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29.01.2010

14:55 Uhr

Staatsschulden

EU feilt an „Plan B“ für mögliche Griechenland-Pleite

Das hochverschuldete Griechenland rückt offenbar zunehmend an den finanziellen Abgrund. Das Risiko einer möglichen Pleite lässt die Euro-Staaten nicht unbeeindruckt. In Hauptstädten von Ländern des Eurogebiets wird bereits über mögliche Hilfen Rettungsgelder gesprochen. Bei Experten stößt eine etwaige Nothilfe indes auf massive Bedenken.

Die Schulden Griechenlands werden mehr und mehr zum Top-Thema für die EU. ap

Die Schulden Griechenlands werden mehr und mehr zum Top-Thema für die EU.

dne/HB BRÜSSEL. Wie Diplomaten am Freitag in Brüssel sagten, sind Hilfen für den finanziell angeschlagenen Partner Griechenland inzwischen nicht mehr ausgeschlossen. Bisher gebe es aber keinen fertigen Unterstützungsplan. Weder die EU-Kommission noch die Bundesregierung bestätigten diese Informationen.

Die Lage ist dramatisch, denn die Schuldenkrise in Athen belastet den Euro erheblich. Griechenland als größter Schuldensünder der Eurozone muss auch hohe Risikoaufschläge für seine langfristigen Anleihen zahlen. Experten befürchten, dass auch Portugal oder Spanien in den Sog der Krise geraten könnten. Es sei die größte Herausforderung für das gemeinsame Währungsgebiet seit der Euro-Einführung 1999.

Die EU-Kommission nahm zu den Informationen zu Nothilfen keine Stellung. Die Bundesregierung teilte mit, sie sehe keinen Grund dazu: „Deutschland verlässt sich darauf, dass Griechenland seine Ankündigungen umsetzt“, sagte Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans in Berlin. Das Finanzministerium bekräftigte frühere Angaben, dass die Euro-Gruppe nicht an einem Hilfsprogramm für das südeuropäische Land arbeite.

Für Länder mit der Euro-Währung gibt es keinen festgelegten Hilfsmechanismus zur Vermeidung eines Staatsbankrotts. Während die EU den nicht zur Eurozone gehörenden Ländern Ungarn, Lettland und Rumänien mit Milliardenbeträgen unter die Arme griff, geht dies bei Staaten mit dem Euro nicht. Ein mögliches Szenario wäre, dass große Euro-Länder wie Deutschland oder Frankreich auf freiwilliger Basis Athen bilaterale Kredite einräumen, sagten Diplomaten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) in Washington soll nicht in Anspruch genommen werden.

Kommentare (8)

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P. T. Kroeger

29.01.2010, 17:51 Uhr

"Die besorgnisse gelten demnach nicht nur dem hoch verschuldeten Griechenland, sondern auch irland, Spanien, Portugal und Zypern."
Das sagt doch bereits alles. bail out oder bilaterale Darlehen sind Gift und führen zum selben Lerneffekt wie bei den banken infolge der nationalen Sicherungsprogramme.
Fazit: Lieber ein Squeeze out mit Wiedereinführung der Drachme und dem alten Abwertungsspiel als sinnlose Selbstüberschätzung.

divo

30.01.2010, 11:31 Uhr

Es geht hier doch überhaupt nicht darum, GRiECHENLAND zu HELFEN! Viel mehr geht es doch darum DEUTSCHLAND zu SCHWÄCHEN. WiR müssen solange zahlen, bis WiR die Schwächsten sind und am ärmsten dran sind. Merkt das denn keiner? Mit anderen Worten: Deutschland geht es noch zu gut - das muss schnellstens geändert werden!

Leertasche

30.01.2010, 13:46 Uhr

GRiECHENLAND iST PLEiTE! Diese Dummschwätzer, sei es ein Vize-Regierungssprecher wie auch ein Almunia gehören von der öffentlichen bühne entfernt. Es muß schon jetzt veröffentlicht werden, welche deutschen banken sich an den griechischen Anleihen bedient haben. Sofort!!

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