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16.02.2013

14:36 Uhr

Steuer-Tricks

Schäuble will Großkonzernen an den Kragen

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat am Rande des G20-Gipfels in Moskau ein multinationales Bündnis geschmiedet. Ziel: international agierende Großkonzerne davon abhalten, die eigene Steuerlast zu minimieren.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Moskau. Reuters

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Moskau.

MoskauMultinationale Konzerne sollen ihre Steuerschuld nicht mehr durch Gewinnverschiebungen in Staaten mit Niedrigsteuern drücken können. Dazu wollen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und seine Kollegen aus Paris und London internationale Standards zur Besteuerung multinationaler Unternehmen ändern, wie sie am Samstag am Rande der G20-Ministerkonferenz in Moskau ankündigten. OECD-Generalsekretär Angel Gurria soll bis zum G20-Treffen im Sommer einen Aktionsplan vorlegen. Den könnten dann im September die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Schwellen- und Industrieländer in St. Petersburg verabschieden. Schäuble sieht gute Chancen für eine breite Unterstützung der Drei-Länder-Initiative in der G20.

Schäuble und sein britischer Kollege George Osborne hatten schon vor einem Vierteljahr die Grundzüge ihrer Initiative bei einem G20-Treffen in Mexiko vorgestellt. Ziel ist es, durch internationale Kooperation sowie gemeinsame Regeln und Standards zu verhindern, dass große grenzüberschreitend tätige Konzerne durch gezielte Gewinnverschiebungen oft weniger Steuern zahlen als viele mittelständische Unternehmen.

Dabei haben sich die Unternehmenssteuern in den OECD-Ländern ohnehin in den letzten Jahren auf breiter Front ermäßigt. Die Industrieländer-Organisation spricht von einem Rückgang der durchschnittlichen Steuerlast für die Firmen von auf 25,4 Prozent 2011 nach 32,66 Prozent 2000. Oft genug liegt die Steuerlast wegen vielfältiger Abzugsmöglichkeiten von Ausgaben noch erheblich darunter. Gezielte Strategien dieser Art bei Firmen wie Starbucks, Apple, Google und Amazon hatten zuletzt für heftige Diskussionen gesorgt.

Gurria wie Schäuble unterstrichen, es gehe nicht um illegale Praktiken, sondern um legale Möglichkeiten zur Minderung der Steuerschuld. Der OECD-Generalsekretär verwies darauf, dass die Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Staaten zunehmend von Konzernen genutzt würden, „um eine Doppel-Nichtbesteuerung“ zu erzielen. „Manche Unternehmen zahlen am Ende nur sehr wenige oder überhaupt keine Steuern“, beklagte er. „Es geht hier nicht darum, jemanden abzustrafen“, sagte Gurria.

Kommentare (14)

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Brasil

16.02.2013, 15:14 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Account gelöscht!

16.02.2013, 15:19 Uhr

Niemand hat die Absicht, einen Währungskrieg zu führen
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Apple tut es, Amazon tut es - und Facebook auch: Völlig legal schieben Großkonzerne ihre Gewinne ins Ausland und rechnen sich so arm.

Sie zahlen ihre Steuern in Steueroasen wie Zypern, Irland, Luxembourg, Schweiz, Lichtenstein, oder Übersee.
Aber nicht in den Hochsteuerländern Deutschland und Frankreich!

Deutschland, das Vereinigte Königreich und Frankreich dringen im Kreis der G-20-Staaten auf neue abgestimmte Steuerregeln, damit international tätige Großunternehmen sich nicht länger der Besteuerung entziehen können.

Schäuble plant schon die nächsten Steuererhöhungen, rot-grün zeigt gerade in Niedersachsen wieder sein wahres Gesicht und Hollande will seine Reichensteuer.
Alle brauchen das Geld, um es an den ClubMed (incl. Zypern) umzuverteilen.

Und dann verschließen sich diese "Internet-Unternehmen" vor der internationalen Solidarität?
Das ist gemein!

Viele Großkonzerne, vor allem aus der Internetbranche, verschieben die Gewinne ihrer Auslandstöchter bisher gezielt in Länder mit niedrigen Steuersätzen. Besonders Großbritannien leidet darunter. Dort machte zum Beispiel der Online-Händler Amazon 7,1 Milliarden Pfund Umsatz in drei Jahren - und zahlte dafür gerade mal 2,3 Millionen Pfund Steuern. Der Grund: Das in Großbritannien erwirtschaftete Geld wurde einfach in die Europa-Zentrale nach Luxemburg umgeleitet - und dort zu günstigeren Sätzen versteuert. Ähnlich läuft es bei Firmen wie Facebook oder Google. Und auch Apple rechnet sich beim Geschäft seiner Auslandstöchter arm.

Diese Unternehmen haben eben noch die Freiheit der Steueroptimierung, welche der gemeine Arbeitnehmer nicht hat! Der wird gnadenlos "ausgesaugt"!
Und Steuersenkungen sind in bestimmten Kreisen Gift! Diese sind auch bei einen Abbau der heimlichen/stillen Progession!

malnachdenken

16.02.2013, 16:04 Uhr

plumpes geheuchel
die meisten deutschen exportorientierten unternehmen vom mittelständler aufwärts verkoofen ihren kram über eigene zwischenhändler in niedrigsteuer enklaven.

und genauso funktioniert der einkauf.

da gehen jährlich zweistellige milliardenbeträge körperschaftssteuern flöten

einfach mal im ebundesanzeiger bilanzen studieren und genauer bei der steuerquote hinkucken.

heuchelei allerorten.

jede menge kostenagenturen und schwindelunternehmen schreiben gefälligkeitsrechnungen ,um gewinne abzusaugen und gegen kleines geld im steuerausland zu erstatten.

unsre ehrb aren kaufleute

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