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02.07.2015

04:10 Uhr

Staatspleite

Argentinien stärkt Griechenland den Rücken

Die Griechen wollen sich den Sparvorgaben von IWF und EU nicht beugen. Das findet die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner richtig. Sie weist darauf hin, welche Folgen die Staatspleite in ihrem Land hatte.

Die argentinische Staatschefin Cristina Kirchner ist auf Kapitalverkehrskontrollen nicht gut zu sprechen. Reuters

Cristina Kirchner

Die argentinische Staatschefin Cristina Kirchner ist auf Kapitalverkehrskontrollen nicht gut zu sprechen.

Buenos AiresIm Streit mit den internationalen Gläubigern hat die linksgerichtete griechische Regierung Rückendeckung von der argentinischen Staatschefin Cristina Kirchner bekommen, deren Land 2001 in die Pleite gestürzt war.

"Das, was das griechische Volk durchmacht, ist genau das Gleiche, was wir Argentinier 2001 durchgemacht haben: das Drama der schrecklichen, neoliberalen Politik der ständigen Anpassungen, die Elend, Hunger und Arbeitslosigkeit nach sich ziehen", sagte Kirchner am Mittwoch in Buenos Aires.

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Heute sei die Arbeitslosigkeit in Griechenland, besonders unter den jungen Menschen, enorm hoch, hob Kirchner hervor. Um teuren Strom zu sparen, machten sich viele Griechen mit Kerzen Licht.

Die Renten seien gekürzt worden, der Internationale Währungsfonds (IWF) habe Griechenland aber niemals aufgefordert, seine Verteidigungsausgaben zu verringern, empörte sich die linksgerichtete Staatschefin. Nicht der IWF mache die Vorgaben, sondern es seien die "Geierfonds", "die in Wirklichkeit den Ländern die Bedingungen auferlegen".

Argentinien war 2001 pleite gegangen. Die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen, wie sie derzeit auch in Griechenland gelten, führten in dem südamerikanischen Land zu Plünderungen, Unruhen, einer blutigen Niederschlagung der Proteste und zur Flucht des Präsidenten. Die Wirtschaft brach ein, die Inflation schnellte empor.

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Noch heute kämpft Argentinien mit den Folgen der Staatspleite. Während die meisten Gläubiger von Argentinien Abschreibungen hinnahmen, verlangen zwei US-Hedgefonds, die argentinische Schuldscheine nach der Staatspleite billig aufgekauft hatten, bis heute den Nennwert.

Griechenland war in der Nacht zum Mittwoch als erstes Industrieland beim Internationalen Währungsfonds (IWF) in Zahlungsverzug geraten. Die linksgerichtete Regierung von Alexis Tsipras ließ die Frist für eine fällige Rückzahlungsrate von 1,5 Milliarden Euro verstreichen.

Auch das Hilfsprogramm der EU ließ Athen am Mittwoch auslaufen. Weil es nicht auf die Forderungen seiner internationalen Gläubiger einging, verfielen somit Milliardenhilfen.

Von

afp

Kommentare (8)

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Herr Michael Rensler

02.07.2015, 08:54 Uhr

Frau Kirchner wollen Sie nun die Sparvorhaben verhindern oder die Staatspleite?

Herr Rene Weiß

02.07.2015, 08:56 Uhr

Auf Argentinien muss man hören. Das ist ein Musterbeispiel für seriöse Haushaltspolitik und Verlässlichkeit in Sachen Schuldenrückzahlung. Die Kirchner hat nach x Jahren nicht begriffen, dass man aufgenommene Darlehen auch mal tilgen muss.

Herr Martin Gastinger

02.07.2015, 09:09 Uhr

"der Internationale Währungsfonds (IWF) habe Griechenland aber niemals aufgefordert, seine Verteidigungsausgaben zu verringern" - was soll dieser Satz? Kann denn eine Regierung wie Griechenland nicht selber auf diese Idee kommen? das Thema ist dass Austerität, also nur Sparen, sicher nicht hilft. Es hilft aber wenn Vertrauen und dann darauffolgend Investitionen dazu kommen. Dazu gehört ein Ruck in die betroffene Gesellschaft, ein Wille zum Neuanfang und nicht die Haltung "wir hauen mit unserem Geld ab oder legen es unters Kopfkissen". Das ist der feine Unterschied zwischen Ländern, in denen dieser Ansatz funktioniert hat wie etwas Irland.

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