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27.07.2011

19:18 Uhr

Staatsdefizit

IWF drängt Frankreich zum Sparen

Nach Ansicht des IWF könnte Frankreich in Schwierigkeiten geraten. Der Währungsfonds empfiehlt dem Land eine Anpassung des Steuersystems. Dazu gehört auch die Einführung neuer Steuern.

Der IWF ist skeptisch, ob Frankreich seine ehrgeizigen Sparziele erfüllt. Quelle: Reuters

Der IWF ist skeptisch, ob Frankreich seine ehrgeizigen Sparziele erfüllt.

Paris/WashingtonDer Internationale Währungsfonds drängt Frankreich zum stärkeren Abbau seiner Schulden, damit das Land seine Kreditwürdigkeit als Spitzenschuldner erhalten kann. Ohne weitere Ausgabenkürzungen vor allem im Renten- und Gesundheitssystem lasse sich das Ziel nicht erreichen, das Defizit bis 2013 auf den zulässigen Wert von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken, erklärte der IWF am Mittwoch. Präsident Nicolas Sarkozy hat angekündigt, das Defizit von 7,1 Prozent des BIP im vorigen Jahr bis 2013 schrittweise unter drei Prozent zu senken. Der IWF unterstützte in seinem jüngsten Frankreichausblick Sarkozys Vorschlag, eine Schuldenbremse in die Verfassung aufzunehmen, was die Sozialisten im Vorfeld der Präsidentenwahl im kommenden Frühjahr ablehnen.

Da die französischen Steuersätze die höchsten in Europa seien, komme zum Schuldenabbau nur zusätzliches Kürzen infrage, erklärte der IWF. Der Fonds geht davon aus, dass das Defizit in diesem Jahr auf 5,7 Prozent und im kommenden Jahr auf 4,8 Prozent fallen wird. Ohne weiteres Sparen werde der Fehlbetrag im Etat Ende 2013 bei 3,8 Prozent des BIP verharren.

Haushaltsministerin Valerie Pecresse bezeichnete das Defizitziel von drei Prozent als sakrosankt. Um dieses Ziel zu erreichen, werde die Regierung notfalls Steuerschlupflöcher schließen, kündigte Pecresse.

Sarkozy hatte in der vergangenen Woche eine entscheidende Rolle bei der Vereinbarung eines zweiten Hilfspakets für Griechenland gespielt. Aber wegen der hohen Verbindlichkeiten bleibt Frankreichs AAA-Einstufung als Top-Schuldner unter Beobachtung. Die Grande Nation gilt als das schwächste Glied in der Kette der sechs mit AAA ausgezeichneten Euro-Länder. Die anderen Elite-Schuldner sind Deutschland, Österreich, Finnland, Luxemburg und die Niederlande. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte vorige Woche gewarnt, ohne weitere Reformen drohe Frankreich die Abstufung.

Von

dpa

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

27.07.2011, 18:32 Uhr

Und wir haben das nächste Euro-Land.... Wir werden ein lustiges Jahr 2012 bekommen mit Indizes die Richtung Süden zeigen.

Account gelöscht!

27.07.2011, 18:44 Uhr

Warum haben wir Regierungen? Noch dazu gewählte?

Da war der Ostblock ja richtig demokratisch.

Heute sagt der IWF an, was zu tun ist. Wer nicht folgt, wird abgestuft und zerstört - siehe Griechenland.

Irgendwie haben alle nur noch Schulden - bei den Reichen der Welt. Und das sind die einzigen, die profitieren.

Um die Sache abzukürzen, wäre es sinnvoll, die Beölkerung der Welt rechtlos zu machen, in Lager zu pferchen und zu Frohnarbeit für die Reichen und Mächtigen zu zwingen.

Kann es sein, daß das System am Ende ist?

Account gelöscht!

27.07.2011, 18:48 Uhr

Ach übrigens, warum sollten die Franzosen sparen? Damit es Ihnen so gut geht, wie den Deutschen?
Arbeiten bis 67 (oder schon 70) Lohnsenkungen von 22% in 10 Jahren, Kürzung des Urlaubs, perspektivlose Arbeit bei Sklavenhändlern, uhnehmender Überwachungsstaat....

Das sind Ziele, für die es sich zu sparen lohnt!

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