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21.11.2014

11:58 Uhr

Staatspleite droht

Ukraine verkauft massiv Gold

Die wirtschaftlich schwer angeschlagene Ukraine steht vor einer Staatspleite und verkauft mehr als ein Drittel ihrer Goldreserven. Derweil behaupten Separatisten Geld aus Russland zu erhalten – aber nicht für Waffen.

Die Ukraine hat massive finanzielle Probleme und verkauft nun ihre Goldreserven. dpa

Die Ukraine hat massive finanzielle Probleme und verkauft nun ihre Goldreserven.

New York/Singapur/BerlinDie wirtschaftlich schwer angeschlagene Ukraine hat nach Angaben des IWF im Oktober mehr als ein Drittel ihrer Goldreserven verkauft. Am Ende des Monat verfügte das Land noch über 26 Tonnen Gold, 14 Tonnen weniger als im September, wie aus Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) hervorgeht. Ob sich der Trend im November fortsetzt, war zunächst unklar.

Die Ukraine, in der seit Monaten ein Konflikt mit prorussischen Separatisten tobt, steht am Rande der Staatspleite. Sie ist abhängig von ausländischen Krediten und schuldet Russland noch eine erhebliche Summe für Erdgaslieferungen. Die Landeswährung hat zum Dollar in diesem Jahr bereits mehr als 80 Prozent an Wert verloren.

Die ukrainischen Parteien und ihre Köpfe

Petro-Poroschenko-Block

Die Parlamentswahl soll der krisengeschüttelten Ukraine an diesem Sonntag eine stabile Regierung bringen. Wegen der Gefechte im Osten werden aber vorerst nur 424 der 450 Sitze in der Obersten Rada in Kiew vergeben, es gilt die Fünfprozenthürde. Um 225 Sitze bewerben sich 29 Parteien mit mehr als 3000 Kandidaten, die restlichen 199 Mandate werden per Direktwahl bestimmt. Stimmberechtigt sind gut 36 Millionen Bürger. Die aussichtsreichsten Parteien im Überblick.

PETRO-POROSCHENKO-BLOCK: „Zeit für Einigkeit“ ist der Slogan der neu gebildeten Partei von Präsident und Namensgeber Petro Poroschenko. Sie liegt in Umfragen weit vorne. Spitzenkandidat ist der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko, der einen Wechsel vom Rathaus ins Parlament bisher kategorisch ausschließt. Vizeregierungschef Wladimir Groisman auf Listenplatz Vier gilt als Vertrauter von Poroschenko und wird als dessen Favorit für das Ministerpräsidentenamt gehandelt.

Oppositionsblock Silnaja Ukraina

Vertreter der bis zum Machtwechsel im Februar regierenden Partei der Regionen treten getrennt an. Ex-Vizeministerpräsident Juri Boiko muss mit dem Oppositionsblock um den Einzug bangen. Sicher im Parlament dürfte dagegen der ehemalige Sozialminister und Vizeregierungschef Sergej Tigipko mit seiner wiederbelebten Kraft Silnaja Ukraine (Starke Ukraine) sein.

 

Swoboda

Den Rechtsradikalen um Parteiführer Oleg Tjagnibok werden in Umfragen nur geringe Chancen für einen Wiedereinzug gegeben.

Vaterlandspartei

Die Partei von Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hat sich nach dem Weggang „altgedienter Kader“ verjüngt. Listenplatz Eins trat Timoschenko demonstrativ an die Militärpilotin Nadeschda Sawtschenko ab, die in Russland wegen Mordverdachts im Gefängnis sitzt. Kiew wirft Moskau politische Motive in dem Fall vor.

Radikale Partei

Frontmann ist der Abgeordnete Oleg Ljaschko. Sein Markenzeichen ist eine Heugabel, mit der er Kiew „ausmisten“ will.

