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25.04.2017

10:22 Uhr

Staatskrise in Venezuela

Eine Ölmacht am Abgrund

300 Milliarden Barrel – so groß sind die Ölreserven Venezuelas. Das Land war lange Zeit eines der reichsten Südamerikas, jetzt droht der Bürgerkrieg. Wie konnte es so weit kommen? Eine Spurensuche in Caracas.

Es ist ein Drahtseilakt, die Pleite kann jederzeit eintreten. AFP; Files; Francois Guillot

Demonstrantin in Caracas

Es ist ein Drahtseilakt, die Pleite kann jederzeit eintreten.

CaracasJosé Guerras Nachname heißt übersetzt: „Krieg“. Von Krieg ist in diesen Tagen in Venezuela viel die Rede. Vom drohenden Bürgerkrieg, vom Krieg zwischen Regierung und der Opposition, vom angeblichen Wirtschaftskrieg des Auslandes gegen die Sozialisten. 24 Menschen wurden schon bei Protesten und Unruhen im April getötet.

José Guerra (60) hat Angst, er ist einer der wichtigsten Ökonomen des Landes und Abgeordneter der Opposition im kaltgestellten Parlament. Treffen in Caracas, in einem gut gesicherten Restaurant in Altamira, Bastion der Opposition, hier lebt die Ober und Mittelschicht. Als ein Wortführer, der für das Ende der Präsidentschaft des Sozialisten Nicolás Maduro kämpft, muss Guerra fürchten, im Gefängnis zu landen. „Das ökonomische Modell von Maduro hat uns in den Ruin geführt“, sagt er.

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Venezuela

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Venezuela hatte große Goldreserven. In der Krise wurde schließlich Gold gegen Dollars getauscht. Die Opposition kämpft gegen ein Verscherbeln der Reserven – und warnt die Deutsche Bank vor einem Goldgeschäft.

Nur ein paar Zahlen: Venezuela hat mit 300,8 Milliarden Barrel die größten bekannten Ölreserven der Welt. Bis 2014 lag das Land mit 367 Tonnen Gold weltweit auf Platz 3 der Staaten mit dem größten Goldanteil an den Währungsreserven. 2,5 Millionen Barrel pro Fass wurden gefördert – das Land war lange Zeit eines der reichsten Südamerikas. „Venezuela könnte das neue Saudi–Arabien werden“, so lauteten vor wenigen Jahren noch die Schlagzeilen.

Heute droht der Ruin, einige Wirtschaftsstatistiken sehen Venezuela sogar hinter Haiti. Die Ölförderung ist massiv eingebrochen. „Aber die Regierung veröffentlicht ja keine Zahlen mehr, etwa zum Bruttoinlandsprodukt“, sagt Guerra. Schätzungen zufolge ist es 2016 um bis zu 18 Prozent geschrumpft. Alles stehe und falle mit dem riesigen Staatskonzern Petróleos de Venezuela (PDVSA). Um die immer größeren Sozialleistungen zu finanzieren, wurden bis zu 13 Prozent auf PDVSA-Anleihen geboten.

Privates Unternehmertum wurde ausgebremst, zuletzt wurde sogar die Autofabrik des US-Konzerns General Motors beschlagnahmt. Die Schulden wurden immer größer, im April müssen knapp drei Milliarden Dollar für Anleihen zurückgezahlt werden.

Es hat eine riesige Kapitalflucht gegeben – weil die Regierung aber einen Staatsbankrott und damit eine Beschlagnahmung der Ölfelder durch das Ausland fürchtet, werden die Schulden bedient. Es ist ein Drahtseilakt, die Pleite kann jederzeit eintreten. Die Goldreserven sind auf nur noch 170 Tonnen geschrumpft.

Parlamentspräsident Julio Borges hat Briefe an ein Dutzend Großbanken weltweit verschickt mit der Bitte, Maduro kein Gold mehr abzukaufen. Gold und Geld fehlen für Lebensmittel und Medikamente. Wer mal in der Abenddämmerung an der Müllkippe „La Bonanza“ vorbeigefahren ist, wo hunderte Menschen sich mit Geiern um abgeladene Essensreste streiten, bekommt ein Gefühl, wie das Land abgestürzt ist. Früher brachte auch der Tourismus viel Geld – Stichwort Isla Margerita. Aber heute verirrt sich kaum noch ein Tourist in das Land, das 2016 erschreckende 28.400 Morde zählte.

Kommentare (19)

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Herr Hofmann Marc

25.04.2017, 10:31 Uhr

Bleiben wir halt bei der Wahrheit und ändern erst einmal die Überschrift ab...
Nicht das Oel oder das Gold hat Venezuela in den Abgrund gerissen sondern die SOZIALISTEN...die Politik einer sozialistischen Traumwelt von Misswirtschaft und Unfähigkeit...von Ideologien die den Sozialismus und Kommunismus seit jeher ausgemacht haben...mit Verstand und Vernunft hat der Sozialismus noch nie etwas zu tun gehabt. Dies ist in Venezuela mal wieder ganz deutlich zum Vorschein gekommen.
Mangel und Armut stehen am Ende einer Sozialistischen Politik.

Rainer von Horn

25.04.2017, 10:34 Uhr

Da sieht man mal wieder, wie toll Sozialismus und Planwirtschaft funktionieren. Plan erfüllt, Volk verhungert.
Mir ein Rätsel, wieso wir in Europa und insbs. in Deutschland wieder der Sozilismus propagieren.

Herr Michael Müller

25.04.2017, 10:39 Uhr

"Alles, was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen."

Konrad Adenauer (1876-1967), erster Bundeskanzler der BRD

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