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20.06.2011

19:36 Uhr

Standard & Poor's

Freiwillige Umschuldung bedeutet Hellas-Pleite

Standard & Poor's schlägt Alarm: Im Falle einer freiwilligen Umschuldung würde die Ratingagentur Hellas-Staatsanleihen wahrscheinlich als Zalungsausfall bewerten. Das provoziert erneut Kritik an den Ratingagenturen.

Eine europäische Flagge weht über dem Parthenon Tempel auf der Akropolis in Athen. Quelle: dpa

Eine europäische Flagge weht über dem Parthenon Tempel auf der Akropolis in Athen.

BerlinDie Ratingagentur Standard & Poor's bekräftigt ihre Haltung, im Falle einer freiwilligen Umschuldung Griechenlands griechische Staatsanleihen wahrscheinlich als Zahlungsausfall zu bewerten. Zwar könnte S&P nicht von vornherein sagen, dass jede Form der Umschuldung einen Zahlungsausfall bedeute. Aber: „Die Vergangenheit zeigt, dass es bei einem Land, dessen Kreditwürdigkeit wie Griechenland aktuell mit CCC bewertet wurde, in der Regel nicht zu einer freiwilligen Umschuldung gekommen ist und Investoren Verluste hinnehmen mussten“, sagte der Leiter des Länderbereichs Europa bei S&P, Moritz Krämer der „Welt“ laut Vorabbericht.

Bei einer Laufzeitverlängerung einer Anleihe würden Investoren schlechter gestellt, das würde einen Zahlungsausfall bedeuten und eine entsprechende Herabstufung S&Ps nach sich ziehen, sagte Krämer. Ob die Umschuldung freiwillig erfolge, spiele eine untergeordnete Rolle. „Entscheidend ist: Wie steht der Investor im Vergleich zu dem da, was ihm versprochen wurde, als er sein Geld investiert hat“, sagte Krämer. Der Länderanalyst warnte außerdem die Politik vor einem Aufschieben des griechischen Rettungspakets. „Wenn die nächste Tranche der Hilfsgelder an Griechenland nicht ausgezahlt wird, würde das die Gefahr eines Zahlungsausfalls im Juli erheblich erhöhen.“

Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon forderte, die Macht der Ratingagenturen zu brechen. „Europa muss sich vom Diktat der US-Ratingagenturen freimachen“, sagte der CSU-Politiker der „Welt“. „Es kann nicht sein, dass uns US-Agenturen im Ergebnis vorschreiben, wann die EZB eine Anleihe als Sicherheit akzeptieren darf und wann nicht“, sagte Fahrenschon. Viele Politiker hatten als Alternative zuletzt immer wieder eine Europäische Ratingagentur ins Spiel gebracht. Das EU-Parlament hatte der EU-Kommission vor kurzem Vorschläge für eine europäische Ratingstiftung unterbreitet. „Wir stehen der Gründung einer Europäischen Ratingstiftung offen gegenüber“, sagte Krämer.

 

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

20.06.2011, 21:42 Uhr

Das Drama nimmt seinen Lauf. Haben wir heute das "retardierende Moment" gesehen, als verkündet wurde "Die Kohle für die Rettung ist bestens beschlossen"? Nun kommen wieder die andern, nach wenigen Stund', die den Griechen den Rest geben wollen mit des Buchhalters Feder, weil die Fakten die Propaganda längst erdrücken, die Helden vielstimmig-wirr stöhnen, Hellas, das Opfer, mal keuchet, mal tönet - Haß in den Augen und die Runen der Deutschen?

Fällt am Mittwoch Papandreou, der sich dem "guten" verschrieben, so wäre die Sache gegessen, "abgemerkelt", geschäublet" der Stolz der Helenen.
Tritt ein andrer Schuldner noch zusätzlich ins Zwielicht der Bühne zu locken die "Kohle", die feile, mit Flehn, um seiner Verfolger Messer zu bremsen, wirds noch mal richtig spannend, zum gruseln...

Schaun wir weite nach Frankfurt, Brüssel, Berlin und Athen, wo sie kräfteverzehrend taub sich stellend im Geiste benommen - weiterwuseln... wir werden sehn!

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