Narodny Front

Ganz auf Regierungschef Arseni Jazenjuk zugeschnitten ist der Wahlkampf der neugegründeten Volksfront. Auf ihrer Liste stehen viele Kabinettsmitglieder, etwa Innenminister Arsen Awakow. Auch Parlamentspräsident Alexander Turtschinow und der frühere Sicherheitsratschef Andrej Parubij sowie Journalisten und Frontkämpfer stehen Jazenjuk zur Seite. Viele Spitzenkandidaten arbeiteten früher in der Vaterlandspartei von Julia Timoschenko.


Die Ukraine und der Westen werfen Russland vor, die Rebellen militärisch zu unterstützen und so die Krise anzufachen. Die USA und die Europäische Union haben deswegen eine Reihe von Sanktionen verhängt. Das trifft auch die russischen Goldminen-Betreiber. Deshalb springt die Zentralbank offenbar verstärkt als Abnehmer ein. Im Oktober stockte Russland seine Goldreserven laut IWF um knapp 19 Tonnen auf 1168 Tonnen auf. Das ist das fünftgrößte Volumen, das derzeit von einer Zentralbank gehalten wird.

Kommentare (16)

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Herr Josef Schmidt

21.11.2014, 12:22 Uhr

Ukraine hat ihr Gold schon nach dem Putsch den USA überlassen. Dafür werden sie jetzt Humvees bekommen. Schade dass sie kein Benzin haben um damit rumzufahren und Zivilisten jagen können.

HAMMER !!!

Ein Geheimabkommen zwischen den Niederlanden, Belgien, Australien und der Ukraine sieht vor, dass Einzelheiten der Untersuchung nicht an die Öffentlichkeit gelangen dürfen, wenn eines der Länder Widerspruch einlegt.

MALAYSIA, das Land, aus dem das Flugzeug kommt und das ebenfalls Opfer zu beklagen hat, gehört dieser Untersuchungskommission NICHT an. Die Ukraine dagegen, die ja als Urheber des Abschusses nicht ausgeschlossen werden kann, darf in der Kommmission ein Veto einlegen.

Ich bin auch für solche westliche Transparenz !!!

Account gelöscht!

21.11.2014, 12:52 Uhr

Passend zu dem Thema Ukraine / Russland und dem verlogen agieren unserer Feudalkruste bei diesem Thema:

Eklat im Bundestag: Regierung verweigert Informationen über MH17

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/11/20/eklat-im-bundestag-regierung-verweigert-informationen-ueber-mh17/

“Vertreter der Bundesregierung wollen dem Linkspolitiker Alexander Neu keine klassifizierten Informationen über den Abschuss der MH17 in der Ukraine geben. Denn dieser sei nicht vertrauenswürdig. Neu hatte zuvor die Kalte-Kriegs-Rhetorik eines CDU-Obmanns im
Verteidigungs-Ausschuss kritisiert.“

Wir, das Volk in der Bundesrepublik Deutschland dürfen keinerlei “klassifizierter“ Informationen über den Abschuss von MH17 erhalten, da es sich um Geheimnisse handele, und wir nicht vertrauenswürdig seien. So denken die überwiegende Anzahl an CDU/CSU, SPD und Grünen Bundestagsabgeordneter. Eine schöne “Schweinebande“ von Volks(ver)tretern haben wir da im Bundestag sitzen!!!

In den Systemmedien wird darüber nicht berichtet. Warum wohl?!

Wo sind heute eigentlich die bezahlten “Westenversteher“ die uns sicher erläutern können warum die Sichtweise unserer Feudalkruste das beste für uns alle ist. Schwierigkeiten bei der Findung von absurden oder erlogenen Argumenten, - oder wird die mediale Verarschung mittlerweile sogar euch zu peinlich?!

Herr Kar Michel

21.11.2014, 13:07 Uhr

Ist ja interessant : da hatte ich doch vor kurzem über einen "Gold-Blog" ganz andere Zahlen vernommen. Also der IWF hat genaue Zahlen zum Gold-Vermögen der Ukraine ? Dann hält er sicherlich die Hand drauf, auf seine Sicherheiten.
Also was theoretisch noch der Ukraine gehört ist längst verpfändet ... . Aber wem kann man bei diesem Thema noch ein Wort glauben ?

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