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16.07.2013

06:57 Uhr

Steuerbetrugsdaten

Griechenlands Ex-Finanzminister verliert Immunität

Georgios Papaconstantinou könnte vor Gericht landen: Der ehemalige griechische Finanzminister hatte mutmaßlich Hinweise auf Steuerhinterziehung ignoriert – und ist nun gegen Klagen nicht mehr geschützt.

Der Architekt von Griechenlands Sparzwängen: Ex-Finanzminister George Papaconstantinou. dapd

Der Architekt von Griechenlands Sparzwängen: Ex-Finanzminister George Papaconstantinou.

AthenFür den einstigen obersten griechischen Kassenhüter Giorgos Papakonstantinou wird es immer enger. Das griechische Parlament hat nach einer mehrstündigen Debatte in den frühen Morgenstunden des Dienstag seine Immunität mit großer Mehrheit aufgehoben. Er muss sich jetzt vor der Justiz wegen eines Skandals um eine Liste mit mutmaßlichen Steuersündern verantworten. Vorangegangen waren mehrmonatige Ermittlungen eines Untersuchungsausschusses des Parlaments.

Die Vorwürfe sind hart: Dem früheren Finanzminister werden Datenfälschung und Pflichtverletzung vorgeworfen. Papakonstantinou soll die Namen von Verwandten aus einer Datei mit mutmaßlichen griechischen Steuersündern mit Geldeinlagen in der Schweiz gelöscht haben. Er leitete das Finanzressort 2010, als die Liste erstmals von der damaligen französischen Finanzministerin Christine Lagarde an Griechenland übergeben wurde. Papakonstantinou streitet die Vorwürfe ab.

Die Justiz wird in den nächsten Wochen entscheiden, ob er vor ein Sondergericht gestellt wird. Das gilt unter Juristen als sicher. Bei einer Verurteilung drohen Papakonstantinou bis zu 20 Jahre Gefängnis. Fast die gesamte griechische Presse kritisiert seit Monaten, dass der Krach im Parlament rund um den Steuersünderskandal zwar groß sei. Allerdings habe der Staat bislang keinen einzigen Euro mehr an Steuern kassiert.

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Kommentare (8)

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Account gelöscht!

16.07.2013, 05:21 Uhr

Schmierentheater!
Von den griechischen Politikern hat doch sicherlich fast jeder Dreck am Stecken.
Griechische Politik: Uns Deutsche abzocken und belügen.
Klappte ja bisher prima und wird auch in Zukunft klappen.
Griechenland ist pleite und marode und sollte Insolvenz anmelden müssen.
Stirbt Griechenland finanziell, dann existiert Euroland weiter, und steht besser da!

Account gelöscht!

16.07.2013, 07:03 Uhr

Der griechische Staat halt also trotz Streitereien keinen Euro mehr Steuern kassiert. Die Troika ist, wenn die Pressemeldungen richtig waren, kürzlich zu einem anderen Ergebnis gekommen und hat die nächste Hilfs-Trance frei gegeben. Waren da wieder politische Blindschleichen unterwegs ?

Ludwig500

16.07.2013, 07:57 Uhr

"Stirbt Griechenland finanziell, dann existiert Euroland weiter, und steht besser da!"

Gerade das wird dem Euro schaden. Ohne den Euro besser dastehen als mit, das darf nicht passieren. Könnte ja Nachahmer finden. Deshalb ist selbst der grössere Briefkasten Zypern systemrelevant.

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