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07.05.2015

19:16 Uhr

Stalingrad-Gedenken

Steinmeier und Lawrow erinnern gemeinsam

Nie wieder Krieg in Europa – das war eine der schmerzhaften Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Ukraine-Krise hat diese Losung auf die Probe gestellt. Doch zum Gedenken raufen sich Deutschland und Russland zusammen.

Auf dem Soldatenfriedhof von Rossoschka bei Wolgograd (Russland) legte Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow einen Kranz nieder. dpa

Steinmeier in Wolgograd

Auf dem Soldatenfriedhof von Rossoschka bei Wolgograd (Russland) legte Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow einen Kranz nieder.

WolgogradTrotz des Konflikts in der Ukraine haben die Außenminister aus Deutschland und Russland gemeinsam an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren erinnert. Die beiden Ressortchefs Frank-Walter Steinmeier und Sergej Lawrow besuchten am Donnerstag zusammen die Schlachtfelder von Stalingrad, dem heutigen Wolgograd. Auf einem deutsch-russischen Soldatenfriedhof legten sie Kränze nieder.

Anschließend mahnten beide Minister, die Bemühungen für eine politische Lösung der Ukraine-Krise fortzusetzen. Steinmeier sagte, in Europa dürfe es „nie wieder“ zu Krieg und Zerstörung kommen. Lawrow sagte: „Wir müssen alles daran setzen, damit sich solche Tragödien in der Menschheitsgeschichte nicht wiederholen.“ Zugleich beschuldigte er aber auch die ukrainische Regierung, die Umsetzung der Minsker Friedensvereinbarungen zu verschleppen.

Der Kampf um Stalingrad 1942/43 gilt als eine der schlimmsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs. Dort starben mehr als 700 000 Menschen. Im Zuge der Entstalinisierung wurde die Stadt 1961 in Wolgograd umbenannt. Sie gilt aber heute noch als „Heldenstadt“.

Steinmeier und Lawrow besuchten die Kriegsgräberstätte Rossoschka, wo mehr als 60 000 deutsche und sowjetische Soldaten begraben liegen. Die Gedenkstätten sind nur durch eine kleine Landstraße voneinander getrennt. Anschließend gingen sie zum Mamajew-Hügel, der damals besonders umkämpft war. Heute erinnert dort eine riesige Statue „Mutter Heimat ruft“ an den Sieg der Roten Armee.

Der Besuch war Auftakt gemeinsamer deutsch-russischer Gedenken zum 8./9. Mai 1945. Am Sonntag will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Moskau mit Präsident Wladimir Putin am Grab des Unbekannten Soldaten einen Kranz niederlegen. Bei der großen Militärparade am Samstag ist wegen des Ukrainekonflikts allerdings kein Mitglied der Bundesregierung dabei. Deutschland wird durch seinen Botschafter vertreten.

Von

dpa

Kommentare (11)

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Herr Walter Gerhartz

08.05.2015, 09:42 Uhr

Die größte Bedrohung geht sicherlich nicht von Russland aus, nein, Präsident Putin hat nichts anderes getan als sich gegen Amerika zur Wehr gesetzt.
Wenn Russland so eine Aktion wie die amerikanische Navy gemacht hätte, ja dann wäre die Annektierung der Krim ein verwerflicher Akt gewesen.
A B E R ! ! ! !
Mit "Kooperation, Dialog und Vertrauen" haben die westlichen Regeln nichts zu tun, sondern vielmehr mit "Hierarchie, Unterordnung und Gehorsam". Der Ukrainekonflikt begann ja nicht mit der russischen Übernahme auf der Krim. Der Ukrainekonflikt begann auch nicht mit dem Maidan. Der Ukrainekonflikt begann damit, dass die EU die Ukraine zwingen wollte, das Assoziierungsabkommen zu unterzeichnen, dass sowohl gegen ukrainische als auch russische Interessen verstiess. Der Ukrainekonflikt begann, als die USA Steuergelder in Milliardenumfang in die ukrainische Opposition butterten und somit einen prowestlichen Regierungswechsel herbei führen wollten. Der Ukrainekonflikt begann, als die US-Navy im September 2013 (also 2 Monate vor dem Maidan und 5 Monate vor dem Umsturz) eine öffentliche Ausschreibung herausgab für die Renovierung und Herrichtung ihres neuen Flottenstützpunktes ... und zwar in Sevastopol auf der Krim. Für alle, die das nicht glauben wollen, hier der Link zur öffentlichen Ausschreibung (ein hoch auf das neoliberale Dogma, alle staatlichen Ausschreibungen öffentlich zu machen):
https://www.fbo.gov/index?s=op...
Man denke mal darüber nach, was das bedeutet: Bereits im September 2013 plante die US Navy, einen Flottenstützpunkt auf der Krim einzurichten. Sie wussten also erstens, dass es einen politischen Wechsel geben würde. Und zweitens gingen sie fest davon aus, dass sie die Krim unter Kontrolle bekommen würden und dann dort einen eigenen Flottenstützpunkt errichten könnten.
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Ein kluger Politiker hätte die Interessen und auch die Lage Russlands bedacht, überlegter gehandelt. Wie hätte Putin reagieren sollen nach dem von westlicher Seite unterstützten Putsch

Herr Walter Gerhartz

08.05.2015, 10:58 Uhr

Punkte für den Russland-Versteher: Steinmeier überholt Merkel bei Umfrage
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Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier kann mit seinem besonnenen Russland-Kurs in der Gunst der Deutschen gewinnen und überholt bei einer Umfrage Angela Merkel, deren Reputation gegenüber den USA in der Spionage-Affäre deutlichen Schaden genommen hat.
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Die Unzufriedenheit der Deutschen mit Angela Merkel findet ihren Niederschlag nun auch in einer Umfrage: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat Merkel mit 74 Prozent überholt und ist demnach Deutschlands angesehenster Politiker. Merkel verliert fünf Prozentpunkte und erreicht bei der ARD eine Zustimmung von 70 Prozent. Das ergab der «Deutschlandtrend», eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der ARD. Eine Umfrage der Bild-Zeitung hatte ebenfalls ergeben, dass Merkels Taktieren gegenüber den USA nicht goutiert wird.

Herr Walter Gerhartz

08.05.2015, 11:06 Uhr

Das Angela Merkel verlieren wird war zu erwarten, denn wer seinen politischen Auftrag so mangelhaft beachtet wie Angela Merkel wird immer verlieren.
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Lange genug haben sich die Deutschen von Angela Merkel einwickeln lassen. Nun erkennt man Schritt fuer Schritt was fuer eine Persons ins Kanzleramt in Berlin gewaehlt wurde. Die Menschen in Deutschland wollen eigenstaendig sein und nicht von der Gunst der USA abhaengen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat die Zeichen der Zeit verstanden und das wird ihm mit Zustimmung gedankt.

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