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20.01.2011

19:00 Uhr

Staatsverschuldung

Griechenland übertrifft Sparvorgaben

VonGerd Höhler

Während Politiker und Experten in ganz Europa öffentlich bezweifeln, ob Griechenland seine Schulden bedienen kann und eine Umschuldung fordern, schafft das Land überraschend Fakten: Die griechische Regierung gab jetzt bekannt, dass sie im vergangenen Jahr die Sparziele sogar deutlich übertroffen hat. Auch Portugal kann sein Defizit senken.

Giorgos Papakonstantinou dpa

Giorgos Papakonstantinou

ATHEN. Auch Finanzminister Giorgos Papakonstantinou meldet Fortschritte: 2010 konnte er das Haushaltsdefizit auf 19,45 Milliarden Euro drücken - nach 30,9 Milliarden im Vorjahr. Damit wurde das Defizit um 37 Prozent reduziert. Im Konsolidierungsprogramm, das Griechenland mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) abgestimmt hat, war ein Sparziel von 33,2 Prozent angesetzt. Der Erfolg geht vor allem auf das Konto drastischer Streichungen bei den Haushaltsausgaben, die gegenüber dem Vorjahr um 9,1 Prozent gekürzt wurden. Die Vorgabe des Sparprogramms lag bei 7,5 Prozent.

Auf der Einnahmenseite verfehlte der Finanzminister sein Ziel allerdings: das Steueraufkommen stieg statt erwarteter sechs Prozent nur um 5,5 Prozent. Dies gilt als eine Folge der Rezession: Nach vorläufigen Berechnungen ist die griechische Wirtschaft im vergangenen Jahr um rund vier Prozent geschrumpft.

Die Haushaltszahlen zeigten, dass Griechenland sich im Rahmen des mit EU und IWF vereinbarten Konsolidierungsprogramms befinde, heißt es in einer Erklärung des Athener Finanzministeriums. Die Umsetzung der Sparvorgaben ist Voraussetzung für die Bewilligung der internationalen Hilfskredite von 110 Milliarden Euro. Die Gelder werden in mehreren Tranchen bis zum 1. Quartal 2013 ausgezahlt und sollen es dem hoch verschuldeten Land ermöglichen, sich weitgehend unter Umgehung der Kapitalmärkte zu refinanzieren.

Die griechische Regierung macht derweil Stimmung gegen die Hoffnungslosigkeit: Im Sommer werde die Wirtschaft auf Wachstumskurs einschwenken, sagte Entwicklungsminister Mihalis Chrysohoidis am Donnerstag. Die boomenden Exporte wEden die Rezession in seinem schuldengeplagten Land beenden.

Schon 2010 seien die Ausfuhren um acht Prozent gestiegen, obwohl die gesamte Wirtschaftsleistung wohl um mehr als vier Prozent geschrumpft sei. Chrysohoidis nannte den Erfolg der Exportwirtschaft ein "Wunder" - allein die Bestellungen aus der Europäischen Union an griechische Firmen hätten zuletzt um 15 Prozent zugelegt.

Kommentare (18)

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Achilles

20.01.2011, 20:32 Uhr

ich wusste, unsere Griechen lassen uns nicht hängen.
Denn sie wissen, wir sitzen alle im selben boot und wer nur seinen eigenen Vorteil bedient bringt dass boot auf Schlagseite. ich denke dass jetzt alle gelernt haben und sich nun endlich am Sauriehmen reißen. Einer für alle alle für einen! Jiiiiiipppppiiiiiieeeeeeeiiiiiiiiiiooooooooohhhhhhh!!!!

Frankie

20.01.2011, 20:34 Uhr

Also, da darf man wohl mal kräftig lachen. Nachdem Griechenland jahrelang vorsätzlich getürkte Haushaltsangaben veröffentlicht bzw. derEU gemeldet hatte, glaubt da wirklich jemand ernsthaft das die neuen Zahlen der Wahrheit entsprechen? Sollte die Gleichung: Griechenland = betrügerland plötzlich nicht mehr gelten?

norbert

20.01.2011, 20:40 Uhr

Mal sehen, ob die Zahlen diese behauptung belegen können.
Es wäre den Griechen zu gönnen.

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