Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.07.2014

01:58 Uhr

Steigende Energiepreise

Ägypten rechnet mit noch stärkerer Inflation

Ägyptens neuer Präsident Abdel Fattah al-Sissi vor der Bewährungsprobe: Das Land muss mit einer noch stärkeren Inflation rechnen. Die Energiepreise sollen in den nächsten Tagen angehoben werden.

Ägyptens Präsident Al-Sissi muss mit einer weiter steigenden Inflation rechnen. dpa

Ägyptens Präsident Al-Sissi muss mit einer weiter steigenden Inflation rechnen.

KairoDie neue Regierung in Ägypten rechnet wegen höherer Energiepreise mit einer noch stärkeren Inflation. Die Teuerungsrate werde bald einen zweistelligen Prozentsatz erreichen, teilte die Regierung am Mittwoch mit. In den nächsten Tagen würden die Energiepreise angehoben. Details dazu wurden aber noch nicht genannt. Die Verbraucherpreise waren zuletzt um 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, wie aus im Mai von der Regierung veröffentlichten Daten hervorgeht.

Ägypten als Machtfaktor im Nahen Osten

Bevölkerung

Mit rund 85 Millionen Einwohnern ist der Staat das bevölkerungsreichste arabische Land. Niltal und Nildelta zählen mit mehr als 1100 Menschen pro Quadratkilometer zu den am dichtesten besiedelten Regionen der Welt.

Wirtschaftskraft

Bei der Wirtschaftsleistung gab es 2012 im Vergleich zum Vorjahr einen prognostizierten Zuwachs von zwei, für 2013 von drei Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte sich 2013 auf geschätzt knapp 276 Milliarden Dollar summieren.

Suezkanal

Kairo kontrolliert mit dem 1956 verstaatlichten Kanal eine der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt. Besondere Bedeutung haben die vielen Tanker, die Öl vom Golf nach Europa transportieren. Die Kanalgebühren sind eine tragende Säule des ägyptischen Staatshaushalts.

Tourismus

Die Branche ist einer der wichtigsten Devisenbringer des Landes. Nach einem Einbruch im Revolutionsjahr 2011 mit 9,8 Millionen Touristen (2010: 14,7 Millionen) kamen 2012 bis November 9,5 Millionen. Die Zahl der deutschen Urlauber stieg in den ersten neun Monaten 2012 im Vergleich zu 2011 um gut 29 Prozent auf rund 830 000.

Nahostfrieden

Für die EU und die USA ist Ägypten seit langem ein verlässlicher Vermittlungs- und Verhandlungspartner. Auf die palästinensische Seite wirkte Kairo oft mäßigend ein. Ägypten war das erste arabische Land, das Israel anerkannte. Die Staaten schlossen 1979 einen Friedensvertrag.

Dschihadisten

Präsident Husni Mubarak verfolgte einen harten Kurs gegen Islamisten und präsentierte Ägypten als „Bollwerk gegen Dschihadisten“. Unter seinem Nachfolger Mohammed Mursi konnten militante Islamisten in einigen Bezirken östlich der Stadt Al-Arisch mehr oder weniger unbehelligt von der Staatsmacht schalten und walten. Aus Sicht der Armee waren die Operationen gegen Extremisten mit Nähe zum Terrornetzwerk Al-Kaida in dem Gebiet in dieser Zeit halbherzig.

Ägyptens neuer Präsident Abdel Fattah al-Sissi muss nicht nur für mehr Sicherheit im Land sorgen, sondern auch die Staatsfinanzen wieder auf Vordermann bringen. Zudem wird von ihm erwartet, dass er die von politischen Unruhen im Land gebeutelte Wirtschaft wieder ankurbelt.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×