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15.04.2011

19:39 Uhr

Steigende Preise

Inflation in USA zieht kräftig an

Die Inflationsrate in den USA ist im März auf den höchsten Stand seit Oktober 2009 geklettert. Schuld sind gestiegene Lebensmittel- und Benzinpreise. Eine Anhebung des Leitzins komme jedoch vorerst noch nicht in Frage.

Eine Anhebung des Leitzins wird es laut US-Notenbank vorerst nicht geben. Quelle: ap

Eine Anhebung des Leitzins wird es laut US-Notenbank vorerst nicht geben.

WashingtonSteigende Lebensmittel- und Benzinpreise haben die Inflationsrate in den USA im März auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr getrieben. Die Verbraucherpreise kletterten mit 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und damit genauso stark wie in der Euro-Zone. Das ist der höchste Wert seit Oktober 2009, wie das Arbeitsministerium in Washington am Freitag mitteilte. Im Vergleich zum Vormonat zogen die Preise um 0,5 Prozent an.

Die steigenden Lebenshaltungskosten haben den Amerikanern die Kauflaune verdorben. Das Verbrauchervertrauen fiel im März auf das niedrigste Niveau seit mehr als einem Jahr. Im April kletterte das von Thomson Reuters und der University of Michigan ermittelte Barometer dann wieder leicht von 67,5 auf 69,6 Punkte, blieb aber unter dem Stand vom Jahresbeginn.

Trotz der anziehenden Inflation rechnen Experten nicht mit einer raschen Zinswende in den USA. Die Notenbank Federal Reserve schaut vor allem auf die sogenannte Kern-Inflationsrate, bei der die stark schwankenden Lebensmittel- und Energiepreise ausgeklammert werden. Diese ist mit 1,2 Prozent vergleichsweise niedrig. „Sie liegt noch immer auf einem Niveau, welches keine rasche Abkehr von der ultraexpansiven US-Geldpolitik erfordert“, sagte Helaba-Analystin Viola Stork. An der Börse wurden die Daten zeitweise mit Kursgewinnen aufgenommen.

Anders als die Europäische Zentralbank (EZB), die vor gut einer Woche ihren Leitzins erstmals seit rund drei Jahren angehoben hat, strebt die Notenbank Federal Reserve nicht nur stabile Preise an, sondern auch Vollbeschäftigung. Auch wegen der noch immer hohen Arbeitslosigkeit dürfte die Fed ihren Leitzins vorerst nicht antasten. Seit Dezember 2008 fährt die mächtigste Notenbank der Welt praktisch eine Nullzinspolitik. Maximal 0,25 Prozent Zinsen müssen Banken zahlen, wenn sie sich bei ihr Geld leihen. Das billige Geld kurbelt Investitionen und Konsum an, kann bei einem kräftigen Aufschwung aber auch den Inflationsdruck verstärken.

Die US-Industrie bestätigte zuletzt ihren Aufwärtstrend. Im gesamten Verarbeitenden Gewerbe legte die Produktion im März um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu, wie die US-Notenbank mitteilte. „Die Fed dürfte mit diesen Zahlen relativ zufrieden sein“, sagte Commerzbank-Analyst Christoph Balz. „Die Industrie wächst kräftig und der Inflationsdruck beschränkt sich weitgehend auf die Energie, wobei die Geldpolitiker den Preisschub bei Rohstoffen als vorübergehend ansehen.“ Daher dürfte die Mehrheit im Offenmarktausschuss der Fed keine Eile verspüren, die Zinsen zu erhöhen.

Von

rtr

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