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06.02.2016

14:26 Uhr

Stahlstreit mit der EU

China fordert Klärung durch Welthandelsorganisation

China warnt die EU: Im Streit um Strafzölle für billig importierten Stahl aus Fernost und Russland pocht Peking auf eine Prüfung durch die Welthandelsorganisation. Die EU hält vorerst an ihren Zollplänen fest.

Die EU-Kommission verdächtigt chinesische und russische Stahlproduzenten, mit Dumping-Preisen unter den Herstellungskosten den europäischen Markt anzugreifen. dpa

Dumping-Vorwurf

Die EU-Kommission verdächtigt chinesische und russische Stahlproduzenten, mit Dumping-Preisen unter den Herstellungskosten den europäischen Markt anzugreifen.

ParisChina warnt die EU-Kommission vor Strafzöllen auf Stahlimporte. Um die europäischen Dumping-Vorwürfe zu klären, müsse zunächst die Welthandelsorganisation (WTO) eingeschaltet werden, forderte das chinesische Handelsministerium am Samstag auf seiner Internetseite. Die Europäische Kommission will noch im Februar vorläufige Zölle von bis zu 16 Prozent auf importierten chinesischen Stahl verhängen. Bei Stahl aus Russland sollen es sogar bis zu 26 Prozent sein. Nach Reuters-Informationen dürften die Maßnahmen am 14. Februar bekanntgegeben werden. Bis zum 12. August sollen die Ermittlungen der EU-Kommission abgeschlossen sein. Danach drohen endgültige Zölle.

Die europäische Stahlindustrie wirft China und Russland Dumpingpreise vor. Demnach verkaufen die Länder in Europa Stahl unter den Herstellungskosten oder unter den Preisen, die auf dem heimischen Markt verlangt werden. Dadurch werde der EU-Markt geschädigt, argumentiert der Branchenverband Eurofer. Die weltweite Stahlindustrie kämpft derzeit mit einem Überangebot. Branchenprimus ArcelorMittal gab am Freitag einen Rekordverlust für 2015 bekannt.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Von

rtr

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