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15.07.2013

20:12 Uhr

Ständige Vertretung „unbegründet”

Ungarn wirft IWF aus dem Land

Der IWF soll seine Repräsentanz in der ungarischen Hauptstadt schließen. Damit vollzieht sich weiterhin die von Premierminister Orban proklamierte Unabhängigkeit von Europa. Der IWF hatte Ungarn 20 Milliarden geliehen.

Der Chef der Notenbank, György Matolcsy, will den IWF nicht weiterhin in Budapest vertreten sehen. Reuters

Der Chef der Notenbank, György Matolcsy, will den IWF nicht weiterhin in Budapest vertreten sehen.

BudapestUngarns Nationalbank hat den Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgefordert, seine ungarische Repräsentanz zu schließen. Man halte eine ständige Vertretung des IWF in Ungarn für „unbegründet“, schrieb der Chef der Notenbank, György Matolcsy, in einem Brief an die IWF-Chefin Christine Lagarde, wie die Nationalbank in Budapest am Montag mitteilte.

Daraufhin teilte die IWF-Repräsentanz in Budapest mit, das Mandat der Büroleiterin Iryna Ivaschenko laufe Ende August ab, ein Nachfolger werde nicht entsandt. Der IWF sei stets auf Einladung der Gastländer in den Mitgliedstaaten präsent. Man würde aber gerne die regulären bilateralen Konsultationen mit Ungarn fortsetzen, wie mit jedem anderen Mitgliedstaat auch, hieß es weiter in der IWF-Mitteilung.

Ungarn werde den 2008 erteilten IWF-Kredit bis Ende dieses Jahres vollständig zurückzahlen, so dass hier ohnehin kein weiteres IWF-Programm laufe, hatte Matolcsy weiter geschrieben. Der seit 2010 amtierenden Regierung von Viktor Orban sei es gelungen, das Haushaltsdefizit unter 3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu drücken und die Staatsverschuldung zu senken.

Mit Ausbruch der globalen Finanzkrise hatten IWF und EU mit einem Notkreditpaket von 20 Milliarden Euro das damals sozial-liberal regierte Ungarn vor dem Staatsbankrott gerettet. Spätere Verhandlungsversuche von Orbans Regierung mit dem IWF scheiterten, weil Budapest keine der Sparauflagen erfüllen wollte.

Matolcsy, seit gut vier Monaten im Amt, ist ein politischer Partner des rechtsnationalen Orban. Als Wirtschaftsminister (2010 bis März 2013) galt er als Architekt von Orbans „unorthodoxer“ Wirtschaftspolitik, die auf massiven Sondersteuern für Großunternehmen beruht. Orban plädierte immer wieder mit Nachdruck für „Unabhängigkeit“ vom IWF und anderen westlichen Kreditgebern. Im vergangenen Jahr schrumpfte Ungarns Wirtschaft um 1,7 Prozent.

Von

dpa

Kommentare (18)

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Ludwig500

15.07.2013, 22:09 Uhr

20 Milliarden, danke schön, Auflagen, nö, keine Lust, und jetzt macht die Tür bitte von aussen zu. Wir melden uns wenn wir Nachschub brauchen.

Wie ich das finde? Wenigstens ehrlicher als das alberne Getue von Zypern und Griechenland.





Rechner

15.07.2013, 22:24 Uhr

'Ludwig500' sagt
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20 Milliarden, danke schön, Auflagen, nö, keine Lust, und jetzt macht die Tür bitte von aussen zu.Wir melden uns wenn wir Nachschub brauchen.
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Sie verstehen wohl nur Bahnhof:

"Ungarn werde den 2008 erteilten IWF-Kredit bis Ende dieses Jahres vollständig zurückzahlen ..."

DER KREDIT WIRD ZURÜCKGEZAHLT.

DIESES JAHR!

Wenn man liquide ist, braucht man sich selbstverständlich keine Vorschriften machen zu lassen.

Und schon gar nicht vom IWF - der amerikanisch-französischen Schuldenfabrik.

Europa sollte diesem Saftladen den Stuhl ganz vor die Tür stellen.

Account gelöscht!

15.07.2013, 22:27 Uhr


Hoffen wir, er setzt eine nationalistische Marke.

Steht sein Unterfangen im Kontext, Gnade allen österreichischen Banken. Schaut vorerst heut nach shitstorm aus. Gebündelte Massnahmen, Kritik an Finanzsteuer, Fitch agiert etc etc. Commerzbank. G-20 Merkel. Nette Tagesladung.

Ein Sommerloch ? Oder die Währungsfalle ?

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