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20.03.2012

13:21 Uhr

Staatsoberhaupt Chamenei

Iran will Druck in Atomstreit nicht nachgeben

Sanktionen im Atomstreit werden den Iran nicht zur Aufgabe bewegen. Das macht die iranische Führung deutlich und stimmt die Bevölkerung auf harte Zeiten ein. In den USA wächst die Sorge über einen Militärschlag Israels.

Das iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei. dapd

Das iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei.

Im sich verschärfenden Atomstreit mit dem Westen zeigt der Iran Härte. Teheran werde sich keinem Druck beugen, sagte das iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei am Dienstag. Auch Präsident Mahmud Ahmadinedschad machte deutlich, dass der Iran seinen Kurs nicht ändern will. Wegen seiner unnachgiebigen Haltung muss Teheran mit weiteren internationalen Sanktionen rechnen. Israel droht, den Bau einer iranischen Atombombe notfalls mit einem Angriff zu verhindern. In den USA löst dies zunehmend Besorgnis aus.

„Wir müssen die Beschwernisse und die Herausforderungen annehmen, aber nicht dem westlichen Druck nachgeben“, sagte Chamenei in einer Ansprache zum persischen Neujahrsfest. Man müsse die „westlichen Verschwörungen neutralisieren“, und so die Pläne der Feinde des Iran vereiteln, sagte der geistige Führer des Iran. Dafür müsse der Iran die wirtschaftliche Produktion im Land ankurbeln und die Abhängigkeit vom Ausland verringern, fügte er hinzu.

Chamenei machte klar, dass der Iran in neuen Verhandlungen über das Atomprogramm keine Kompromisse eingehen und auch nicht auf die umstrittene Urananreicherung verzichten werde. In die gleiche Kerbe schlug auch Präsident Ahmadinedschad. Der Iran werde seinen Weg weitergehen, bekräftigte er bei seiner Neujahrsansprache.

In einem am Montag ausgestrahlten ZDF-Interview hatte der Präsident nochmals die friedlichen Absichten seines Landes bekräftigt. Der Iran baue an keiner Atombombe, sei aber in der Lage, Sanktionen und sogar Angriffen zu widerstehen, fügte er hinzu.

In den USA sehen die Militärs im Fall eines israelischen Militärschlags gegen den Iran große Risiken und fürchten eine Ausweitung des Konflikts zu einem Regionalkrieg. Wie die „New York Times“ am Montag berichtete, zeigen jüngste geheime Planspiele, dass die USA in den Konflikt hineingezogen werden könnten.

Die Militärs gingen davon aus, dass der Iran mit Raketenschlägen auf US-Schiffe im Persischen Golf auf einen israelischen Angriff regieren würde. Dann sei mit Hunderten toten Soldaten zu rechnen. In diesem Fall würde Washington ebenfalls mit Angriffen auf iranische Atomanlagen antworten, schrieb die „New York Times“.

Die US-Militärstrategen gingen von einem möglichen israelischen Angriff im nächsten Jahr aus, so der Bericht. Präsident Barack Obama hat wiederholt klargemacht, dass er eine iranische Atombombe nicht hinnehmen werde. Gleichzeitig plädiert er aber für weitere Sanktionen und diplomatischen Druck auf Teheran.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

20.03.2012, 17:17 Uhr

Sie dürfen davon ausgehen dass die Perser sie haben , oder glauben sie das sie sich mit Panzer und Marinegeschützen verteidigen wollen ?
Es gibt nur eine Möglichkeit seine Behauptung zu beweisen ,
er muss die Hosen runterlassen .
Ein Angriff ist nur durch das öffnen aller Türen die die Inspektoren sehen wollen zu verhindern , bleiben sie geschlossen lässt sich ein Angriff nicht verhindern !

Selbst wenn sie nicht DIE BOMBE haben , so haben sie doch das Material für einige" schmutzige Bomben "
Was glauben sie was die Deutschen machen wenn über ihnen ein Trägersystem mit hoch angereichertem Uran "Platzt " ???
Wo sie doch schon in Hysterie verfallen wenn in Japan ein Unglück geschieht ?
Wenn sie den beweis dafür wollen ist es zu spät !!!


Es sei ihnen Versichert , der Iran hat oder hat sie in nächster zeit !!!!

Account gelöscht!

20.03.2012, 17:28 Uhr

@ peer
Also - du bringst hier so einiges durcheinander !!!
Der , der hier ein Kriegstreiber ist , sitzt in Teheran .
Die Perser sind es die hier eine Nuklearwaffe bauen wollen und was viel wichtiger ist , die sie auch anwenden wollen !
"Der Staat Israel, den Ahmadinedschad in der Regel nicht beim Namen nennt und zumeist als „zionistisches Regime“ bezeichnet, ist für Ahmadinedschad ein „Schandfleck [, der] aus der Mitte der islamischen Welt beseitigt werden muss."
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Wenn (was längst nicht bewiesen ist ) Israel diese Waffe haben sollte ist das ein beweis dafür , dass sie damit umgehen können , Politisch wie auch Militärisch !
Israel hatte wahrlich genug "Gelegenheiten " sie einzusetzen , nie haben davon Gebrauch gemacht .

MeryemAzimi

22.03.2012, 11:12 Uhr

Die Iraner haben Recht: es ist sowieso egal, welche Zugeständnisse sie machen, es nützt ihnen nichts. Sie haben lange angeboten, die Urananreicherung auszusetzen, wenn man ihren Forschungsreaktor versorgt - das wurde abgelehnt. Sie haben Kontrollen über ihre Verpflichtungen aus dem NPT hinaus zugelassen - trotzdem immer neue Sanktionen. Immer wenn alle offenen Fragen um das Atomprogramm geklärt waren, wie zuletzt 2007 (http://irananders.de/analysen/news-analysen/article/irans-nukleare-ambitionen-und-ihre-unklarheiten.html), tauchen hinterher neue Verdächtigungen auf.Man will Irans Rechte nicht anerkennen und legt an Iran andere Maßstäbe an, als an andere Länder, deren Völker- und Menschenrechtsverstöße keinen westlichen Politiker zu stören scheinen, auch nicht deren "schmutzige Bomben" - die Wortführer im Konflikt verseuchen damit ganze Länder. Die IAEA verrät Geheimnisse und ist politisch instrumentalisiert - ihr Verhalten führt dazu, dass Namen iranischer Wissenschaftler veröffentlicht werden, die man dann ermordet. Wie bitteschön, will man denn von Iran Entgegenkommen erwarten? Diese Politik ist lange gescheitert und ich frage mich, ob man das nicht sehen will, oder sowieso nicht im Sinn hat, den Konflikt zu lösen, sondern einen Vorwand sucht, Iran anzugreifen? Die Iraner sind aber weder isoliert - höchstens in unsere Weltrichtung - noch stehen sie vor einem Kollaps (auch hierzu bei "irananders" eine interessante Analyse: http://irananders.de/home/news/article/iran-steht-nicht-vor-dem-kollaps.html). Es wäre schön, wenn wir Europäer selbstbewußte Politiker hätten, die unsere Verbündeten mal auf die Sinnlosigkeit und Gefährlichkeit ihrer Politik hinweisen, aber das ist wohl ein Wunschtraum. Man muss die iranischen Rechte akzeptieren und mit Iran auf Augenhöhe reden, dann wird man auch Entgegenkommen und Öffnung ernten. Aber ist das überhaupt gewollt?

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