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23.07.2015

16:58 Uhr

Staatschef trifft Schauspieler

Lukaschenko gibt Depardieu Sensen-Unterricht

Wegen zu hoher Steuern verließ der Schauspieler Gerard Depardieu einst seine Heimat Frankreich. Nun ist er in einen weiteren Genuss des russischen Exils gekommen: ein Kurs in Gartenarbeit – mit Alexander Lukaschenko.

Einen Gartenkurs der besonderen Art erteilte Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko dem französischen Schauspieler Gerard Depardieu: Rasenmähen per Sense. Reuters

Skurriles Pärchen

Einen Gartenkurs der besonderen Art erteilte Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko dem französischen Schauspieler Gerard Depardieu: Rasenmähen per Sense.

MinskSchauspieler Gerard Depardieu hat gelernt, Gras mit einer Sense zu mähen – und zwar von keinem Geringeren als dem weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko. Der oft als „letzter Diktator Europas“ bezeichnete Autokrat gab dem gebürtigen Franzosen Sensen-Unterricht, als ihn dieser auf seinem Anwesen nördlich der Hauptstadt Minsk besuchte.

Nach der von Fernsehkameras gefilmten Gartenarbeit am Mittwoch gab es für Depardieu traditionelles weißrussisches Essen und einen selbst gebrannten Wodka.

Der Schauspieler hatte 2013 die russische Staatsbürgerschaft angenommen, um den hohen Steuern in seinem Heimatland Frankreich zu entgehen. Auch politisch schlug er sich zunehmend auf die Seite Moskaus und seiner Verbündeten.

Unter anderem billigte er die russische Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim. Sein Besuch bei Lukaschenko kam wenige Monate vor der Wahl in Weißrussland. Es wird damit gerechnet, dass der seit 1994 amtierende Staatschef im Oktober für eine weitere Amtszeit wiedergewählt wird.

Von

ap

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

23.07.2015, 17:55 Uhr

Der gute Gerard ist schließlich auch nur ein ganz normaler Mensch, der von seiner Regierung aus dem Lande vertrieben wurde - wie es vielen anderen schon zuvor und danach in Frankreich geschah.

Auch Deutsche ergriffen das Hasenpanier und flüchteten vor dem Fiskus überall hin - vor allem in die Schweiz. Warum Gerard nicht auch dorthin ging, bleibt sein Geheimnis.

Herr Heinz Keizer

23.07.2015, 18:33 Uhr

vielleicht wollten die Schweizer ihn ja nicht. Was mich immer wieder stört ist, dass man für Sportler und Entertainer Verständnis hat, wenn sie Steuerflucht begehen, nicht aber für Firmen. Von solchen Leuten schaue ich mir weder Filme noch Unterhaltungssendungen an.

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