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30.07.2012

18:14 Uhr

Steigende Rohstoffpreise

Weltbank sagt wegen Ernteausfällen Hilfen zu

Die Ernteausfälle weltweit führen zu einem Anstieg der Lebensmittelpreise. Das treffe besonders die Ärmsten, deshalb will die Weltbank Hilfen zur Verfügung stellen. Neben den USA ist auch der Osten Europas betroffen.

Dürre im mittleren Westen der USA. dpa

Dürre im mittleren Westen der USA.

WashingtonDie Weltbank hat aktive Hilfen gegen steigende Lebensmittelpreise angekündigt. Es könne nicht hingenommen werden, dass ein kurzfristiger Preisanstieg die ärmsten und anfälligsten Gruppen der Bevölkerung treffe, erklärte Weltbank-Chef Jim Yong Kim am Montag. Man beobachte die Lage aufmerksam und stehe bereit, um Regierungen bei der Umsetzung von Hilfsmaßnahmen zu unterstützen.

Missbrauch von Agrar-Subventionen

Endlich offengelegt

Lange mussten vor allem Journalisten warten, 2012 dann durften sie endlich erfahren, wer von den Agrar-Subventionen der EU profitiert. Einige besonders skurrile Beispiele …

Subventionen für Nutella

Zu den Empfängern gehört zum Beispiel der Nutella-Hersteller Ferrero – mal abgesehen von der Tatsache, dass Nutella zu 55 Prozent aus Zucker besteht und so mancher Fachmann eher eine Zusatzbesteuerung für solche ungesunde Produkte fordert.

Schalke-Chef

Tierschützer schütteln mit dem Kopf bei dem Gedanken, dass auch Clemens Tönnies Gelder aus dem Subventionstopf erhält. Europas größter Schweinefleischvermarkter – im Nebenjob Chef des Fußballclubs Schalke 04 – gilt nicht gerade als Vorbild für die artgerecht Behandlung von Schweinen.

Adelige

Geld gibt es zudem auch reichlich für blaues Blut: Königin Elisabeth erhält für ihren Landbesitz mehr als 500.000 Euro, aber die Liste lässt sich mit weiteren Aristokraten aus ganz Europa beliebig fortsetzen.

RWE

Auch RWE wird gefördert. Der Versorger gilt zwar nicht als Vorreiter für erneuerbare Energien, aber immerhin war RWE clever genug, ehemalige Braunkohlegruben flugs als landwirtschaftliche Fläche auszuweisen und dafür 600.000 Euro zu kassieren.

Rheinmetall

Der Rüstungskonzern Rheinmetall bekam 2009 immerhin noch 84.000 Euro, weil er einen ehemaligen Schießstand umfunktionierte.

Zigaretten-Hersteller

Ein weiterer Nutznießer ist der Zigarettenkonzern British American Tobacco. Aber was sind die 1,5 Millionen Euro Unterstützung schon im Vergleich zu den 16 Millionen, die die EU jährlich für ihre Werbekampagnen gegen das Rauchen ausgibt?!

Staatlich geförderte Golfspieler und Wassersportler

Immerhin: Ein Durchschnittsbauer bekommt immer noch mehr als der Golfclub Großensee – wenn auch nur wenige hundert Euro. Dagegen „verdiente“ der Wassersportverein Schweriner Außensee 2010 satte 17.000 Euro.

Reiter und Fußballer werden reich

Wenn Pferdezüchter Geld bekommen- warum dann nicht auch die Reiter? Rund 150 Reitvereine und Gestüte bekommen Geld aus dem großen Topf. Und auch ein Fußballclub kommt da mal auf 40.000 Euro.

60.000 Euro für die Akkordeonspieler

Der Subventions-Wahnsinn ist bei weitem keine deutsche Eigenart: Ein schwedischer Akkordeonclub bekam knapp 60.000 Euro, ein dänischer Billardverein schaffte gut 30.000 Euro und der Eiskunstlaufverein Ons Genoegen aus Holland gleich mal 162.000 Euro.

Wegen einer Hitzewelle in den USA sind die Ernteprognosen drastisch nach unten revidiert worden. Die Preise für Weizen und andere Getreidesorten sind seit Mitte Juni um bis zu 50 Prozent in die Höhe geschossen. Die vornehmlich als Futtermittel verwendeten Sojabohnen kosten heute 60 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Jahrhundertdürre in den USA: Werden unsere Nahrungsmittel knapp?

Jahrhundertdürre in den USA

Werden unsere Nahrungsmittel knapp?

In den USA herrscht die schlimmste Hitzewelle seit 50 Jahren. Tausende Getreidefelder vertrocknen. Experten rechnen mit massiven Ernteausfällen und einem kräftigen Anstieg der Lebensmittel-Preise. Auch in Deutschland.

Die Ernteaussichten haben sich auch wegen extremer Trockenheit in Russland, der Ukraine und Kasachstan verschlechtert. Hinzu kommen ein verregneter Sommer in Mittel- und Westeuropa, während es zur Monsunzeit in Indien nur unterdurchschnittlich regnete. Vor vier Jahren hatte ein weltweiter Anstieg der Lebensmittelpreise in einigen Ländern Unruhen ausgelöst.

An der Hitzewelle im Mittleren Westen der USA wird sich vorerst nichts ändern. An dem extrem trockenen und heißen Wetter werde sich voraussichtlich in den nächsten sieben bis zehn Tagen nichts ändern, erklärten Meteorologen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Redlicher

31.07.2012, 15:06 Uhr

Auch wenn ich Massentierhaltung skeptisch gegenüberstehe, werden nunmal unfassbare Fleischmengen von den Konsumenten gefordert. Da Tönnies in der Fleischbranche ein Vorreiter in Sachen Tierschutz, FairFarm, fTrace etc. ist, klingt der Vorwurf "Schweine nicht artgerecht zu halten" fehl am Platz. Und die EU-Agrarsubventionen werden das Fleischwerk, Adelige und Zigarettenhersteller wohl nicht ohne Rechtsgrundlage erhalten haben. Klar nimmt man sein Recht in Anspruch, falsch nur, es den Nehmern vorzuwerfen.

meisterhit

31.07.2012, 16:32 Uhr

Der in den Beitrag eingebaute Kasten zu den Agrarsubventionen ist doch völlig daneben. Undifferenziert werden hier Dinge und Fakten verwischt und vermischt, ohne dabei Hintergründe und Begründungen mitzuliefern. Was ist das Ziel des Autoren? Neid und Missgunst schüren? Der Bildzeitungs-Stil ist im Handelsblatt angekommen, das ist für mich die einzige Nachricht. Gibt es Agrarsubventionen, dann hat jeder darauf Anspruch, egal ob Bauer Kuno mit 500 Hektar Land aus Ostfriesland oder die Queen aus England. Wo kommen wir denn dahin, wenn Subventionen gestrichen werden, weil jemand zufällig adlig ist? Eine der größten Errungenschaften unserer Gesellschaft ist doch, dass alle gleich behandelt werden sollen. Hier aber tauchen Begriffe wie "Missbrauch" auf und ein Unternehmen wie RWE wird mit der Andeutung "kein Vorreiter" zu sein, schlichtweg diffamiert.

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