanten Pekings auf. Inzwischen kommt bereits über ein Viertel der chinesischen Öleinfuhren aus Afrika – Tendenz stark steigend. Aus Südafrika beziehen die Chinesen vor allem Kohle, Platin und Eisenerz.

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